Nicht alles "Leb" wie bis jetzt vermutet

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Teresa Dorothea Lengl freut sich über den ersten Preis des Städtischen Geschichtswettbewerbs, überreicht von Bürgermeister Michael Kölbl und Stadtarchivar Matthias Haupt im Rathaus.

Wasserburg - Vieles, was bislang dem Bildhauer Wolfgang Leb zugeschrieben wurde, ist kein echter "Leb". Das hat jetzt eine Kunsthistorikerin festgestellt.

Eine Kunsthistorikerin hat über dessen Rotmarmorgräber ihre Magisterarbeit geschrieben und dafür jetzt den ersten Preis des Städtischen Geschichtswettbewerbs erhalten.

"Eine tolle Arbeit mit überdurchschnittlichem Engagement und mit neuen Erkenntnissen zum Werk von Wolfgang Leb", lobte Bürgermeister Michael Kölbl die Arbeit von Teresa Dorothea Lengl über die Rotmarmorgräber des Wasserburger Bildhauers Wolfgang Leb, der nachweislich ab 1504 in Wasserburg sesshaft war. Es ist die Magisterarbeit der 29-jährigen Kunsthistorikerin, die sie beim Städtischen Geschichts- und Heimatkundlichen Wettbewerb eingereicht hatte und nun im Rathaus den ersten Preis dafür überreicht bekam, 200 Euro und dazu den neuen Sonderband der Heimat am Inn über Barockbildhauer in Wasserburg von Ferdinand Steffan.

Dass die Arbeit die einzige Einreichung dieses Jahr war, sei zwar schade, schmälere aber den ersten Preis nicht, "er ist kein Automatismus, es kam oft schon vor, dass es für die Teilnahme auch nur eine Anerkennung gab. Voraussetzung ist, dass es eine sehr gute Arbeit ist", so der Bürgermeister. Und davon war auch die Jury mit Sonja Fehler, Hanns Airaner, Ferdinand Steffan, Dr.Martin Geiger und Matthias Haupt überzeugt.

Die gebürtige Rosenheimerin, Mutter zweier Kinder, die in München studierte, im Haus der Kunst Teilzeit arbeitet und nun die Promotion angehen möchte, fand es schön, für die Arbeit vor allem viel unterwegs gewesen zu sein, immer auf den Spuren von Wolfgang Leb im Inntal bis nach Schwaz.

Die beiden Hauptwerke von Wolfgang Leb sind in Ebersberg aus seiner früheren Zeit und in Attel aus seiner späteren Zeit. Ausgehend von diesen beiden Werken geht die Kunsthistorikerin davon aus, dass nur wenige Stücke, die in den letzten 100 Jahren Leb zugeordnet wurden, eigenhändige Leb-Werke sind. Neben den beiden signierten Steinen in Ebersberg und Attel ergab die Forschung als frühes Leb-Werk das Grab der Anna Hoffer in Schwaz, den Wappenstein von Hanns Baumgartner in Kufstein und die beiden Steine des Hans Perckhofer und Hanns Baumgartner in Wasserburg. Ihre Arbeit versteht die Autorin als Grundstock für weitere Arbeiten zu Leb, "der bis dato in der bayerischen Kunstlandschaft um 1500 nur sehr vage fassbar war. Vermutlich kam es aus diesem Grund zu den unzähligen Zuschreibungen, die sich in einigen Fällen nicht haltbar erwiesen haben".

Dass es heuer nur eine Teilnehmerin bei dem Wettbewerb gab, führte Kölbl auch auf die Umstellung im Schulwesen und auf die Ganztagesbetreuung zurück. Für solche Aufgaben bleibe leider weniger Zeit. Dennoch, trotz aller Schwierigkeiten soll der Wettbewerb aufrecht beibehalten bleiben, weil jede Arbeit neue Erkenntnisse bringe.

Zuversichtlich, dass wieder mehr mitmachen ist Stadtarchivar Matthias Haupt vor allem für den wissenschaftlichen Wettbewerb zur lokalen Geschichte und Kunstgeschichte, der jetzt zum zweiten Mal läuft. "Wir haben Nachfragen von Universitäten und gute Kontakte, das läuft ganz gut."

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser