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Hochwasser im Landkreis Mühldorf

Obinger See tritt nach Starkregen erneut über die Ufer - Isentalstraße bei Mühldorf gesperrt

Nach den Regengüssen der vergangenen Tage zeigt der Obinger See seine schwache Seite: Der Abfluss funktioniert nicht gut genug.
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Nach den Regengüssen der vergangenen Tage zeigt der Obinger See seine schwache Seite: Der Abfluss funktioniert nicht gut genug.

„Land unter“ hieß es in einigen Ortsbereichen der Gemeinde Obing nach den starken Regenfällen zwischen Samstag und Montag. „Etwa 130 Liter pro Quadratmeter kamen in den drei Tage runter“, schätzt Bürgermeister Josef Huber. Die Folge: Der Obinger See trat auch dieses Mal über die Ufer.

Obing – Zum Glück sei der Niederschlag nicht so stark gewesen wie noch im Juli, aber es hätten auch jetzt wieder einige Keller ausgepumpt werden müssen.

Am Samstagmittag sei der Niederschlag nach schwerem Gewitterregen vor allem als Oberflächenwasser von Frabertsham in Richtung Obing gelaufen und habe sich dann vor Obing in den Bächen gesammelt. Sonntag hätte sich das Wetter dann etwas beruhigt und am Montag sei es wieder losgegangen.

Feuerwehrleute im Einsatz: Sie schützen am Obinger See die Anwohner davor, dass sie Hab und Gut nicht verlieren.

Hochwasserschutz bleibt Thema im Gemeinderat

Huber berichtet, dass man am Seeauslauf das Wasser mit Pumpen über die Straße geleitet habe. Diese Maßnahme hätte dann wieder Auswirkungen auf die Unterlieger gehabt, macht er deutlich. „Das müssten wir aber künftig in den Griff kriegen“, bleibt das Gemeindeoberhaupt optimistisch.

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Schon vor Jahren hat die Gemeinde ein Hochwasserschutzkonzept in Auftrag gegeben. Umgesetzt wurde noch wenig, weil die vorgeschlagenen Maßnahmen aus Sicht der Verantwortlichen die Problematik nur verlagern, aus naturschutzrechtlichen Gesichtspunkten und den zu erwartenden Auswirkungen auf die Oberflächenentwässerung bis Altenmarkt bedenklich oder technisch und finanziell zu aufwendig sind. Huber will das Thema im Gemeinderat nun weiter besprechen.

„Letztendlich ist der Obinger See Endpunkt aller angedachten Maßnahmen und damit wird die Problemlösung nicht einfacher“, sagte der Bürgermeister bereits Anfang des Monats gegenüber unserer Heimatzeitung. Die Gemeinde habe einen großen Spagat zu meistern. Sie solle Hochwasserschutz vorantreiben, aber Natur- und Gewässerschutz berücksichtigen und die Auswirkungen nicht auf andere verlagern.

Lesen Sie auch: Nachverdichtung ja, doch das Ortsbild am Obinger See soll nicht leiden

Peter Witt von der Interessensgemeinschaft Hochwasserschutz Obing (IHO) ärgert sich noch heute, dass beim Bau der Umgehungsstraße nicht gleich ein größeres Rohr am Seebach eingebaut wurde. „Wir hatten das im Gemeinderat beantragt, aber es wurde abgelehnt“, erinnert Witt, „Da hätten wir doch tatsächlich die einmalige Chance gehabt, den Seespiegel im Notfall um ein etliches senken können. Das hätte enorm viel gebracht“, glaubt er.

Das Abpumpen durch Feuerwehrleute sieht er hingegen sehr kritisch. „Es kann doch wohl nicht sein, dass wir bei jedem Hochwasser immer die Rettungskräfte der Feuerwehr rufen müssen“, klagt er und führt weiter aus: „Das bringt im Höchstfall ein paar Zentimeter beim Wasserstand.“ Witt hat zudem ein Video über die Hochwasserlage auf youtube eingestellt.

Mit blauem Auge davongekommen

Obings Feuerwehrkommandant Manfred Kronast rechnet vor: „25 Feuerwehrler waren am See bei der Pumpaktion im Einsatz. Die Kollegen kamen jedoch nicht aus Obing, sondern von verschiedenen Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis. Sie wurden von der Kreisbrandinspektion eingesetzt und haben etwa 5 bis 6 Stunden abgepumpt“, so Kronast weiter.

„Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen“, bewertet er die Lage von Samstag bis Montag. 10 bis 12 vollgelaufene Keller, Überflutungen inner- und außerorts sowie die Aufstellung von Barrieren aus Sandsäcken waren zu bewältigen.

Aktuell ist die Isentalstraße im Landkreis Mühldorf wg. Hochwasser gesperrt.

Regenfälle führen zu Sperrung der Isentalstraße

Die starken Regenfälle führen aktuell zu Behinderungen im Landkreis Mühldorf. So hat die Straßenmeisterei die Isentalstraße wegen Überflutung gesperrt. Zwischen Ziegelsham und dem Kreisel bei Schwindegg stand das Wasser so hoch auf der Straße, dass es kein Durchkommen gab.

Am Vormittag musste die Feuerwehr Schwindegg ein Auto bei Walkersaich aus den Fluten ziehen. Wie Kommandant Simon Hendrych sagte, ist fuhr die Frau trotz der Sperrung auf eine Verbindungsstraße bei Walkersaich und blieb stecken.

„Wir haben diesmal Glück gehabt“, kommentiert Albachings Bürgermeister Rudolf Schreyer die Lage.

Rückhaltebecken Kaltenecker Moos reicht aus

Beinahe idyllisch mutet die Wolkenspiegelung auf dem durch Starkregen entstandenen See im Kaltenecker Moos an – wäre die Lage in Albaching nicht fast wieder sehr ernst geworden. „Wir haben diesmal Glück gehabt“, kommentiert Bürgermeister Rudolf Schreyer die Lage. „Das Rückhaltebecken hat gut funktioniert“, berichtet er erleichtert.

Er sei froh, dass durch die Flurneuordnung in seiner Gemeinde Überflutungsflächen in der Natur geschaffen wurden. Noch stehe aber unter mancher Brücke der Gemeinde das Wasser bis auf 20 Zentimeter an. „Man sieht, dass wir knapp an Warnstufe rot vorbeigekommen sind.“

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