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Söder wird zur Einweihung erwartet

Neues Großklinikum in Wasserburg: So bereitet Romed den Umzug vor

Eindrucksvoll: der gemeinsame Neubau von Romed-Klinik und Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg.
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Eindrucksvoll: der gemeinsame Neubau von Romed-Klinik und Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg.

Die Wanne für die Wassergeburt ist schon da, die Schwenkarme, an denen die Überwachungsmonitoren in der Intensivstation angebracht werden, hängen schon von der Decke:: Der gemeinsame Neubau von Inn-Salzach-Klinikum (ISK) und Romed-Klinik Wasserburg nimmt Gestalt an. Ein Baustellenbesuch.

Wasserburg – Bereits im Sommer soll Bauabschnitt eins fertig sein. Dann wechselt die erste Abteilung des Inn-Salzach-Klinikums in den Neubau. Im Mai ist der offizielle Festakt zur Einweihung, zu dem auch Ministerpräsident Markus Söder erwartet wird. Die Romed-Klinik Wasserburg zieht jedoch erst im Oktober um – an einem Wochenende ist der Tag X eingeplant, an dem das alte Gebäude endgültig verlassen wird und sich die Eingangstür für immer schließen wird. Danach hat die Abrissbirne das Sagen.

Bald beginnt das Training vor Ort

Im Neubau, in dem es derzeit wimmelt vor Bauarbeitern, die vor allem die hoch komplizierte Technik für Kommunikation, Medizin und Pflege installieren, kennen sich der kaufmännische Leiter der Romed-Klinik Wasserburg, Christof Maaßen, und Pflegedienstleiter Simon Brunnlechner schon jetzt sehr gut aus. Das gilt auch für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihren neuen Arbeitsplatz bei Führungen kennenlernen konnten. Bald beginnt das Training vor Ort, bei dem die Funktionsabläufe geübt werden, berichtet Maaßen. Schwierigstes Unterfangen: der Umzug der Notaufnahme. Nur kurze Zeit soll sie auf zwei Standorten gefahren werden, möglichst nur einen Tag lang nach Absprache mit der Leitstelle in Rosenheim nicht im Einsatz sein.

Christof Maaßen im zukünftigen Herzkatheter-Labor.

Acht Tonnen schweres MRT

Ausschüsse und Teams mit Vertretern aus allen Fachrichtungen (Innere Medizin, Gynäkologie, Geburtshilfe, Chirurgie, Anästhesie) und der Verwaltung bereiten nach Angaben von Maaßen seit zwei Jahren den Umzug vor. Derzeit befindet sich diese Planung in der heißen Phase. „Wir sitzen noch nicht auf gepackten Koffern“, sagt der kaufmännische Leiter schmunzelnd, „denn der Umzug ist ein langer Prozess.“ Dabei hilft außerdem ein erfahrener Logistiker. Mitte April werden beispielsweise die bildgebenden Geräte erwartet, für die extra sogenannte „Einbringöffnungen“ vorgehalten werden. Das acht Tonnen schwere und rund 1,7 Million Euro teure MRT wird ins Gebäude eingehoben werden, berichtet Maaßen.

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„Wir sind super in der Zeit“, freut er sich – wobei: Der Klinikchef hofft, dass sich die weltweiten Lieferengpässe nicht noch auswirken. „Wenn ein defektes Bauteil eintrifft, bekommen wir ein Problem: Denn Ersatz ist derzeit schwer zu bekommen“, bedauert er.

Synergien und bessere Abläufe

Bisher ist der Innenausbau nach seinen Informationen reibungslos verlaufen. Der Baustellenbesuch zeigt eindrucksvoll einen Blick hinter die Kulissen eines hochmodernen Krankenhauses: Noch hängen dicke, viele Meter lange Kabelstränge an den Wänden, die Decken offenbaren Lüftungsanlagen, Leitungen und Rohre gigantischen Ausmaßes und viel Technik, die sich spätestens zur Eröffnung verbergen werden.

Blick iin einen Operationssaal.

Größere Klinik – kürzere Wege

Der Gang über die Funktions- und Pflegeebenen zeigt bereits in diesem Stadium deutlich, wie sehr sich die Abläufe im neuen Klinikum verbessern werden. Markierungen auf den Böden, damit sich Patienten und Besucher zurechtfinden, so wie in der alten Romed-Klinik, sind nicht mehr notwendig. Die vier Ebenen werden über einen Kernpunkt optimal miteinander vernetzt, freut sich der Pflegedienstleiter. „Unsere neue Klinik ist größer als die alte, aber die Wege werden viel kürzer“, ergänzt Maaßen. Der Altbau hat nach seinen Erfahrungen vor allem ein Problem: „Das Gebäude ist eigentlich trotz des Alters gut in Schuss, aber technisch einfach durch.“

Hybrid-Op und Herzkatheter-Labor

Brunnlechner schaut aus dem Fenster der Patientenzimmer in der zukünftigen neuen Gefäßchirurgie direkt in die Berge. „Das ist doch wohl einer der schönsten Arbeitsplätze in der Region“, ist er überzeugt. Diese Aussicht haben auch die zukünftigen Patientinnen und Patienten von den Ein-Bett-Zimmern (Standard im neuen Klinikum) aus. Die Sanitäranlagen, angeliefert in vorgefertigten Raummodulen, sind bereits installiert.

Blick in die Berge vom Patientenzimmer aus: Kaufmännischer Leiter Christof Maaßen und Pflegedienstleister Simon Brunnlechner genießen die Aussicht.

Auf Hochtouren wird außerdem in den drei Kreißsälen und den drei Operationssälen gearbeitet. Einer davon wird laut Maaßen als Hybrid-Op ausgestaltet. Hier sind auch Operationen wie die Angiografie möglich, bei der Gefäße radiologisch dargestellt werden. Die neue Romed-Klinik bekommt im gemeinsamen Bau mit dem Inn-Salzach-Klinikum auch ein Herzkatheter-Labor.

Das Leistungsspektrum wird erweitert : Auch das ermöglicht der Neubau. Für Maaßen und Brunnlechner „eine Riesenchance“ für den Romed-Standort Wasserburg – und für die 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Trotzdem steht fest: Als das neue Großklinikum geplant wurde, gab es noch keine Pandemie. Die Vorbereitungen für den Umzug fanden unter den schwierigen Rahmenbedingungen der größten Krise im Gesundheitssystem statt. „Neubau, Umzug, Erweiterung des Leistungsspektrums, neue Kooperationen – und Corona: Es ist schon grenzwertig“, sagt Maaßen. „Wir sind alle an unserer Belastungsgrenze angekommen“, räumt er ein.

Leistungsspektrum wird erweitert

Das bestätigt auch Pflegedienstleiter Brunnlechner: „Die Vorfreude ist sehr, sehr groß“, sagt er. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden aktiv mitwirken und sich intensiv einbringen in die im Neubau mögliche Prozessoptimierung. Trotzdem sei es eine „immense Aufgabe“, dies alles vor dem Hintergrund einer Pandemie mit nach wie vor hohen Inzidenzen im Landkreis zu schaffen. Größte Herausforderung sei die Lösung des Fachkräftemangels, denn auch das Personal wird aufgrund der Erweiterung des Leistungsspektrums um Gefäßchirurgie und Herzkatheterlabor aufgestockt. Der Neubau stelle im Bemühen um Personal jedoch einen deutlichen Standortvorteil dar, ist Brunnlechner überzeugt.

Die Wanne für die Wassergeburt steht schon.

Das sagt der Betriebsratsvorsitzende Dieter Klee

Gesamtbetriebsratsvorsitzender Dieter Klee spricht von einer „freudig-gespannten Stimmung“ in der Mitarbeiterschaft der Romed-Klinik. Die Kolleginnen und Kollegen aus Wasserburg würden sich sehr auf den neuen Arbeitsplatz freuen. „Einige haben jedoch auch Bedenken, wie wir das alles schaffen sollen“, sagt Klee. Manchmal sei außerdem ein gewisses Unbehagen zu spüren angesichts der Tatsache, dass im gemeinsamen Neubau mit dem ISK ein für eine somatische Klinik ungewohntes Patientenklientel hinzukomme. Auch eine gewisse Befürchtung sei zu spüren, die kleine Romed Wasserburg laufe Gefahr, vom großen ISK dominiert zu werden. „Ich werde nicht müde, zu erklären, dass es zwei eigenständige Kliniken sind und bleiben, die sich nur unter einem Dach räumlich vereinigen. Wir sind seit vielen Jahren in Kooperationen miteinander verbunden, das hat Tradition und führt im Neubau zu zahlreiche Synergien, ohne dass wir unsere Selbstständigkeit aufgeben müssen“, betont Klee.

Auch ein wenig Wehmut schwinge bei manchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angesichts des bevorstehenden Umzugs mit: „Wir werden unser ruhiges Idyll in der Natur verlassen. Dafür bekommen wir ein hochmodernes Gebäude, das unsere Arbeit deutlich erleichtern wird.“

Die Anschlüsse für die Patientenbetten sind schon installiert, freuen sich der kaufmännische Leiter Christof Maaßen und Pflegedienstleiter Simon Brunnlechner.

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Zwei Kliniken unter einem Dach

250 Millionen Euro kostet der gemeinsame Neubau von Inn-Salzach-Klinikum (ISK) und Romed in Wasserburg. Bauherren sind der Bezirk und der kommunale Romed-Klinikverbund, getragen von Stadt und Landkreis Rosenheim. Sie stemmen gemeinsam das derzeit größte Krankenhausbauvorhaben im Freistaat. Es hat Vorbildfunktion. Denn zum ersten Mal bauen ein kleines somatisches Krankenhaus und eine große psychiatrische Fachklinik gemeinsam. Die beiden Häuser haben seit Langem Kooperationen– etwa in der Anästhesie und der Radiologie, die für die Diagnostik in der Neurologie im ISK tätig ist. Beide Klinken werden im Neubau gemeinsam Küche und Kantine sowie Labor nutzen, außerdem gibt es einen gemeinsame Eingang mit Empfang. Auch bei der neuen ISK-Tagesklinik für Post- und Long-Covid-Patienten wird es eine Zusammenarbeit mit der Inneren Medizin von Romed geben.

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