Nach Weihnachten viel Geld ausgegeben

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Wasserburg - Ein sehr gutes Nachweihnachtsgeschäft prognostizierte der Einzelhandelsverband bundesweit, auch in Wasserburg - jedenfalls in einigen Branchen.

Wer am Silvestertag versuchte, im Sportgeschäft seines Vertrauens anzurufen, der brauchte Geduld. Entweder ging niemand ans Telefon oder das Gespräch wurde immer wieder unterbrochen, weil ein Kunde im Laden eine Frage hatte. "Bei uns geht's zu wie..." kommentierte Andi Borrmann von Spexx trocken, seit Weihnachten sei permanent der Laden voll, stellte Bärbel Meinl von Sport Gruber fest und Hans Zanker von Sport Enzinger konnte sich ebenfalls nicht über mangelnde Arbeit beklagen. Oft würden Geschenkgutscheine eingelöst und Geldgeschenke investiert, und das quer durchs Angebot. Nur Schlitten und Schlittschuhe gingen derzeit nicht, so Bärbel Meinl. Der bisher relativ warme Winter mit Schneemangel mache sich schon bemerkbar, hat auch Zanker festgestellt.

Parfümerien könnten kurz vor Weihnachten vermutlich durchgehend öffnen, so groß ist der Andrang. Nach Weihnachten ist das vorbei. Es sei durchaus etwas los - und zwar mehr als zu anderen Zeiten im Jahr -, aber jetzt sei der Arbeitsanfall wieder zu schaffen.

Nicht erst nach Weihnachten, sondern schon davor zog das Geschäft bei Betten Klobeck kräftig an. "In den Weihnachtsferien, wenn die Leute mehr Zeit haben, ist bei uns immer mehr los, als zum Beispiel in den ersten beiden Dezemberwochen", so Christoph Klobeck. Und die Kunden sind nach Weihnachten beileibe nicht nur auf Schnäppchenjagd, gerade in den teuren Segmenten werde gut gekauft, vor allem Schlafsysteme würden derzeit verstärkt nachgefragt, hat Klobeck festgestellt.

Bei ihr sei das Geschäft nahtlos weitergegangen, der Laden voll, vermeldete Steffi Haller von Spielwaren Fuchs. Vor allem Gutscheine würden von den kleinen Kunden eingelöst. Über einen sehr jungen Mann amüsierte sie sich besonders: "Der Trend geht offensichtlich zur Zweitburg: Eine hatte er schon zu Weihnachten bekommen, nun musste eine weitere her - die 'Bösen' musste er auch noch haben."

Unterschiedliche Erfahrungen machten die Buchhandlungen und auch die Schmuckgeschäfte. "Bei uns ist es eher ruhig" hieß es bei Bücher Herzog, während im Fabula sehr guter Betrieb war, "die Gutscheine werden eingelöst" und zudem das eine oder andere weiter Buch mitgenommen, stellte Eva Gerer fest. Moritz Hasselt hat im Inntime keine Auffälligkeiten im Vergleich zu sonst festgestellt, Norbert von Braunmühl im Smaragd hingegen schon ein verstärktes Geschäft festgestellt. Es würden sowohl Gutscheine eingelöst als auch das geschenktbekommene Bargeld investiert.

Bei Dekorativem für Wohnung oder Haus pressiert das Einlösen von Gutscheinen offensichtlich nicht so. Es sei zwar nach Weihnachten einiges los gewesen, aber Gutscheine waren weder in der Innovation noch bei Göpfert ein großes Thema, obwohl etliche ausgestellt wurden.

Viele Gutscheine lösten hingegen die meisten Kleiderläden ein. "Bei uns war ein ziemlicher Ansturm", erzählte Rosa Hüttl vom Gewandhaus Gruber und Manuela Mainczyk von der Modemacherei ist immer noch leicht fassungslos über den Betrieb in ihrer Modemacherei: "Die Frauen hatten alle Geld und haben sich entsprechend ausgiebig eingekleidet." Bei den Männer sah das anders aus, Gutscheine für exklusive Männermode hat Heinz Forstmeier kaum eingelöst, "das ist bei mir aber nie viel", und auch sonst sei das Gschäft ganz normal gelaufen.

Dass das Weihnachtsgeld investiert wird, das war auch bei Nowak und Sturm festzustellen. Gekauft wurden aber fast nur Großgeräte, so Sturm, "bei den kleinen Geräten wie Navis oder Tablet-PCs geht mittlerweile ganz viel über das Internet."

Alle Befragten waren sich aber in einem einig: Die großen Umtausch-Aktionen bleiben weitgehend aus. "Die Käufe kamen wohl gut an", kommentierte das Sturm, "wir haben wohl gut beraten", stellte Steffi Haller zufrieden fest. Auch die Sportgeschäfte hatten kaum Umtäusche zu verzeichnen, "es waren viel weniger als noch vor einigen Jahren", ist Bärbel Meinl aufgefallen. Vielleicht warteten die Unzufriedenen ja auch auf den Schlussverkauf, vermutet Borrmann. Wenn doch einmal was umgetauscht wurde, "dann fanden die Kunden gleich etwas neues", so Rosa Hüttl. Und meist wurde nicht wegen Nichtgefallens umgetauscht, sondern weil zum Beispiel die Größe nicht stimmte. "Wenn ich die Ringgröße nicht weiß und vorher danach frage, dann ist doch die Überraschung schon vorbei", fasste es von Braunmühl zusammen.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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