Noch zwei Tage große Kunst

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Das Kunstwerk und sein Betrachter: Bei der großen Kunstausstellung des AK 68 in Wasserburg sind Begegnungen in Muße möglich.

Wasserburg - Neuer Termin, verkürzte Zeitspanne: Die große Kunstausstellung des Arbeitskreises 68, die an diesem Wochenende zu Ende geht, hat unter diesen Veränderungen kaum gelitten.

Die riesigen Innwächter vor dem Rathaus, geschaffen durch Rudi Endriß, haben die Besucher nicht abgeschreckt. Im Gegenteil: Die großen Skulpturen aus Holz haben ihren Zweck erfüllt und die Augen der Gäste in der Stadt auf die gegenüberliegende, offene Tür des Rathauses gelenkt. An den Wochenenden kam es deshalb auch heuer zu vielen spontanen Besuchen von Touristen in der Ausstellung zeitgenössischer Kunst.

Kunstkenner, die alljährlich Stammggäste in der Präsentation des AK 68 sind, mussten sich allerdings einen neuen Termin im Kalender notieren. Wegen der Umbauarbeiten im Rathaus für den Lift musste die große Kunstausstellung vorverlegt werden - von August auf Mai/Juni. Statt fünf sind die Werke heuer nur gut drei Wochen lang im Rathaus und Ganserhaus zu sehen, noch bis einschließlich Sonntag, 6. Juni.

Gut 2000 Besucher zählt die Werkpräsentation des AK 68 in der Regel. Heuer wird diese Zahl aufgrund der verkürzten Zeit natürlich nicht erreicht, doch umgerechnet auf die Tage ist die Besucherresonanz zur Freude des AK-68-Vorsitzenden Dr. Markus Brezina, nicht zurückgegangen.

Während die meisten Gäste sich nur ein Bild über den Stand der zeitgenössischen Kultur verschaffen wollen, greifen einige auch ins Portemonnaie und erstehen das eine oder andere Werk. Prominentester Käufer: die bayerische Staatsgemäldesammlung, die zur Freude von Brezina bereits drei Bilder angekauft hat. "Für die Künstler ist dies eine große Auszeichnung", unterstreicht der Vorsitzende die Bedeutung.

Die Arbeiten werden in den Bestand der Pinakothek der Moderne aufgenommen, sind dort in der Regel jedoch nicht öffentlich zu sehen. Stattdessen finden sie sich häufig in den Amtszimmern hochrangiger Behördenvertreter oder in repräsentativen öffentlichen Räumlichkeiten wieder. Drei Gemälde aus der Ausstellung sind bisher außerdem an private Sammler verkauft worden. Auch Vertreter der Stadt Wasserburg haben schon einen Rundgang durch die Ausstellung gemacht. Die Holzplastik, die im vergangenen Jahr aufgekauft wurde, steht seitdem im Bürgermeisterzimmer.

Die Auswahl der Werke hat der AK 68 heuer bewusst weiter eingeschränkt: Die Jury suchte aus den 355 Einreichungen 96 aus - 20 weniger als in den Vorjahren. Ein bewusster Schritt hin zu noch mehr Qualität, wie Brezina betont. Außerdem will der AK 68 den einzelnen Werken mehr Platz einräumen, damit sie noch besser zur Geltung kommen. Pro Wand hängt nun in der Regel nur noch ein Bild.

Bis einschließlich Sonntag, 6. Juni, können sich die Besucher ein Bild von der Gegenwartskunst im In- und nahen Ausland machen - jeweils von 10 bis 18 Uhr im Rathaus und im Ganserhaus. Zur Ausstellung hat der Arbeitskreis auch einen Katalog aufgelegt.

Nach dem Abbau geht es für den Künstlerarbeitskreis 68 gleich weiter mit der nächsten großen Aufgabe: dem Kunstwettbewerb für den neuen Kreisel an der Köbingerbergstraße. 19 Künstler haben ihre Vorschläge eingereicht, berichtet der Vorsitzende. Die Jury tagt zum ersten Mal am 14. Juni, ab dem 19. Juni sollen die Modelle für die Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Ausstellungstätigkeit geht weiter mit einer Präsentation von Vertretern der Leipziger Kunsthochschule im Ganserhaus (ab dem 4. Juli) sowie Werkschauen von Wolfgang Flats und Jonas Münch. Ende November folgt die Mitgliederausstellung, so Brezina zum Zeitplan.

Zwischen den Veranstaltungen möchte der AK 68 außerdem den Boden im Ganserhaus erneuern. Ein Zuschuss in Höhe von 5500 Euro aus der Kulturstiftung der Sparkasse macht es möglich. 90 Quadratmeter Teppichboden im Obergeschoss des Ganserhauses, der noch aus dem Gründerjahr 1968 stammt und über den seitdem jährlich etwa 2500 Besucher gelaufen sind, werden gegen einen Holzboden ausgetauscht. Doch das Projekt ist einfacher gesagt als getan: Der Denkmalschutz spricht bei der Maßnahme ein gewichtiges Wort mit. Deshalb muss der neue Boden dem Original möglichst nahekommen. Hier lagen wahrscheinlich dunkle Tannendielen. Der neue Holzbelag soll jedoch möglichst schlicht ausfallen, damit er sich den ausgestellten Werken unterordnet. Ein Spagat zwischen Denkmalschutz und Funktionalität ist notwendig.

duc/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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