Auf alles vorbereitet

Nachwuchsretter im 24 Stunden-Großeinsatz

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Gemeinsam üben verbindet und bringt Sicherheit für Einsätze.

Wasserburg – 24-Stunden-Übung mit vielen Einsatzszenarien. Bereitschaft mit ungewissem Ausgang. Doch die Übung brachte Retter zusammen und verdeutlichte die Wichtigkeit.

Die lauten und offensichtlich von Angst und Schmerzen geprägten Hilfeschreie, die von der Kapuzinerinsel zum Innufer herüberschallen, gehen durch Mark und Bein. Irgendwo ist da auch noch eine Kettensäge im Hintergrund zu hören, aber die Lage ist völlig unübersichtlich. Bis die ersten Retter von Feuerwehr, Rettungsdienst und Wasserwacht eintreffen – es ist der spektakuläre Auftakt zu einer großangelegten 24-stündigen Jugendübung der heimischen Rettungsorganisationen, die am vergangenen Wochenende stattfand. Mit Hilfe eines Bootes und viel Muskelkraft gelang es schließlich, zwei verletzte Personen – beeindruckend realistisch geschminkt, als wären die Verletzungen tatsächlich echt – von der Insel zu retten. Jetzt hieß es erst einmal Durchatmen für die Mitglieder der Jugendfeuerwehren Attel-Reitmehring, Bachmehring und Wasserburg sowie der Johanniterjugend Wasserburg. Einsatzleitung, Personenrettung, technische Hilfeleistung, Brandbekämpfung und medizinische Erstversorgung mussten durch die Jugendlichen eigenverantwortlich sowie spontan übernommen werden. 24 Stunden lang wussten die am Feuerwehrgerätehaus in der Stadt gemeinsam auf Bereitschaft befindlichen Teilnehmer nicht, wann erneut ein lauter Gong ertönt und das nächste Einsatzszenario abgearbeitet werden muss. Einmal stieg plötzlich aus einem Keller in der Herrengasse dichter Rauch nach oben und unter den Augen zahlreicher Schaulustiger galt es, Personen zu retten und das Feuer zu bekämpfen. Wenig später waren die Nachwuchsretter bei der Befreiung von Unfallopfern aus einem zerstörten Fahrzeug in der Landwehrstraße gefordert. Neben der Demonstration ihrer praktischen Fähigkeiten ging es natürlich auch um das gegenseitige Kennenlernen der künftigen Einsatzkräfte. Als man es sich dann nach einem anstrengenden Nachmittag zum Abendessen gemütlich gemacht hatte, ertönte wieder der Gong: „Am Wertstoffhof in Eiselfing soll es brennen.“ Mit Blaulicht und Martinshorn ging es zum Einsatzort und tatsächlich stand dort ein Holzverschlag in Vollbrand. Meterhohe Flammen sorgten für Anspannung und innerhalb kürzester Zeit musste eine Wasserleitung für den Löschangriff verlegt werden. Bei einsetzender Dunkelheit meldete die Leitstelle den Jugendfeuerwehren und der Johanniterjugend dann einen Einsatz in Reitmehring. Angetrunkene Partygäste hatten sich diverse Verletzungen zugezogen oder irrten hilflos durch den Ort. Während der Rettungsdienst fachmännisch die Patienten versorgte, suchte die Feuerwehr mit Scheinwerfen nach den Vermissten. Nach all den unterschiedlichen und interessanten Eindrücken des Tages hatten sich die Jugendlichen die Nachtruhe im Feldbettenlager redlich verdient. Aber in den Morgenstunden wurden sie durch Funkmeldeempfänger zum nächsten Einsatz gerufen. In einem Gebäude hatte die Brandmeldeanlage aus unbekanntem Grund Alarm ausgelöst. Das Haus musste durchsucht werden und nach kurzer Zeit stellte sich glücklicherweise heraus: Fehlalarm. Jetzt waren noch die Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände zu reinigen sowie die Unterkunft zusammen aufzuräumen, ehe die erste 24 Stunden-Übung in Wasserburg mit zufriedenen Gesichtern zu Ende ging. Ausbilder und Teilnehmer waren sich einig, dass eine Neuauflage in naher Zukunft fest eingeplant werden soll.

Pressemitteilung Kreisjugendfeuerwehr

Quelle: rosenheim24.de

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