Neiderhell für Krankenhaus-Neubau

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1964 wurde das Kreiskrankenhaus hoch über dem Inn gebaut. Nun sind seine Tage gezählt. Die Frage ist, ob der Neubau neben dem derzeitigen Haus oder doch gemeinsam mit dem Inn-Salzach-Klinikum des Bezirks entsteht. Foto Hans

Wasserburg - Landrat Josef Neiderhell hat ein Interesse daran, dass Wasserburg nicht nur sein Krankenhaus behält, sondern nach Möglichkeit einen Neubau bekommt.

Das erklärte Landrat Josef Neiderhell jetzt. Bei der Jahresversammlung der CSU bezeichnete Neiderhell den Zusammenschluss der drei Kreiskliniken in Wasserburg, Prien und Bad Aibling mit dem Klinikum Rosenheim als gut und richtig. Die Patienten würden nicht mehr nach Traunstein, Miesbach oder Ebersberg überwiesen, kämen vermehrt in die Romed-Kliniken. 2010 hätten alle vier Häuser schwarze Zahlen geschrieben.

Bad Aibling wurde saniert, Prien um- und neu gebaut, das Krankenhaus in Wasserburg sei ein "ehrwürdiges Haus" von 1964, so der Landrat. Allerdings wolle der Landkreis den Priener Fehler - zehn Jahre Dauer, 50 Millionen Kosten - nicht noch einmal machen, tendiere deswegen zum Neubau.

Der sei sicherlich wirtschaftlicher als eine Grundsanierung, die von Experten auf rund 30 Millionen Euro geschätzt wird. Denn ein Neubau "ist vielleicht ein paar Millionen teurer, dafür gibt es aber auch mehr Zuschüsse", so Neiderhell. Und relativ zügig gehen soll es auch, von 2016 war an anderer Stelle die Rede.

Derzeit überlegt der Landkreis laut Neiderhell zweigleisig: Einmal ein Neubau neben dem derzeitigen Krankenhaus, da sei genug Platz vorhanden. Zumal ein neues Krankenhaus wegen der deutlich kürzeren Verweildauer der Patienten nicht mehr 240 sondern eher 140 Betten und damit weniger Platz brauche.

Die zweite, von Neiderhell eindeutig bevorzugte Variante, ist ein gemeinsamer Neubau mit dem Inn-Salzach-Klinikum (ISK) des Bezirks. Dort wäre neben der Neurologie ausreichend Platz. Diese Variante wird offensichtlich auch vom Gesundheitsministerium in München favorisiert, denn für einen gemeinsamen Neubau wurden deutlich höhere Zuschüsse in Aussicht gestellt, so Neiderhell. Je mehr Synergieeffekte zwischen der Romed-Klinik und dem ISK erzeugt und genutzt würden, desto höher werde der Zuschuss. Neiderhell nannte 90 Prozent gegenüber 30 bis 40 Prozent für einen Neubau am alten Standort. Eine Machbarkeitsstudie soll bis Herbst vorliegen, dann entscheidet der Kreistag über das weitere Vorgehen.

Zudem habe ein gemeinsamer Neubau den Charme, dass der Landkreis das hoch über dem Inn gelegene Grundstück des Romed-Klinikums zur Verfügung habe.

Eine Entscheidung falle erst, so Neiderhell, wenn er eine "schriftliche Zusage" über die Förderung vom zuständigen Minister habe. Auf Auskünfte von Beamten wolle er sich in dieser Angelegenheit nicht verlassen. Bei einem Termin im Ministerium am Mittwoch bestätigte sich der Trend, dass ein gemeinsamer Neubau deutlich höher bezuschusst würde. Eine Unterschrift des Ministers gab's nicht.

Der zuständige Minister heißt Dr.Marcel Huber und kommt bekanntlich aus der Nachbarschaft.

syl/Wasserburger Nachrichten

Quelle: rosenheim24.de

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