Helfen die neuen Corona-Lockerungen den heimischen Gastronomen?

Lore Luger vom Gut Forsting: "Langsam kehren die Stammgäste zurück"

Brauereigasthof Gut Forsting
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"Wir hatten Existenzängste!" - Lore Luger vom Brauereigasthof Gut Forsting ist froh, dass langsam die Stammgäste zurückkommen.

Pfaffing - Weitere Corona-Lockerungen hat am Dienstag Ministerpräsident Markus Söder bekanntgegeben - Lockerungen, die auch die Gastronomie betreffen. Helfen Sie den angeschlagenen Wirtinnen und Wirten? Wir haben im Brauereigasthof Gut Forsting nachgefragt:

Seit Mittwoch sind Treffen von zehn Personen aus verschiedenen Haushalten im öffentlichen Raum erlaubt und ab Montag, 22. Juni, dürfen Gastronomen nicht wie bisher bis um 22 Uhr öffnen, sondern eine Stunde länger, bis 23 Uhr. Dies sind zwei von mehreren Corona-Lockerungen, die Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag bekannt gab.


Helfen diese Lockerungen den schon angeschlagenen Gastronomen? 

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband begrüßt die Lockerungen, „den Lockerungen müssen jedoch noch viele weitere folgen“, so Angela Inselkammer, Präsidentin des Verbandes. Ähnlich formuliert dies auch Lore Luger vom Brauereigasthof Gut Forsting. Wir haben mit ihr gesprochen:

Frau Luger, sind die neuen Corona-Lockerungen hilfreich für die Gastronomie?


Lore Luger mit ihrem Mann Robert vom Brauereigasthof Gut Forsting.

Luger: Nach der langen Kontaktsperre in der Corona-Zeit sind die Leute nun gerne wieder in Gesellschaft mit Freunden. Die Lockerungen verhelfen uns zur leichteren Handhabung, da sich bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten in einem öffentlichen Raum aufhalten dürfen und die Zwei-Haushalte-Regel aufgehoben ist.
Die Ausdehnung der Öffnungszeiten auf 23 Uhr ist eine positive Entwicklung, gerade bei schönem Wetter bietet es eine willkommene Abwechslung zu den eigenen vier Wänden. Terrasse und Biergarten erfreuen sich größerer Beliebtheit als die Innenräume. Für viele gelten diese fälschlicherweise nach wie vor als Infektionsquelle. Jedoch halten wir die Hygieneanordnungen vorschriftlich ein, damit kein Ansteckungsrisiko aufkommt.
Die Maskenpflicht bleibt weiterhin ein Handicap für Mitarbeiter und Gäste. Leider ist durch die Maskenpflicht die Leichtigkeit sowie die „bayerische Gemütlichkeit“ verloren gegangen.

Wie reagierten Besucher auf die bisherigen Maßnahmen?

Luger: Die Leute sind vernünftig, es gab bisher keine Beschwerden über die Registrierungspflicht und auch die Maskenhandhabung wird bei den Gästen eingehalten und auch wir achten auf die richtige Handhabung. 

Wie war die Zeit im Corona-Lockdown? 

Luger: Zuvor waren wir ein gut gehendes Unternehmen, das wir uns über Jahrzehnte aufgebaut haben. Doch durch die Anordnungen mussten wir den Betrieb komplett runterfahren. Durch die zweimonatige Schließung erlitten wir einen finanziellen Verlust, der dieses Jahr nicht mehr ausgeglichen werden kann.
Auch alle größeren Veranstaltungen, wie Hochzeiten oder Geburtstage sind bereits storniert, somit fallen zusätzliche Einnahmen zum normalen Betrieb weg. Doch als Pächter brauchen wir zum Überleben einen bestimmten Grundumsatz. Stundungen der Umsatzsteuer helfen im Moment weiter, holen einen aber wieder ein, da diese zeitnah nachbezahlt werden müssen. Die Soforthilfe ist wunderbar, aber der Betrieb musste von heute auf morgen schließen und die laufenden Kosten fallen trotz fehlenden Umsatzes weiter an.
Emotional war es für uns absolut keine gute Zeit, wir hatten Existenzängste und wussten nicht, wie es weiter gehen soll und stellten uns auch die Frage: Wie ist das Ausgehverhalten der Leute nach den ersten Lockerungen?
Wie man merkt, bleiben Besucheranstürme aus. Mögliche Faktoren dafür sind zum einen die vermutliche Infektionsgefahr, vor allem bei den älteren Leuten. Zum anderen sind viele von der Kurzarbeit betroffen und somit fällt die Freizeitgestaltung anders aus. Außerdem haben sich viele Leute Luxusgüter - wie beispielsweise ein neues Rad - besorgt, um sich die Corona-Zeit zu verschönern und haben daran Gefallen gefunden. Ein weiterer Faktor ist auch, dass sich damit abgefunden wurde, zuhause zu bleiben und es fiel auf, dass das eine günstigere Alternative ist, als auswärts Essen zu gehen.
Doch langsam vernehmen wir eine positive Resonanz, da viele Stammgäste zurückkehren.
 

Was ist im Brauereigasthof Gut Forsting momentan alles möglich?

Luger: Neben den Gasträumen haben wir einen wunderschönen Biergarten und eine Gartenterrasse mit Pavillon, in dem die Abstandsregelungen und Hygienevorschriften gewährleistet sind. Passend zu den Lockerungen gibt es bei uns eine Lavagrillstation, die von bis zu neun Personen genutzt werden kann. Und natürlich bieten wir auch Essen zum Mitnehmen an.

Interview: Julia Blinninger

Quelle: rosenheim24.de

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