Schülerheim: Nachbarn befürchten Lärm

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Schülerheim statt Spedition heißt es auf dem Grundstück Ponschabaustraße/Bgm.-Winter-Straße frühestens 2016, solange sind im Kreishaushalt keine Mittel eingeplant.

Wasserburg - Ruhestörungen bis in die Nacht befürchten Nachbarn des geplanten Schülerheimes an der Ponschabaustaße. Einige Jahre können sie noch ruhig schlafen:

Bei den zum Teil sehr großen Sprengeln der Berufsschule an der Ponschabaustraße sind immer wieder viele Dutzend junge Leute hier in der Stadt untergebracht. Derzeit an drei Standorten: 78 Betten stehen im Schülerheim am Heisererplatz zur Verfügung, ebenfalls 78 sind es in der Ponschabaustraße in der ehemaligen Landwirtschaftsschule und noch einmal 50 im Inn-Salzach-Klinikum.

Diese Dreiteilung ist nicht ideal, deswegen plant der Landkreis neben der Berufsschule auf dem Gelände der ehemaligen Firma Müller im Unteren Burgerfeld ein Schülerheim mit rund 200 Plätzen. Was auch den Bestand der Berufsschule mit ihren überörtlich besuchten Spezialfächern sichern soll.

Nachbarn aber befürchten eine Verschärfung der Belastungen durch die Zu- und Abfahrt und die Jugendlichen selbst, die sich nicht immer an Ruhezeiten und Regeln halten. Sie wollen, zum Beispiel über eine Art Beirat, bei der Planung mit einbezogen werden.

Eigentlich hätte der 2009 erstmals angestoßene Bebauungsplan schon im Herbst fertig sein sollen, so jedenfalls Anfang 2011 die Zielsetzung. Dann aber waren wohl andere Maßnahmen dringender, denn erst jetzt ist das Gelände vermessen und aufgenommen, wird an einem Modell mit möglicher Bebauung gebastelt. Wenn dieses als Diskussionsgrundlage vorliege, so Helmut Schmid, der Baurechtler der Stadtverwaltung, dann gehe es - möglichst nach der Verabschiedung des Haushaltes, jetzt im Frühjahr - an die vorgezogene Bürgerbeteiligung.

Allerdings, so Schmid, können in der Bauleitplanung soziale Aspekte nicht aufgegriffen werden. Das müsse und werde später Thema sein. Zudem sei das Vorhaben "eher langfristig angelegt".

Wohl wahr, denn die Stadt ist zwar für den Bebauungsplan, aber nicht für den Bau zuständig, Bauherr ist der Landkreis. Und im Finanzierungsplan des Landkreises für die Jahre 2012 bis 2015 sind laut Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes, keine Investitionen für den Schülerheimbau vorgesehen. Derzeit seien viele Projekte am Laufen - darunter auch die Modernisierung der beiden Berufsschulen -, um die wolle und müsse man sich erst einmal kümmern, "mehr geht zurzeit nicht." Zumal noch nicht klar sei, was in Sachen Realschule Prien noch anstehe. Dort ist zwar momentan kein Neubau geplant, die Entwicklung ist aber nicht abzusehen.

Bis einschließlich 2015 also ist das Schülerheim kein akutes Thema. "Dann schauen wir mal, wie es um die beschränkten Mittel des Landkreises steht", so Fischer. Der versichert: "Vom Tisch ist das Schülerheim nicht."

Sylvia Hampel / Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser