Fall Penzinger See: „Aus den Socken gehauen“

Babensham - Über die gescheiterten Verhandlungen mit Franz Voggenauer, dem Besitzer des Penzinger Sees, informierte Bürgermeister Josef Huber die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung.

Voggenauer habe beabsichtigt, aus gesundheitlichen und familiären Gründen den Badebetrieb am Penzinger See nicht mehr zu übernehmen. Als letzte Option sollte der Steuerzahler, sprich die Gemeinde Babensham einspringen. Andere Lösungen hatten sich entgegen Voggenauers Vorstellungen, der im Herbst letzten Jahres von zahlreichen interessierten Investoren gesprochen habe, nicht ergeben.

Im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung im April hatte der Gemeinderat beschlossen, wenn möglich zusammen mit der Stadt Wasserburg und dem Landkreis Rosenheim den See und einen Teil des Parkplatzes und der Liegewiese zu kaufen. Man rang sich dazu durch, für das Objekt eine Summe von 550.000 Euro auf den Tisch zu legen. Die Babenshamer wollten für etwa 40 Prozent dieser Summe aufkommen.

„Aus den Socken gehauen“

Huber erklärte nun dem Gemeinderat, dass er zusammen mit Kämmerer Josef Schmid Franz Voggenauer dieses Angebot unterbreitet habe und dass man sich mündlich darauf geeinigt habe. Dieses Kaufangebot hätte bis 6. Juni gelten sollen. Bis dahin wollte man das Thema mit den Wasserburgern und dem Kreisrat klären.

"Buchstäblich aus den Socken gehauen hat es es mich dann", so Huber, als beim vereinbarten Notartermin in Wasserburg Voggenauers Makler Werner Nieder kompromisslos die Forderung stellte, ein Verkauf komme nur für das Ganze infrage, nämlich für Gastwirtschaft, See, Badewiese, Parkplatz, zusätzlich einer Baurechtregelung für die gesamte Hofstatt und sonstige Grundstücke. Kosten für die Allgemeinheit: 1,5 Millionen Euro.

Ganz eigenartig sei das Verhalten von Voggenauer gewesen, der die ganze Zeit nur stumm wie ein Fisch dagesessen sei. "Dieser Freibrief war nicht zu verantworten", sagte Huber. So sei er unverrichteter Dinge und äußerst verärgert abgezogen.

Frust im Gemeinderat über den Verlauf

Auch die Gemeinderäte zeigten sich ziemlich frustriert über diesen Verhandlungsverlauf und dieses Ergebnis, hatte man doch mit einer Summe von über 200.000 Euro an Kosten für die Gemeinde die Schmerzgrenze eigentlich überschritten. Für den Bade- und Schwimmliebhaber hat sich in der diesjährigen Badesaison bislang nichts geändert. Der Betrieb läuft derzeit wie gehabt - nur der Sprungturm ist gesperrt. mjo

Quelle: rosenheim24.de

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