"Riesenfortschritt" für Ortsumfahrung

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Der Lageplan zeigt die für die Planfeststellungsverfahren vorgesehene Trasse in Rot mit den Abständen zur Bebauung, in Orange die Trasse des Vorentwurfs aus dem Jahr 2011. Die blau gestrichelte Linie ist die im Flächennutzungsplan vorgesehene Trasse.

Obing - Der Obinger Gemeinderat war sich einig: Der Verlauft der zukünftigen Ortsumgehungsstraße stelle eine große Verbesserung gegenüber allen bisher angedachten Trassen dar.

Der neu geplante Verlauf der zukünftigen Ortsumgehungsstraße stellt eine große Verbesserung gegenüber allen bisher angedachten Trassen dar - das war die Grundstimmung im Obinger Gemeinderat nach der Vorstellung der Trassenoptimierung durch Planer Stefan Lehner und Straßenbauamtsleiter Seban König.

Die meisten Gemeinderäte wollten nun auch den Plan des Straßenbauamts per Beschluss unterstützen. Die Abstimmung darüber ist erst in der nächsten Sitzung - zuvor kommt die Bürgerversammlung für die Obinger am 9. März, auf der die geplante Trasse ebenfalls vorgestellt wird und die Bürger die Möglichkeit haben Vorschläge einzubringen.

Bauamtsleiter Seban König bemühte sich klarzumachen, dass weitere Änderungen kaum noch möglich sind, ohne die Realisierung des Projektes Ortsumfahrung Obing zu gefährden. Jeder Wunsch der Bürger koste Geld, war König überzeugt, die Aufgabe des Straßenbauamts sei aber, unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben höchste Wirtschaftlichkeit der Baumaßnahme zu garantieren. Ansonsten könne bei einer mit Sicherheit zu erwartenden Neubewertung des Projektes im Bundesverkehrsministerium die Kosten-Nutzen-Rechnung so schlecht ausfallen, dass das Vorhaben wieder zurückgestellt werde.

Planer Stefan Lehner erläuterte die Veränderungen, die er an Straßenverlauf und -gestaltung der Ortsumgehungsstraße gegenüber dem bisherigen Vorentwurf vorgenommen hatte. Es sei gelungen, so betonte er, die Straße in allen Abschnitten von der bestehenden Bebauung abzurücken. In Rumersham seien es 25 Meter mehr Abstand zu den Häusern als im Vorentwurf des vergangenen Sommers, in Pfaffing durchschnittlich 60 Meter. Das der Umgehungsstraße nächstgelegene Haus in Pfaffing sei nun immerhin 329 Meter entfernt. Auch bei Jepolding habe man den Abstand zur Straße um 38 Meter erhöhen können, sei mit 178 Metern aber immer noch näher dran, als in den anderen Bereichen.

Auch dem großen Wunsch der Obinger, die Straße nicht auf einem hohen Damm verlaufen zu lassen, sei man weitgehend entgegengekommen, erklärte Stefan Lehner, die Durchschnitts-Dammhöhe sei nun 1,80 Meter, nicht mehr 3,50 Meter, die höchste Stelle nicht mehr sechs Meter, sondern vier Meter. Vor allem aber habe man auf die hohen Überführungsbauwerke verzichtet - es ist nun vorgesehen, die Kreisstraße aus Kienberg, die Straße nach Honau und die Schalkhamer Straße unter dem neuen Bundesstraßenabschnitt hindurchzuführen.

Die Gemeinderäte sahen in der neuen Planung tatsächlich einen "Riesenfortschritt". Richard Mitterer betonte, es habe sich rentiert, dass Gemeinderat und Straßenbauamt über die problematischen Punkte geredet habe.

Warum allerdings die Dammhöhe gerade bei dem relativ nah an der Umgehungsstraße gelegenen Jepolding nicht reduziert werden konnte, beschäftigte sowohl Gemeinderäte als auch die zahlreich erschienenen Zuhörer, deren Fragen Bürgermeister Hans Thurner ebenfalls zuließ. Planer Stefan Lehner machte klar, dass aus Kostengründen eine Tieferlegung beziehungsweise Einschneidung der Straße auch bei Jepolding nicht in Frage käme: "Das ist nicht verhandelbar."

Gemeinderat Korbinian Stettwieser mahnte erneut an, Verbesserungen für die Verkehrssicherheit der Fußgänger in Rumersham in die Planungen einzubeziehen. Mit der Ortsumfahrung werde die Situation an der dortigen Schulbushaltestelle noch gefährlicher, denn der Verkehr werde zunehmen und es werde schneller gefahren werden. Planer Stefan Lehner sah hier keine Aufgabe für sich - es gehe um einen Missstand, der bereits heute existiere und jetzt in erster Linie durch die Verkehrsbehörde gelöst werden müsse.

Auf Nachfrage von Gemeinderätin Fanny Mayer kündigten die Vertreter des Staatlichen Bauamts Traunstein an, die genauen Anbindungen und Zufahrten an der Umgehungsstraße gelegenen landwirtschaftlichen Grundstücken würden im Planfeststellungsverfahren festgelegt.

igr/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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