Nach der Nässe bloß keine Hitze

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So richtig in Schwung ist das Geschäft mit den Erdbeeren heuer noch nicht gekommen. In Reitmehring hilft Georg Huber seit Jahren beim Verkauf der süßen Früchte. Seit das Verkäufshäuschen geöffnet ist, hat er öfter Zeit, auf dem Feld ein paar Portionen zu holen - wenn es nicht regnet.

Wasserburg - Reif wären sie, wenn auch drei Wochen später als sonst. Es hat im Mai und im Juni zu viel geregnet und es war auch zu kalt, "da haben die Leute nur gedämpfte Lust auf Erdbeeren", sagt Elisabeth Bernauer.

Dabei wären die Früchte genau jetzt gut.

Seit einer Woche sind die vier Erdbeerfelder der Reitmehringer Familie geöffnet zum Selberpflücken. Elisabeth Bernauer weiß, dass das ein bisschen dauert, bis es richtig anläuft und manche noch warten, weil die Beeren mit etwas Sonnenschein noch süßer werden könnten. Da es aber schon auf das Juniende zugeht, wird es bei Sonnenschein ziemlich heiß, auch nicht so gut für die Erdbeeren. Noch hätten ihnen die viele Nässe und die Kälte nicht arg geschadet, aber bei manchen Pflanzen sei, so die Bäuerin, der Schimmel schon drin. Zwei der vier Felder waren abgedeckt, "das macht jetzt ein bisschen Probleme, weil die Früchte reifer sind".

Seit einer Woche sind auch die beiden Erdbeerfelder "vom Franz" in Frabertsham und in Wasserburg für Selbstpflücker geöffnet. Gekommen seien ein paar Leute, obwohl die schon im März, wenn in den Geschäften die ersten deutschen Erdbeeren angeboten werden, anrufen und fragen, wann es so weit sei, sagt Gabi Eitzinger. Auch sie hofft, dass es jetzt nicht gleich hochsommerlich heiß wird, "die Früchte schmecken gerade wunderbar".

Seit rund 20 Jahren betreibt die Familie Bernauer Erdbeerfelder. Verändert hat sich in den zwei Jahrzehnten, dass früher die Selbstpflücker weit in der Mehrzahl waren und Unmengen Erdbeeren für Marmeladen und andere Köstlichkeiten oder auch zum Einfrieren holten. "Heute ist es fast umgekehrt", sagte Elisabeth Bernauer, zumindest auf den Feldern in Wasserburg, wo die Kunden eher zu den Kartons mit den schon gepflückten Beeren greifen. Dass im ländlichen Bereich noch mehr eingekocht oder eingefroren wird, beobachtet auch Gabi Eitzinger. "In Frabertsham werden viel mehr Erdbeeren selbst gepflückt als in Wasserburg". Bei der Ernte helfen ihr junge Leute aus der ganzen Welt. Über die Organisation WWOOF, Willing Workers on Organic Farms, also freiwillige Arbeiter auf Bio-Höfen, wohnen dieses Jahr zwei junge Frauen aus Guatemala bei der Familie, letztes Jahr waren zwei Japanerinnen dort, die für freie Kost und Logis bei der Erdbeerernte halfen.

Ohne Hilfe geht es auch bei der Familie Bernauer nicht. Aus der Slowakei kommen deren Erntehelfer. Vier Wochen sind sie in Wasserburg, auf den Feldern in Griesstätt und in Haag im Einsatz.

"Wir müssen abwarten", sagten Elisabeth Bernauer und Fabi Eitzinger. Ab Mitte der Woche soll es besser werden mit dem Wetter, sagen die Metereologen.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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