Noch ein Vorschlag für Kindergarten

Rott - Kindergarten-Standort und kein Ende: In der jüngsten Sitzung des Rotter Gemeinderates kam ein neuer Vorschlag auf den Tisch. Warum den Kindergarten nicht südlich der Turnhalle bauen?

Es standen schon einige Standorte zur Auswahl. So wurden der Spielplatz in Lengdorf und die beiden freien Grundstücke in Rott-Nord für den Neubau des gemeindlichen Kindergartens vorgeschlagen, doch diese Flächen müssen verkauft werden, um einen Neubau überhaupt zu finanzieren. Schließlich brachte die CSU-Fraktion den Antrag ein, ein teures Grundstück hinter dem Feuerwehrhaus zu erwerben. Durch bisher anonyme Großspenden von insgesamt 120.000 Euro wurde der Grundstücksaufwand der Gemeinde auf das Limit gesenkt, zu dem die Gemeinde zum Kauf bereit war. Bürgermeister und Gemeinderat fanden das Grundstück von der Lage ideal, grenzt es doch an die Schule und damit die Mittagsbetreuung an.

Damit jedoch dort ein Kindergarten gebaut werden kann, muss die Fläche erschlossen werden und eine Zufahrt samt Gehweg über die Münchner Straße vom Westen her geschaffen werden.

Nun brachte Gemeinderat Hans Gilg (CSU) in der Gemeinderatssitzung einen neuen Vorschlag ein. Wenn die Zufahrt vom Westen sowieso neu geschaffen werden müsse, dann könne doch der Platz für den Neubau gleich um zirka 50 bis 80 Meter nach Westen und südlich von der Turnhalle verschoben werden. Diese Flächen seien wesentlich günstiger zu erwerben als das Grundstück hinter dem Feuerwehrhaus.

Zweiter Bürgermeister Dr.Jürgen Hüther (SPD) hatte moralische Bedenken, dass die Gemeinde Grundstückspreise kaputt mache, wenn sie dem auswärtigen Besitzer des Grundstückes hinter dem Feuerwehrhaus seine hohen Preisvorstellungen erfülle.

Die Gemeinderäte Franz Ametsbichler (CSU) und Sebastian Mühlhuber (CSU) warfen dem Bürgermeister Zeitverzögerungen vor: Zuerst kämen Vorschläge für Standorte, dann würde endlos diskutiert und wenn dann der Gemeinderat bereit wäre, dann käme ein neuer Vorschlag. Der allerdings kam von einem CSU-Fraktionskollegen.

Verzögerung oder Optimierung?

Der Dritte Bürgermeister Franz Riedl (BfR) fand, nur durch Diskussionen könne der optimale Standort gefunden werden. Max Zangerl (BfR) gab den Ball zurück und kritisierte, die CSU habe die damalige Verzögerung verursacht.

Auf Nachfrage gab Diplomingenieur Christian Eulitz vom Ingenieurbüro Möhler & Partner zu bedenken, dass hier noch geprüft werden müsse, ob für das dann freiliegende Grundstück hinter der Feuerwehr die schallschutzrechtlichen Grenzen eingehalten werden können. Schließlich liege es dann zwischen Schule, Kindergarten und Feuerwehrhaus. Er hatte vor der Sitzung die möglichen Standorte immissionsschutztechnisch untersucht, alle wären unter den Richtlinien geblieben. Der neu ins Spiel gebrachte Standort müsse noch geprüft werden.

Diplomingenieur Dr. Adrian Huber vom Grundbaulabor München hatte auch die Versickerbarkeit auf den möglichen Standorten ausgewertet. Nach dem neuen Wassergesetz müssen die Regenwasser auf dem betreffenden Grundstück versickern können oder abgeleitet werden. Hinter dem Feuerwehrhaus sei eine Versickerung möglich.

Eigentlich wollte Schaber in dieser Gemeinderatssitzung über den Standort abstimmen lassen. Doch nun soll zuerst der neue Vorschlag südlich der Turnhalle geprüft werden. Die Ergebnisse werden in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen vorgetragen und dann soll der Beschluss fallen.

Geschäftsstellenleiter Daniel Wendrock wies darauf hin, dass auf jeden Fall für die beiden Grundstücke hinter dem Feuerwehrhaus beziehungsweise südlich der Turnhalle eine komplette Bauleitplanung plus Bodenordnung passieren müsse, was mindestens ein Jahr dauere.

hri/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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