Drei Bebauungspläne auf dem Tisch

Obing - Mit mehreren problematischen Bauvorhaben musste sich der Obinger Gemeinderat in seiner letzten Sitzung beschäftigen.

Die Eheleute Gmeidl haben bei ihrem Hof in Albertaich zwei Nebengebäude gebaut in der Annahme, dass diese mit einer Brutto-Grundfläche von weniger als 100 Quadratmetern verfahrensfrei seien. Allerdings widersprechen diese Gebäude mit einem Pultdach der Gestaltungssatzung der Gemeinde. Mittlerweile lag im Gemeinderat eine Stellungnahme des Landwirtschaftsamtes vor, in der die landwirtschaftliche Privilegierung bestätigt wird.

In gestalterischer Hinsicht hatte sich das Kreisbauamt aber sehr negativ über die Pultdächer geäußert. Der Gemeinderat beschloss, dass jeweils an der Nordseite der Gebäude ein Gegendach mit einer Sparrenlänge von 3,23 Metern anzubauen ist. Die Dachneigung wurde entsprechend der Gestaltungssatzung auf höchstens 30 Grad festgesetzt.

Eine Änderung des Bebauungsplans "Obing Süd-West", von der BayWa beantragt, war bereits Thema von mehreren Sitzungen. Im März hatte es einen Beschluss gegeben, woraufhin die BayWa den Entwurf so abänderte, dass nun nur mehr drei Bauparzellen vorgesehen sind. Außerdem teilte die BayWa mit, dass sie für ihr gewerblich genutztes Grundstück von der Bahn kein Geh- und Fahrtrecht besitze, sodass eine rechtlich gesicherte Zufahrt eigentlich nur von der Poststraße aus bestehe. Die BayWa bat nun um die grundsätzliche Zustimmung zur Bebauungsplanänderung, mit der Bereitschaft ein Lärmschutzgutachten in Auftrag zu geben, wenn es notwendig sei.

Im Gemeinderat kamen jedoch erhebliche Bedenken über das Vorhaben auf, was ausführliche Diskussionen nach sich zog. Laut Verwaltung hätte dem Entwurf grundsätzlich zugestimmt werden können, wenn bei den Garagen die üblichen Abstände von fünf Metern zur Straße und ein Mindestabstand von einem Meter zur Nachbargrenze eingehalten werden. Außerdem sei ein Lärmschutzgutachten aufgrund der Nähe zum Gewerbegebiet unverzichtbar.

Dem wollte die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder so nicht zustimmen. Vor allem Franziska Mayer, Martin Maier, Richard Mitterer (alle CSU) Hans Mayer und Sepp Stettwieser (Bürgerliste) und Korbinian Stettwieser (PAO) sahen darin ein Stückwerk und wollten sich mit einer Zustimmung nicht in Abhängigkeiten bringen.

Bedenken über das Ausmaß der Konsequenzen einer vorschnellen Zustimmung regte sich auch in der Fraktion der Freien Wähler. Zum einen wegen der Zufahrt über die Bahnhofs- und Poststraße, die ohnehin überlastet und für den dann aufkommenden Verkehr nicht ausgelegt seien. Zum anderen kritisierten die Räte die geplante Straßenbreite der neuen Zufahrt von der Poststraße auf das Gelände als zu schmal und keinesfalls für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen geeignet. Das werfe auch im Hinblick auf Halle, deren weitere Nutzung noch offen sei, viele Fragen auf. Außerdem sind nach Meinung des Gremiums ein Gesamtkonzept für das BayWa-Gelände ab der Bahnlinie notwendig und ein Lärmschutzgutachten unumgänglich. Dem Antrag von Franz Pürner auf Zurückstellung des Antrags bis zur Klärung der offenen Fragen mit der BayWa wurde schließlich zugestimmt.

Auch der Bebauungsplan "Pfaffing - An der Schalkhamer Straße" beschäftigte das Gremium. Bürgermeister Hans Thurner berichtete über ein Gespräch im Landratsamt Traunstein. Demnach sei im Hinblick auf die geplante Abstufung der Kreisstraße 8 nach dem Bau der Ortsumfahrung die Möglichkeit gegeben, hier die Bauverbotszone zu verringern und eine neue Straßeneinmündung zu bauen. Empfohlen wurde ein Lärmgutachten, aktive Lärmschutzmaßnahmen könnten notwenig sein.

Dem Gemeinderat war wichtig, dass die Fahrverbotszone verlängert und kein Wendehammer, sondern eine Zufahrt zur Kreisstraße 8 errichtet wird. Außerdem sollte der im Vorentwurf geplante Dreispänner mit Option auf Doppelhausbebauung oder Einzelgrundstücken versehen werden und die Firstrichtung sollte freigelassen werden, um auch die Nutzung von regenerativen Energien und andere Baustile zu ermöglichen. Daher beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, ein Lärmschutzgutachten in Auftrag zu geben und die obengenannten Änderungen in den Entwurf des Architekturbüros Zeller einzuarbeiten.

Im Bebauungsplan "Dorfzentrum Obing-Süd" sollte für die Bauvorhaben Kleiner und Ober/Schausbreitner eine Änderung erfolgten, um die Gehwegflächen entlang der Straßen "Reiterberg" und "Am Schlossberg" zu sichern. Aufgrund einer Vorsprache von Hans Schausbreitner wurde das Änderungsverfahren gestoppt. Zwischenzeitlich wurde das Grundstück an Konstatin Kleiner und Ober/Schausbreitner verkauft, die ihre Planungen der Verwaltung vorstellten. Demnach soll das Grundstück geteilt werden. Die westliche Parzelle soll von Ober/Schausbreitner mit einem Wohnhaus mit Garage bebaut werden. Die Werkstatt auf der östlichen Seite will Konstantin Kleiner als Zimmerei nutzen. Das Holzlager soll abgerissen und stattdessen ein neues Holzlager mit Büro errichtet werden. Garage und Holzlager sollen an der Grenze zusammengebaut werden.

Aufgrund der Nähe der Wohnbebauung zur Zimmerei soll ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben werden. Um die Möglichkeit für die Verbreiterung der Straße und den Bau eines Gehwegs im Bereich "Reiterberg" und "Am Schlossberg" offenzuhalten, wurde im Bebauungsplan links und rechts ein etwa zwei Meter breiter Streifen bereits dargestellt. Die Kosten für das Immissionsschutzgutachten sind von den Grundstückseigentümern zu tragen. Die Kosten für die Bebauungsplanänderung sollen mit der Gemeinde gedrittelt werden.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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