Peterskirche: Ein rundes Kleinod

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Zurzeit laufen die Sanierungsarbeiten an Fundamenten, Dachkonstruktion und Kuppel der Peterskirche Berg bei Au.

Gars - Einer aufwendigen Sanierung muss die Peterskirche in Berg bei Au unterzogen werden. Die Gemeinde gewährte dafür jetzt 10.000 Euro Zuschuss.

Dekan Pater Ulrich Bednara hatte als Vorstand des Vereins "Freunde des Peterskirchleins e.V." den Antrag gestellt. Der Gemeinderat gewährte 10.000 Euro, die Auszahlung kann allerdings erst 2011 erfolgen.

Das architektonische Kleinod ist eine der drei barocken Rundkirchen Bayerns und wurde Anfang des 17. Jahrhunderts als Nachfolgerin einer gotischen Kirche errichtet. Mitte des 18. Jahrhunderts erhielt das Bauwerk dann durch den Westturm und die Rokokofassade das heutige Aussehen.

Im Zuge der Säkularisation des Klosters Au 1803 sollte das Kirchlein abgerissen werden, wurde aber vom Stiftsdekan ersteigert und den Maierbauern von Berg geschenkt. Diese hatten zunächst vom Staat die Auflage, das Gebäude ausschließlich landwirtschaftlich zu nutzen. Doch bereits 30 Jahre später durften wieder Gottesdienste abgehalten werden.

1959 schenkten die Landwirte das barocke Kleinod dann dem Verein "Freunde des Peterskirchleins e.V.", der ein Jahr später mit enormer Eigenleistung und vielen Spenden eine umfassende Dach- und Innensanierung durchführen ließ. Die barocke Innenausstattung mit Altar und Kanzel war durch Feuchtigkeit jedoch irreparabel zerstört. Vorsitzender des Vereins ist laut Satzung der jeweils amtierende Pfarrer, Zweiter Vorstand der Bürgermeister.

In den Achtzigern wurde die teils durch den Hagel beschädigte Turmkuppel erneuert, die Fassade erhielt wieder ihre ursprüngliche Bemalung. Jetzt steht eine Generalsanierung an, weil in der Grundsubstanz gravierende Schäden vorhanden sind: Durch das Fundament dringt vom Hang her Feuchtigkeit ein, Kuppel und die Wände weisen deutliche Risse auf, die Dachkonstruktion ist schadhaft. Ein Konzept dazu wurde erstellt, die Arbeiten laufen bereits einige Zeit.

Zu den Sanierungskosten von rund 450.000 Euro, zu denen auch eine Sicherung der Fundamente und eine Verstärkung der Kuppel mit einem Stahlring gehört, gibt es Zuschüsse in Höhe von 80 bis 90 Prozent, die allerdings erst zeitverzögert eintreffen. Die Eigenmittel des Vereins sind inzwischen aufgebraucht. Der Antrag an die Gemeinde umfasst 2,5 Prozent der Sanierungskosten, das Landratsamt signalisierte im Hinblick auf die Mehrkosten zum Denkmalschutz den gleichen Betrag.

Der Verein der Freunde des Peterskirchleins hofft nun, dass das Kleinod mit seinen rund 60 Sitzplätzen schon bald wieder für Gottesdienste, Maiandachten und besondere kirchliche Ereignisse zur Verfügung steht.

ba/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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