Pfarrhaus-Neubau ganz ohne Schulden

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10.000 Euro hatte Konrad Irtel (links) von der VR-Bank mitgebracht für das Projekt der evangelischen Gemeinde, das Markus Pöhmerer vorstellte.

Wasserburg - Die evangelische Gemeinde baut ein neues Pfarrbüro mit Pfarrer-Wohnung neben der Christuskirche. Der Entwurf wurde jetzt der Gemeinde vorgestellt.

"Wir stellen den Neubau hin ohne einen Euro Schulden" Dieses Versprechen gab Kirchenpfleger Markus Pöhmerer im evangelischen Gemeindehaus und sorgte damit unter den anwesenden Kirchenmitgliedern für Beruhigung. 695 000 Euro sind nämlich in diesem Jahr von der Kirchengemeinde und der evangelischen Landeskirche zu stemmen, um an der Surauerstraße ein attraktives neues Pfarrzentrum zu schaffen, das den Erfordernissen der Zukunft in allen Belangen angepasst sein soll.

In dem neuen Gebäude, das in Holzständerbauweise errichtet und als Niedrigenergiehaus konzipiert wird, soll der Bürotrakt auch publikumsfreundlicher werden. Der Zugang wird zusammen mit dem Haupteingang zum Gemeindehaus an den Kirchenvorplatz verlegt und künftig auch behindertengerecht gestaltet sein. Zusätzliche Parkplätze und ein quasi überdachter Bereich unter dem künftigen Wohntrakt werden auch Empfänge und Veranstaltungen im Freien attraktiver machen.

Willkommen war bei der Präsentation des Entwurfes natürlich eine Spende in Höhe von 10.000 Euro durch die VR-Bank Rosenheim-Chiemsee. Vorstandssprecher Konad Irtel lobte bei der Präsentation das "sehr gut durchdachte Vorhaben", in das sich seine Bank auf diese Weise gerne eingebracht habe.

Und so soll es werden: Vom Kirchplatz aus gibt es einen gemeinsamen Zugang zu Gemeindehaus (links hinten), Pfarramt und Wohnung.

Vor genau fünf Jahren habe sich abgezeichnet, so Markus Pöhmerer, dass mit einem bevorstehenden Wechsel an der Spitze des Pfarramtes das alte Pfarrhaus zumindest zur Sanierung anstehen würde. Auf Vorschlag von Dr. Martin Geiger sollte zunächst hierfür eine Kostenschätzung erfolgen. Schnell stellte sich dabei aber heraus, dass allein eine thermische Sanierung 220.000 Euro verschlingen würde. Dabei wurde auch die Frage nach einem generellen Neubau aufgeworfen und auch die Anpassung an die Erfordernisse der Zukunft hinterfragt.

Im April 2010 wurde letztendlich mit dem Architekten des landeskirchlichen Baureferats, dem Wasserburger Architekten Richard Kröff und dem Kirchenvorstand einvernehmlich beschlossen, nach dem Wechsel in der Pfarramtsleitung den Abriss des alten Pfarrhauses baldmöglichst anzugehen und den gesamten Komplex neu zu gestalten.

Bis November letzten Jahres kamen dann, so Pöhmerer, 24 verschiedene Entwürfe zusammen. Auch eine Kostenschätzung in Höhe von 735.000 Euro inklusive Baunebenkosten bremste die Begeisterung, war dies doch eindeutig zu hoch, um in den Augen des Kirchenpfleger problemlos finanziert werden zu können. Das Limit wurde schließlich bei 695.000 Euro festgelegt.

400.000 Euro werden nun mit Zuschüssen der Landeskirche abgedeckt, gab Pöhmerer nicht ohne Stolz bekannt, hatte er doch erst zwei Tage vorher endgültig grünes Licht von dort bekommen. Die fehlenden 295.000 Euro kommen in der Mehrheit aus Rücklagen der Kirchengemeinde.

Durch die Spende der VR-Bank Rosenheim-Chiemsee reduziert sich die derzeitige Finanzierungslücke auf 35.000 Euro. Und das sah Pöhmerer als "zu schultern" an. Eine Abbruchparty, der geplante Ziegelsteinverkauf, ein Gemeindefest zugunsten des Neubaus und natürlich dringend erwünschte Spenden in jeder Höhe sollen nun helfen in diesem Jahr den Rest zu erwirtschaften. Auch der Förderverein werde sein Möglichstes tun, so Pöhmerer, und freute sich zudem über neue Mitglieder.

kg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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