Neuer Anlauf am Sigl-Turm

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Versteigerung oder neuer Projektträger? Für die frühere Sigl-Likörfabrik am Hochgarten fällt in den nächsten Monaten eine Entscheidung.

Wasserburg - Eines der prominentesten Sanierungsobjekte in Wasserburg, die ehemalige Sigl-Likörfabrik am Hochgarten, soll versteigert werden. Ein neues Unternehmen sucht jetzt aber Investoren, um dies zu verhindern.

Die Versteigerung soll am 27. Januar 2011 über die Bühne gehen. 

Fast aus allen Richtungen sichtbar trohnt der Sigl-Turm markant über der Stadt. Seit vielen Jahren steht die frühere Likörfabrik leer, die Firma "Chiemgau-Domizile" wollte zuerst ein Seniorenzentrum, dann eine Eigentums-Wohnanlage daraus machen. Nun scheint das Ende auch dieses Kapitels besiegelt: Letzte Woche veröffentlichte das Amtsgericht Rosenheim den Versteigerungstermin.

Betreiber war die Stadt Wasserburg, die noch auf die Bezahlung von Erschließungskosten nach dem Ausbau der Straße am Hochgarten wartet. Das gab den Ausschlag, weitere Gläubiger sind dem Verfahren beigetreten.

Die Versteigerung ist das vorläufige Ende des glücklosen Versuches, dem alten Industriegebäude neues Leben einzuhauchen. Immer wieder hatte Richard Unterhuber von Chiemgau-Domizile die Planungen verändert, weil sich die Konzepte als keinen wirtschaftlichen Erfolg hatten. Die letzte Tektur sah unter dem Namen "Burg-Residenz Hochgarten" eine Wohnanlage mit 29 Einheiten vor. Türmchen an den Fassaden sollten einen architektonischen Bezug zum historischen Wasserburg herstellen. Angeblich waren im Juli 2009 auch schon einige Wohnungen verkauft.

Einen völlig neuen Anlauf macht nun die "PMU Projektmanagement Günther Lüttecke". Die Firma aus Penzberg sucht derzeit Investoren. Sollte dies erfolgreich sein, will man mit einem neuen architektonischen Konzept an die Realisierung gehen: Einen "soliden Villen-charakter" will Günther Lüttecke dem Gebäude geben, "Türmchen wird es sicher nicht mehr geben".

Der Projektmanager ist zuversichtlich, dass sich das Gebäude vermarkten lässt. Es gebe bereits potente Interessenten, die Verhandlungen mit diesen Privatanlegern sollen innerhalb der nächsten Woche abgeschlossen werden.

Noch im November will PMU dann eine neue Träger-GmbH gründen: "Wir lösen uns vollkommen von der unglücklichen Geschichte des Objektes. Chiemgau-Domizile hat mit unseren Planungen definitiv nichts mehr zu tun", so Günter Lüttecke. Die Altsubstanz soll erhalten bleiben, eine "gehobene Wohnanlage" enstehen.

Bei der Stadt verfolgt man die Pläne mit Interesse. Dort füllen die Unterlagen zum Sigl-Turm schon mehrere Ordner.

Karl Königbauer (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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