Neue Gäste in die Stadt holen

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So soll es aussehen, das Hotel mit mindestens vier Sternen an der Unteren Innstraße. Rechts sind die bestehenden Gebäude am Heisererplatz zu sehen.

Wasserburg - Tageskarte für den Wellnessbereich, Café am Heisererplatz, Bar und Sternelokal: Das edle Hotel an der Unteren Innstraße soll auch für die Wasserburger interessant werden.

"Die Wasserburger sollen mitwirken, Ideen und Anregungen einbringen. Und sie sollen das Hotel und seine Einrichtungen nutzen. Es soll nicht etwas hingepflanzt werden, das mit der Stadt nichts zu tun hat." Helmut Wölfle, der Wasserburg von Jugend an kennt, möchte unbedingt verhindern, dass das von ihm, seinem Partner auf Immobilienseite, Hans Lichtenstern, und dem Architekten Dr.Jürgen Rauch an der Unteren Innstraße geplante Hotel mit mindestens vier Sternen ein Fremdkörper - "ein Raumschiff am Inn-Strand", so Dr.Rauch - wird. Optisch und inhaltlich.

Ein Fremdkörper ist es nicht, denn im Moment ist es nur eine Vision. Eine immer konkreter werdende zwar, aber noch hat kein Investor ganz klar "ja" zu dem Millionenprojekt gesagt. Im Dezember, als er das Projekt seines Unternehmens Immo-Real im Vorgriff auf die Bebauungsplanänderung im Stadtrat vorstellte, hatte Helmut Wölfle vermutet, dass nach dem Jahreswechsel das Interesse wohl steigen werde. Was, wie Architekt Dr.Jürgen Rauch glaubt, auch daran liegt, dass nach dem Crash der Finanzmärkte größeres Interesse an konkreten Anlagen besteht. Diese Vermutung habe sich durchaus bestätigt, so Wölfle jetzt. Von den 800 im vergangenen Jahr kontaktierten potenziellen Investoren aus Europa gibt es einige, mit denen schon mehrere Gespräche geführt wurden. Während einige an dem Gesamtpaket aus Grundstück, Gebäude und Betrieb interessiert sind, haben andere nur eine oder zwei der Säulen im Auge, "gerade für den Betrieb haben wir sehr konkrete Interessenten", so Wölfe. Und mit denen gab es auch schon mehrere Gespräche, "denn da hat jeder seinen eigenen Stil, seine eigenen Schwerpunkte". Und denen habe auch allen die Lage gefallen, so Hans Lichtenstern, "da haben wir nur extrem positive Reaktionen".

Ein hochpreisiges Hotel in der Unteren Innstraße in Wasserburg? Ja, das geht, sind Wölfle, Lichtenberg und Dr.Rauch überzeugt. Denn die Tendenz, dass große Firmen wie beispielsweise BMW oder Siemens ihre Tagungen und Schulungen aus den Großstädten heraus legen, die wird stärker. "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mitarbeiter am Morgen konzentriert arbeiten können, wird als höher betrachtet", so Wölfle schmunzelnd.

Hinzu kommt, dass das Hotel einen gut ausgestatteten Wellness-Bereich haben wird, auch damit Publikum anzieht. Dieser Bereich, so die Vorstellung der Vorhabensbetreiber, soll auch für die Wasserburger zugänglich sein. Ebenso wie die Bar - mit eigenen Zugang - und das Café am Heisererplatz, im Gebäude der bisherigen Hebammenpraxis. Neben einem Restaurant, das vor allem der Versorgung der Hotelgäste dient, streben Wölfle und Lichtenstern ein weiteres Restaurant, geführt von einem Sternekoch, an. Ein Anziehungspunkt für Gäste, sind die Planer überzeugt.

Neben Tagungs- und Wellnessgästen sieht Dr.Rauch noch ein weiteres Zielpublikum: Kulturinteressierte mit Sinn für Schönes. "Wasserburg ist doch das Paradebeispiel für eine völlig unverfälschte Inn-Salzach-Architektur. Wenn man das gut vermarktet, erschließt es Gäste, die auch mehrere Tage bleiben, hier noch in Theater, Konzert oder Ausstellung gehen."

An die Inn-Salzach-Architektur lehnt sich Rauch bei seiner Planung für das Haus mit 80 bis 100 Zimmern beziehungsweise Suiten optisch an. Selbst die für die Stadt so typischen Innenhöfe nimmt Rauch auf. Falls jemand um die beiden alten Gebäude am Heisererplatz fürchtet: Die bleiben stehen. Das kleine Eckhaus wird im unteren Stockwerk geöffnet, dort soll zum einen der fußläufige Zugang zum Hotel entstehen, zum anderen ist dort ein Café geplant. Überlegungen, wie sie die optische und fußgängerfreundliche Anbindung des Hotels an die Altstadt verbessern, stellen Wölfle, Rauch und Lichtenstern auch an. Da passt es, dass sich der Bauausschuss am kommenden Donnerstag mit der Umgestaltung der Schlachthausstraße befasst.

Alle Vorhabensbetreiber betonen, dass die bisherige Zusammenarbeit mit Bürgermeister, Verwaltung und auch Stadtrat angenehm sei. Und da das auch für die Wasserburger Öffentlichkeit gelten soll, wird bei Immo-Real demnächst eine Info-Box eingerichtet, "da nehmen wir dann gerne Fragen und Anregungen entgegen", verspricht Helmut Wölfle.

Sylvia Hampel (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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