Planung mit Brunnen wieder im Fluss

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Der Hochwasserschutz zwischen Feldkirchen-Westerham und Rosenheim hängt derzeit vom künftigen Trinkwasserbrunnen Bruckmühl ab.

Bruckmühl/Landkreis - Ohne Bruckmühl geht nichts - zumindest in Sachen Hochwasserschutz an der Mangfall. Ab 2013 könnte sich dahingehend einiges tun:

Mit dem jüngsten Gemeinderatsbeschluss zum Bau des Brunnens in Götting kommt aber wieder Bewegung in die Schutzmaßnahmen. Ab 2013 können damit bis dato auf Eis gelegte Planungen fortgeführt und Neuausweisungen auf den Weg gebracht werden.

Die aktuellen Hochwasserbilder aus Amerika lassen die Erinnerungen an die massiven Regenereignisse in den vergangenen Jahren entlang der Mangfall wieder aufleben. Vielerorts traten der Fluss oder dessen Zuströme immer wieder über die Ufer, fluteten Felder, Straßen und Häuserkeller. Doch wie es mit dem Hochwasserschutz konkret in den nächsten Monaten und Jahren weitergeht, ist allein abhängig vom neuen Standort des Trinkwasser-brunnens in Götting.

Denn: Ohne Brunnen liegt der Bau des Rückhaltebeckens in Feldolling (Gemeinde Feldkirchen-Westerham) auf Eis. In dessen Abstrom befnden sich die beiden Brunnen Vagen I und II, welche die gemeindliche Trinkwasserversorgung von Bruckmühl gewährleisten. Allerdings kann durch den Bau des Feldollinger Polders sowie bei dessen Betrieb (Einstauphase) das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim eigenen Angaben zufolge keine 100-prozentige Sicherheit für die Bruckmühler Trinkwasserversorgung garantieren. Dies ist aber Voraussetzung für die weitere Umsetzung des Projektes. Deshalb muss auf Kosten des Freistaats Bayern - als Verursacher - eine Lösung, sprich ein neuer Brunnen, her.

Auf dem gemeindlichen Grundstück in Götting endete nun die lange Suche: Die Probebohrungen untermauerten, dass dieser Standort mehr als nur geeignet ist. Weiterer Vorteil des Brunnens: "Bruckmühl hat künftig eine unabhängige und sichere Trinkwasserversorgung für all seine Bürger", betonte Andreas Holderer, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamts gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Man sei von keinem Notverbund mit Bad Aibling, Kolbermoor und Rosenheim abhängig.

Die dafür notwendige Allgemeinverfügung ist bereits beim Landratsamt Rosenheim beantragt. Gibt die Behörde grünes Licht, wird das Wasserwirtschaftsamt die Brunnenbohrung ausschreiben und das Schutzgebietsverfahren einleiten. "Dies ist für den Frühsommer anvisiert", so Holderer zum Zeitplan.

Mit dem "Ja" Bruckmühls zum neuen Brunnenstandort kommt auch wieder Bewegung in die Pläne der Stadt Bad Aibling für ein Rückhaltebecken am Feldbach bei Willing. "Dieses Vorhaben lag bis dato auf Eis, da ohne die Entscheidung Bruckmühls ein Beschluss in Bad Aibling nicht möglich ist", so Holderer. Schließlich stünden die Schutzgebiete für die neue Bruckmühler Trinkwasserversorgung noch nicht exakt fest.

Der Feldbach bereitet der Stadt Bad Aibling immer wieder Kopfzerbrechen: Binnen kürzester Zeit tritt er bei massiven Regengüssen über die Ufer. Ein Rückhaltebecken ist deshalb schon länger anvisiert. Knackpunkt ist aber die sogenannte provisorische Ausleitung des Hochwassers auf die Felder. "Diese ist je nach Lage der Schutzgebiete mit den Behörden abzuklären", so Karlheinz Platzer vom städtischen Tiefbauamt gegenüber unserer Zeitung. Deshalb soll es Mitte/Ende November ein Treffen mit Wasserwirtschaftsamt, Landratsamt und den Nachbar-Bürgermeistern geben, um die Thematik zu erörtern. "Denn wir sind in einer Zwangslage", so Platzer. Nicht alle Aiblinger Wassermassen seien über Oberstaudhausen ableitbar. Der Bereich Fehlleiten sei ein wichtiger Bestandteil davon.

Dabei sind die Aiblinger Möglichkeiten stark begrenzt: Von der einen Seite durch das künftige Bruckmühler Schutzgebiet und von der anderen Seite durch die Neuausweisung des Trinkwasserschutzgebietes der Willinger Au für die Städte Bad Aibling, Kolbermoor und Rosenheim (wir berichteten). Auch dort müsse, gerade im Hinblick auf die Verunreinigungen des Trinkwassers im vergangenen Jahr, ausreichend Schutz geboten werden.

Für die Neufassung des Schutzgebiets in der Willinger Au seien die Daten von Bruckmühl wichtig. Diese werden laut Wasserwirtschaftsamt nun eingearbeitet, das dazugehörige Schutzgebietsverfahren heuer beziehungsweise Anfang 2013 im Landratsamt eingereicht. Die Gegner dieser Schutzgebietserweiterung, die Eigentumsschutzgemeinschaft Willing, hatten schon vor Monaten angekündigt, gegen die Ausweisung mit einer Normenkontrollklage vorzugehen.

Silvia Mischi/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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