Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vor Ort

Spatenstich für Obinger Ortsumfahrung - Grüne demonstrieren

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Die bestehende Verkehrssituation in der Ortsdurchfahrt Obing

Obing - Für den Ort ist es ein Jahrhundert-Projekt – heute geht es los. Am Nachmittag ist der offizielle Spatenstich zur Ortsumfahrung. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt persönlich wird dazu vor Ort sein. 

Am Montag hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Rahmen eines Festaktes gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger Dr. Peter Ramsauer und zahlreichen weiteren Festgästen den symbolischen ersten Spatenstich für den Beginn der Ortsumgehung Obing gesetzt, für die seit dem 24. April vollziehbares Baurecht besteht.

Dieser Spatenstich ist nach dem Baubeginn in Altenmarkt vor drei Monaten ein weiteres positives Signal für die Region und besonders auch für die Bürger von Obing, die in großer Mehrheit die geplante Ortsumgehung unterstützen, nachdem auch dort die Verkehrsverhältnisse in der Ortsdurchfahrt zunehmend unerträglich werden.

Der Bund investiert rund 13,5 Millionen Euro in die 4,7 Kilometer lange Ortsumgehung. "Wir setzen unser Upgrade für die Infrastruktur auch 2017 fort", erklärt der Bundesverkehrsminister dazu. "Heute ist ein historischer Tag für Obing. Wir verlagern den gesamten Durchgangsverkehr vom Ortskern auf die Umgehungsstraße." Künftig fahren täglich mehr als 9.000 Fahrzeuge nicht mehr durch den Ort, sondern drum herum. Für die Anwohner bedeutet das weniger Lärm weniger Abgase und damit mehr Lebensqualität, für die Verkehrsteilnehmer ein schnelleres Vorankommen und einen besseren Verkehrsfluss.

Die B 304 ist eine wichtige Verkehrsachse in Oberbayern, sie verläuft von Dachau durch München, Traunstein bis nach Freilassing. Als Verbindung zwischen Bayern und Österreich und Autobahnzubringer zur A 94 und A 8 ist die Bundesstraße von großer Bedeutung für den Berufs-, Wirtschafts- und Tourismusverkehr.

Verlauf der Ortsumgehung Obing

Der symbolische erste Spatenstich erfolgte an der Kreuzung der Gemeindeverbindungsstraße Pfaffing-Stöttwies („Honauer Straße“) mit der Herzogstraße. Dort wird eine Baustellenumfahrung hergestellt, damit die neue Brücke für die B304 gebaut werden kann. Die Gemeindeverbindungsstraße Pfaffing-Stöttwies wird im Kreuzungsbereich abgesenkt und die B304 künftig überführt.

Die Baustellenumfahrung ist auch notwendig, um dort Spartenverlegungen durchführen zu können und während der Baumaßnahme für die Brücke den Verkehr auf der Gemeindeverbindungsstraße aufrecht zu erhalten.

"Vertriebene" Tiere erhalten Ersatzfläche

Den Auftrag für die Baustellenumfahrung hat die Firma Hogger aus Kienberg erhalten. Der Bau der Brücke beginnt heuer im Herbst. Der gleichzeitige Bau der Ortsumgehung Obing und des ersten Bauabschnittes der Ortsumgehung Altenmarkt ermöglicht es, dass in Obing ein Großteil des beim Ausbruch des Aubergtunnels angefallenen Ausbruchsmaterials wieder wirtschaftlich und kostengünstig eingebaut werden kann. 

Im Vorfeld dieser Baumaßnahme wurde bereits mit der Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen begonnen. Die Konzentration liegt dabei vorerst auf den artenschutzrechtlich erforderlichen vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen, den sog. „CEF-Maßnahmen“ („continuous ecological function“).

So wurde bereits im Frühjahr dieses Jahres zwischen Pfaffing und Schalkham eine zwei Hektar große Fläche als Ausgleich für den Lebensraumverlust von Fledermäusen, Waldvögeln und Amphibien aufgeforstet; im August beginnt nördlich der Herzogstraße die Herstellung eines Wiesenbrüterhabitats durch Extensivierung und Wiedervernässung einer drei Hektar großen Wiesenfläche. Zusätzlich werden noch eine Hecke als Leitstruktur für Fledermäuse gepflanzt und eine Ausgleichsfläche für Zauneidechsen angelegt.

Insgesamt knapp 20 Hektar Grund benötigt

Diese vorgezogenen Ausgleichsflächen müssen bereits ein bzw. zwei Jahre vor Beginn der Straßenbauarbeiten realisiert werden, um bei Baubeginn wirksam zu sein und so die ökologische Funktion der beanspruchten Lebensräume im räumlichen Zusammenhang dauerhaft zu wahren. Aufgrund des vorgeschriebenen zeitlichen Vorlaufs sind dies wichtige Maßnahmen, um den eigentlichen Bau der Ortsumgehung Obing nicht zu verzögern. 

Bei dem Brückenbauwerk handelt es sich um einen punktuellen Eingriff, der im Gegensatz zum Streckenbau nicht der Maßgabe unterliegt, dass mit dem Bau erst nach einer vorgeschriebenen Zeit nach Realisierung der CEF-Maßnahmen begonnen werden darf.

Breite Unterstützung der Bürger für die OU Obing

Für die Ortsumgehung Obing werden einschließlich der erforderlichen Ausgleichsflächen insgesamt knapp 20 Hektar Grund benötigt. Ziel ist es selbstverständlich, mit allen Grundstücksbetroffenen möglichst einvernehmliche Lösungen mit bestmöglichem Ausgleich der unterschiedlichen Interessen und der unvermeidlichen Eingriffe zu finden.

Verhandlungen mit Grundstückseigentümern 

Nachdem von der Ortsumgehung Obing fast 50 Grundeigentümer sowie zusätzlich auch viele Pächter betroffen sind, ist es nachvollziehbar, dass nicht mit allen Grundstückseigentümern gleichzeitig verhandelt werden kann. Wir gehen daher bei der Abarbeitung der Grunderwerbsgespräche auf Grund der Sachzwänge in folgender zeitlicher Reihenfolge vor:

Erste Priorität hatten bei uns bislang die Flächen, auf denen wir nach den Maßgaben des Planfeststellungsbeschlusses die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen mit einem zeitlichen Vorlauf vor Beginn der eigentlichen Hauptarbeiten erstellen müssen.

Als nächstes haben wir uns auf die Grundstücksflächen konzentriert, die im Bereich der Gemeindeverbindungsstraße Pfaffing – Stöttwies liegen, wo der Spatenstich für die Baustellenumfahrung stattfindet und die Brücke gebaut wird. Für diese Maßnahme gelten die Auflagen des Planfeststellungsbeschlusses bezüglich des zeitlichen Vorlaufes von Ausgleichsflächen nicht, da es sich hierbei um einen „punktuellen Eingriff“ handelt.

Die bestehende Verkehrssituation in der Ortsdurchfahrt Obing

Mit der eigentlichen Hauptstrecke der neuen B304 wird erst Mitte 2018 begonnen. Aus diesem Grund erfolgen die Gespräche mit den dort betroffenen Grundstückseigentümern im nächsten Schritt. Über dieses zeitlich gestaffelte Vorgehen haben wir die betroffenen Eigentümer bereits schriftlich informiert.

Der feierliche Baubeginn für die OU Obing ist für die gesamte Region ein weiterer wichtiger Mei- lenstein zur Verbesserung der Infrastruktur. Wir rechnen mit der Fertigstellung der Gesamtmaßnahme und der Verkehrsfreigabe im Jahr 2020.

Pressemitteilung Staatliches Bauamt Traunstein

Proteste gegen Dobrindt geplant

Ganz ohne Proteste wird der Spatenstich in Obing übrigens nicht ablaufen: Dort gibt es heute eine Demonstration, wie die Bayernwelle berichtet. Sie richtet sich allerdings nicht gegen den Bau der Umfahrung. Stattdessen geht es um den Diesel-Skandal bei den Autobauern.

Die Grünen demonstrieren zusammen mit dem Bund Naturschutz und anderen Umweltschutzverbänden. Sie sind der Meinung, dass der Verkehrsminister Dobrindt weiter auf Seiten der Autokonzerne steht und Millionen von Menschen mit ihren Problemen alleine lässt. Diesel-Fahrzeugbesitzer werden wohl keine Entschädigung für den Wertverlust ihrer Fahrzeuge bekommen, befürchten die Grünen. Sie fordern von Dobrindt, dass er die Tricksereien der Automobil-Industrie endlich beendet.

Quelle: chiemgau24.de

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