MdB Ludwig bei den Fachkräften des PUR-VITAL-Pflegezentrums

Reform der Pflegeausbildung stößt auf Widerstand

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MdB Daniela Ludwig (Mitte) mit Geschäftsführer Markus Mittermeier und Hausleiterin Hanna Zenker

Oberaudorf - Mit einer einheitlichen Ausbildung in der Kranken-, Alten- und Kinderpflege soll der Beruf der Pflegefachkraft attraktiver werden. Wie das bei den Fachkräften ankommt:

Das Ziel war gut gemeint: Mit einer einheitlichen Ausbildung in der Kranken-, Alten- und Kinderpflege soll der Beruf der Pflegefachkraft attraktiver werden. So will es die Bundesregierung. Sie hat dazu bereits einen Gesetzentwurf vorgelegt, der in der Pflegebranche und bei der Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig auf Widerstand stößt.

Der Entwurf sieht eine generalisierte Ausbildung vor und würde die spezialisierten Ausbildungssysteme in der Kranken-, Alten- und Kinderpflege abschaffen. „Dieser Gesetzentwurf ist eine Rolle rückwärts in Richtung Generalisierung, wie wir sie vor 40 Jahren hatten“, so die heimische Wahlkreisabgeordnete. „Pflegepersonal auf Kinderintensivstationen hat andere Tätigkeiten und Anforderungen als ein Altenpfleger im Umgang mit Demenzkranken. Das alles über einen Kamm zu scheren in der Ausbildung, wird nicht funktionieren.“

Im Gespräch mit der Leitung, den Fachkräften und Auszubildenden des PUR-VITAL-Pflegezentrums in Oberaudorf wurde Daniela Ludwig in ihrer Meinung voll bestätigt. „Dieser Gesetzentwurf ist ein Rückschritt“, sagte Geschäftsführer Markus Mittermeier. „Man kann doch die Anforderungen an eine Fachkraft bei der Pflege eines Menschen nach einem Schlaganfall und eines Kindes nicht unter einen Hut bringen. In allen Fällen braucht man ein spezielles Wissen. Und dieses Wissen wird durch den medizinischen Fortschritt immer umfangreicher.“

Denn gerade die Demenz nimmt zu. Im PUR–VITAL-Pflegezentrum sind 80 Prozent der Bewohner dement. Das Unternehmen hat insgesamt sechs Pflegeeinrichtungen mit 667 Betten, dazu zwei ambulante Dienste, Seniorenwohnungen mit betreutem Wohnen und eine Physio- und Ergotherapie-Praxis. „In diesen Einrichtungen bieten wir unseren Azubis eine maßgeschneiderte Ausbildung an. Alle Azubis haben eine enge Bindung an ihre Pflegeeinrichtung. Das ist uns sehr wichtig.“

Hausleiterin Hanna Zenker ist überzeugt davon, dass die generalisierte Ausbildung eine abschreckende Wirkung auf mögliche Bewerber in der Altenpflege hätte. Anders als in vielen anderen Berufen gibt es in der Ausbildung zur Pflegefachkraft viele Quereinsteiger. „Die Hälfte aller Azubis bei uns hat vorher als Pflegehelfer gearbeitet und entscheidet sich danach bewusst für eine Ausbildung in unserem Haus. Diese Beschäftigten würden niemals eine Ausbildung machen, in der sie auch in Krankenhäusern, auf Frühchen-Stationen oder Kinderintensivstationen arbeiten müssten.“

Stimmt genau, bestätigte auch die Auszubildende Kerstin Fuchshuber. „Ich habe für mich persönlich für eine Ausbildung in der Altenpflege entschieden. Ich will nicht in einem Krankenhaus arbeiten, sondern im PUR-VITAL-Pflegezentrum bleiben. Ich will auch nicht zwei andere Berufe lernen. Denn mein Beruf gefällt mir, ich war vorher 15 Jahre lang Pflegehelferin.“

Ein weiteres Argument gegen den Gesetzentwurf der Bundesregierung ist die Ortsnähe, die gerade der Beruf der Pflegefachkraft bietet. „Es gibt in fast jeder Gemeinde Pflegeeinrichtungen“, so Hanna Zenker. „Unsere Azubis wohnen im Ort. Müssten sie die generalisierte Ausbildung machen, müssten sie eine hohe örtliche Flexibilität an den Tag legen, in unterschiedlichen Einrichtungen und Krankenhäusern arbeiten. Das ist im ländlichen Raum, oft auf Grund der zu geringen Verkehrsanbindungen, nicht machbar und ein zusätzlicher Kosten- und Zeitfaktor für die Azubis.“

Daniela Ludwig will sich in Berlin mit der CSU dafür stark machen, dass der geplante Gesetzentwurf nicht realisiert wird. „Die CSU-Landesgruppe sieht den Gesetzentwurf kritisch, und ich werde dafür sorgen, dass wir uns in Parteivorstand auch noch einmal damit befassen. Denn eines ist für mich nach den Gesprächen mit Betroffenen klar: Der Gesetzentwurf verfehlt das Ziel, mehr Menschen an die Pflegeberufe heranzuführen.“

 

Pressemeldung Abgeordnetenbüro Daniela Ludwig, MdB

Quelle: rosenheim24.de

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