Entspannt, bunt, international

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Interessant.

Wasserburg - Am Anfang stand ein Bekenntnis gegen Rassismus. Inzwischen gehört das "Nationenfest" fest dazu in Wasserburg, letzten Samstag zum 21. Mal.

"So bunt wie die Häuser der Stadt Wasserburg, so bunt sind auch die Gesichter und Herkunftsländer der Wasserburger." Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Michael Kölbl das Fest, das nun seit seinem Bestehen 1992 zu einer festen Institution geworden ist. Sein Dank galt all denjenigen, die es seit 20 Jahren auf die Beine stellen.

Exotisch.

Heuer war es erstmals gelungen, eine Delegation aus der Partnerstadt Cugir zum Nationenfest zu holen. Bürgermeister Adrian Teban, gerade mit 70 Prozent wieder gewählt, brachte Musiker von der Gruppe "Traful" mit. Sie spielten typische rumänische Musik, für die Zuhörer fremd klingende Instrumente, sowie unbekannte Rhythmen. Teban: "Wir freuen uns, dass wir bei diesem bunten Fest dabei sein dürfen."

Für Hermann Pröbstl vom "Förderverein Aktionsbündnis Rio konkret Lokale Agenda 21 für Wasserburg e.V.", dem Träger des Festes, was das Wichtigste schon am Anfang gegeben: "Das Wetter ist schön", Grundlage für die Auftritte imFreien und eine entspannte Atmosphäre.

Temperamentvoll.

"Wer gemeinsam feiert, versteht den Anderen besser" war das Feierthema. Deshalb legten die Veranstalter Wert darauf, dass die Musik vorwiegend unplugged präsentiert wurde. Pröbstl: "Gemeinsam feiern baut Fremdenfeindlichkeit ab. Wir wollen die Vielfalt zeigen, die es in Wasserburg gibt. Es soll nicht einfach ein Stadtfest sein, das jedes Jahr mit neuen Events noch toller und geiler werden soll. Wir wollen durchaus, dass sich die Leute unterhalten, ein Fest für die Familien."

Die Nordseite des Pfarrkirchplatzes sowie ein Teil der Färbergasse wurden in diesem Jahr für das umfangreiche Kinderprogramm genutzt. Hier gab es ein Kasperltheater, Märchen wurden erzählt, mit Kindern wurde gekocht und gefilzt, der Integrations-Kindergarten Gänseblümchen war mit Sand und Matsch zur Stelle, riesige Seifenblasen galt es in den Himmel fliegen zu lassen. Und wie der Zufall es will, wurde die Messe um 19 Uhr in St. Jakob vom Kinderchor aus West Virginia, USA, "Chanticleer Children's Chorus" mit einem Chorkonzert untermalt.

Neben dem Essen und Feiern konnte man sich auch mit politisch Provokantem auseinandersetzen, es waren katholische Verbände, die islamische Jugend und der Bund für Geistesfreiheit vertreten.

Abends veränderte sich das Bild. Potentere Bands mit guter Musik waren an den verschiedenen Bühnen anzutreffen. "Gespräche der Besucher untereinander stehen im Vordergrund, man soll sich von den Angeboten inspirieren, informieren lassen und stückweit damit auseinandersetzen", so die Veranstalter.

Eine "Speakers Corner" war heuer erstmals angeboten, wurde aber nicht genutzt - vielleicht nächstes Jahr. Für 2013 wünscht sich Pröbstl auch eine Infoplattform zum Thema Medienlandschaft und welche Auswirkungen diese auf die Gesellschaft hat.

Kunstvoll.

Dafür kam spontan die Schwarzmeertanzgruppe in ihren typisch bunten, folkloristischen Gewändern, oft schon angekündigt aber dann doch selten vor Ort. Heuer tauchten sie "aus dem Nichts auf", freute sich Mitorganisator Philipp Bachmann und gaben sie sich gleich zweimal die Ehre. In der Hofstatt lud die tschechische Dudelsack-Kapelle aus Ledce die Damen der Schwarzmeergruppe zu einem gemeinsamen Auftritt ein. Alle Jazzfreunde begeisterte sicher das Duo Jazz Avenue mit Gesang und Gitarrenbegleitung. Die Welt war also wieder einmal vertreten in der kleinen Stadt am Fluss, egal ob kulinarisch oder musikalisch.

ikd/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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