Null Lohnerhöhung? Alpenhain-Arbeiter im Streik

+
  • schließen

Pfaffing - "Ein Schlag ins Gesicht" für die Alpenhain-Belegschaft: Zuerst wollte der Betrieb nur das Weihnachtsgeld kürzen, dann auch die Lohnerhöhung streichen. Nun kontern die Arbeiter.

Es war wohl schon so etwas wie Gewohnheitsrecht. Auch wenn für die Alpenhain-Arbeiter seit 1992 kein Tarifvertrag mehr gilt, zahlte das Unternehmen die dementsprechenden Lohnerhöhungen trotzdem Jahr für Jahr. Nun soll plötzlich damit Schluss sein: Kein Lohnplus für die Pfaffinger Arbeiter im kommenden Jahr, verkündete das Unternehmen. Die Antwort der Belegschaft: Ein Warnstreik am Donnerstag von 14 bis 16 Uhr.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten bei Alpenhain

Packt die Streikweste wieder aus: Georg Schneider von der Gewerkschaft NGG

Der Konflikt schaukelte sich über eine längere Zeit hoch: "Zuerst hieß es von der Unternehmensführung, dass es heuer nur ein Drittel des Weihnachtsgeldes geben soll, wegen wirtschaftlichen Schwierigkeiten", so Georg Schneider von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Unter zwei Bedingungen wollte die Gewerkschaft einwilligen: Erstens sollte das einbehaltene Weihnachtsgeld im kommenden Jahr in Raten an die Arbeiter ausgezahlt werden, zweitens sollte für den Betrieb wieder eine fixe Tarifbindung gelten.

Der Konflikt schaukelte sich hoch

Der "Kompromissvorschlag" der Unternehmerseite ließ schließlich die Streikpläne konkret werden: Alpenhain wolle zumindest zwei Drittel des üblichen Weihnachtsgeldes auszahlen - dafür: keine Lohnerhöhung ab 1. Januar. 3,2 Prozent wären es nach dem Tarifvertrag gewesen, an dem man sich sonst orientierte. Null Prozent aber war der Belegschaft zu wenig. Am vergangenen Samstag entschied man sich bei einer Versammlung für den Streik.

"Der Großteil im Betrieb wird uns folgen, da sind wir uns sicher", so Schneider im Gespräch mit rosenheim24.de - "der gewerkschaftliche Organisationsgrad bei Alpenhain ist groß genug, dass wir Handeln können." Das Ziel des Streiks: 3,2 Prozent mehr Lohn ab Januar und eine Tarifbindung für Alpenhain im Laufe der nächsten zwei Jahre.

Weitere Streikpläne liegen schon in der Schublade

Falls die Unternehmensführung nicht einlenkt, soll der Arbeitskampf ausgeweitet werden, so Georg Schneider: "Wir werden eine Urabstimmung in der Belegschaft durchführen und bei Zustimmung die Schlüsselpositionen im Betrieb weiter bestreiken." Ein Novum ist aber bereits der zweistündige Ausstand am Freitag. Gewerkschaftsführer Schneider scheint fast aufgeregt, wenn er sagt: "Das ist das erste Mal seit Christi Geburt, dass bei Alpenhain gestreikt wird."

xe

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Pfaffing

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser