Kulturpreis Landkreis Rosenheim

Landkreis Rosenheim ehrt großen Bildhauer

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Landrat Neiderhell verleiht Bildhauer Rudl Endriß den Kulturpreis 2013.

Neubeuern - Der Landkreis Rosenheim würdigte am Abend Kulturschaffende mit dem Kulturpreis 2013. Die höchste Auszeichnung erhielt dabei der Bildhauer Rudl Endriß aus Söchtenau.

Mit dem 70-jährigen Rudl Endriß ist am Abend eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten im Landkreis mit dem Kulturpreis 2013 des Landkreises ausgezeichnet worden. Landrat Josef Neiderhell ehrte den in Söchtenau lebenden Bildhauer in der Beurer Halle in Neubeuern. Der Kulturförderpreis ging an die Wasserburger Pianistin Johanna Bufler und an die Oberaudorfer Musikgruppe „Lenze und de Buam“. Zudem wurden erneut zwei große Theaterproduktionen mit dem Kultursonderpreis gewürdigt, nämlich die Theatergemeinschaft Neubeuern für „Der Bayerische Jedermann“ und der Theaterkreis Wasserburg am Inn für „Teufel, Tod und Wallenstein“. Die Laudationes hielt erstmals der neue Kulturreferent des Landkreises, Christoph Maier-Gehring.

Landrat Josef Neiderhell betonte in seiner Begrüßung die große Bedeutung der Kulturpreise. Der Landkreis Rosenheim ehre Menschen, die sich in besonderer Weise mit Kultur beschäftigten. Neiderhell lobte insbesondere die Mitglieder des Kreistags, sie hätten gut ausgewählt. Persönlich fügte er an, die Kulturpreise verleihen zu dürfen, sei ein Highlight für den Landrat.

Der Kulturpreisträger 2013 Rudl Endriß wurde zunächst mit einem Portrait des Bayerischen Fernsehens vorgestellt. Im Anschluss sagte Kulturreferent Maier-Gehring, er sei froh, Rudl Endriß begegnet zu sein. Der Kulturpreisträger ist trotz seiner schweren körperlichen Behinderung immer noch als Bildhauer aktiv. Seine ungebrochene, unbändige Lust auf Leben und Arbeiten sei zu spüren sowie eine ungeheure geistige und körperliche Energie, Klugheit, Wachheit, Neugier, Güte und Geduld, auch sich selbst gegenüber, meinte Maier-Gehring. Er beschrieb Rudl Endriß als charismatischen, liebenswürdigen Mann und als Vorbild für junge Menschen: Seien es seine Studenten des Fachbereichs Innenarchitektur der Rosenheimer Hochschule oder seien es Kinder und Jugendliche an Schulen und in Ferienprogrammen, die er für die Bildende Kunst begeisterte. Nach seinem Studium der Naturwissenschaften, Kunst und Pädagogik in München war Endriß zunächst als Fachlehrer, anschließend bis 2006 als Akademischer Direktor im Fachbereich Innenarchitektur der Hochschule Rosenheim tätig. Darüber hinaus arbeitete er von 1986 bis 1995 als Ausstellungsarchitekt für das Haus der Bayerischen Geschichte und beim Wasserburger Kunstverein AK 68 engagierte er sich als Kurator und Vorstand. Seine Exponate in Holz, Metall, Stein, Marmor, Bronze oder Gold sind an vielen öffentlichen Orten in der Region zu finden. Wir nehmen sie fast schon als selbstverständlich wahr, als zu unserem Leben gehörig, schloss Maier-Gehring. Der Kulturpreis ist mit 5.000 Euro ausgestattet.

Im Unterschied zu Rudl Endriß sind die Kulturförderpreisträger Johanna Bufler und die Band Lenze und de Buam noch junge Kulturschaffende. Vom Namensgeber der Oberaudorfer Musikgruppe, dem Astl Lenz, stammen die Ideen für die Lieder und die bayerischen Texte. An der optimalen Version feilt das Quintett dann gemeinsam im Probenraum. Laudator Maier-Gehring berichtete von einem Treffen mit Lenz. Schnell und viel reden sei seine Sache nicht. Eher seien es die Bedächtigkeit, das Nachspüren, das Bodenständige, das Augenzwinkernde, ein feiner bayerischer Humor die ihn, seine Buam und ihre Musik charakterisierten. Auch wenn sich der Lenz auf keinen Musikstil festlegen wollte, Maier-Gehring meinte, das Repertoire klinge mal nach Reggae, mal nach Zigeunersound, aber in jedem Fall bayerisch und nach Lenze und de Buam.

Auf verschiedenen Inntal-Bühnen traten sie schon auf, genauso wie auf dem Chiemsee-Reggaefestival. Im Bayerischen Fernsehen waren sie zu Gast und schon mehrfach in der Bayern 3-Newcomershow. Zudem organisieren sie zusammen mit ihren Freunden in Oberaudorf das Luegstock-Festival. Machts weiter so, rief ihnen Maier-Gehrung zu, ihr seids auf am guten Weg. Der Astl Lenz selbst machte es kurz: I möcht merci sogn. Er bedankte sich bei allen Unterstützern, Zuhörern, den Familien und den Mädels, womit die Freundinnen gemeint waren.

Das „machts weiter so“ von Maier-Gehring gilt auch für die zweite Kulturförderpreisträgerin, die erst 15-jährige Wasserburger Pianistin Johanna Bufler. Der Laudator beschrieb sie als sympathische, ernsthafte, zielstrebige und selbstbewusste Dame. Mit vier Jahren fing sie an Klavier zu spielen und mit sieben Jahren war sie Jungstudentin am Leopold-Mozart-Institut für Hochbegabte in Salzburg. Heute besucht sie das Luitpoldgymnasium in Wasserburg und pendelt zudem an die Musikhochschule in Würzburg, um ihre musikalische Ausbildung fortzusetzen. Freistellungen von der Schule für ihre pianistischen Aktivitäten bekommt sie unkompliziert, berichtete Maier-Gehring, bei einer Einserschülerin falle das auch nicht so schwer. Ihr Fleiß und ihr Spaß am Klavierspielen brachten Johanna Bufler schon beachtliche Erfolge ein: Ein Stipendium der Oskar und Vera Ritter-Stiftung, erste Preise bei „Jugend musiziert“ und Auszeichnungen bei internationalen Klavierwettbewerben. Seit über drei Jahren ist sie eine der jüngsten Stipendiatinnen der renommierten Deutschen Stiftung Musikleben. Hinzu kommen zahlreiche nationale und internationale Auftritte, auch als Orchestersolistin. Übrigens, nach ihrem Abitur in zwei Jahren kann sie sich vorstellen, neben der Musik auch Medizin zu studieren. Beide Kulturförderpreisträger, die mit exzellenten Kostproben ihres musikalischen Könnens glänzten, erhalten je 2.500 Euro.

Landkreis Rosenheim verleiht Kulturpreis

Als großes, pralles, bildsattes Volkstheater lobte Kulturreferent Maier-Gehring die beiden mit dem Kultursonderpreis geehrten Freilichtaufführungen aus dem vergangenen Sommer. Der Theaterkreis Wasserburg brachte mit „Teufel, Tod und Wallenstein“ ein historisches Stück von und in der Regie von Christian Huber zur Aufführung und die Theatergemeinschaft Neubeuern glänzte mit dem berühmten „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ nach Hugo von Hofmannsthal in der Regie von Andreas Widermann. Maier-Gehring sah zahlreiche Parallelen. So profitierten beide Inszenierungen vom großen ehrenamtlichen Engagement über viele Monate hinweg. Es brauche nervenstarke Chefs und Antreiber, aber auch viele gute Geister für Bühnenbau, Kostüme, Technik, Werbung, Kartenverkauf, Gastronomie und es brauche natürlich die Akteure. Etwa 70 standen in Neubeuern auf der Bühne, rund 140 wirkten hinter den Kulissen. Ähnlich die Situation in Wasserburg, etwa 200 Schauspieler und Statisten waren beteiligt. Maier-Gehring lobte auch das Optische: Phantasievolle, teils prächtige Kostüme und beeindruckende Bühnenbilder seien zu sehen gewesen. Der Laudator gratulierte zu zwei herausragenden kulturellen Ereignissen für die Region. Für das Publikum in der Beuerer Halle spielten beide Ensembles je eine Szene aus ihren Erfolgsstücken. Heinz Baumgartner, der Vorstand der Theatergemeinschaft Neubeuern bedankte sich für sieben ausverkaufte Vorstellungen im vergangenen Jahr und teilte erfreut mit, dass die Neubeurer den „bayerischen Jedermann“ auf Herrenchiemsee spielen dürfen. Für den Theaterkreis Wasserburg meinte Vorstand Sepp Christandl kurz und knapp: Mia gfrein uns unbandig! Der Kultursonderpreis ist mit 1.500 Euro dotiert, eine Summe, die jede der beiden Theatergruppen erhält.

Der Landkreis Rosenheim vergibt den Kulturpreis, den Kulturförderpreis und den Kultursonderpreis jährlich, um Bürgerinnen und Bürger oder Gruppen zu ehren, die sich besondere Verdienste um die Kultur im Landkreis erworben haben.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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