Platz für alles, außer Vorurteile

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"El Sharkiat" standen bei Männern wie (türkischen) Frauen unter verschärfter Beobachtung. Fotos 

Wasserburg - Waren es 5000 Besucher oder doch 10.000? Die Veranstalter des Nationenfestes können es nicht sagen - ist auch egal, geht es "Rio konkret" doch nicht um kommerziellen Erfolg, sondern um vorurteilslose Begegnung.

Die bunte Mischung aus Musik, Tanz und kulinarischen Köstlichkeiten lockte auch in diesem Jahr wieder die Besucher in die Altstadt. Viele von ihnen kommen bereits seit Jahren und ließen sich auch von kurzzeitigen Regenschauern und Fußball-WM nicht abhalten.

Der Radverein Edling bei seiner Einrad-Darbietung.

Besonders wegen der ungezwungenen Atmosphäre, dem vielseitigen Angebot an Unterhaltung und Information und den lukullischen Genüssen aus mehreren Kontinenten kommen die Besucher immer wieder gerne zum Nationenfest, oder wie es der zehnjährige Fabian auf den Punkt brachte: "Weil`s einfach schee is." Außerdem sei die Veranstaltung nicht so überlaufen, man treffe Menschen aus der Umgebung und das Ganze laufe nicht so anonym ab, so die Meinung einiger Besucher.

"Duty Free" kommen aus Wasserburg und rockten kräftig ab.

Ausgangspunkt für das Nationenfest war und ist immer noch das gegenseitige Kennenlernen der Wasserburger Bürger, die aus über 60 Ländern kommen und hier eine gute Möglichkeit finden, sich gegenseitig kennen zu lernen und ihre Kulturen vorzustellen. Und wie könnte das besser gelingen, als bei einem gemeinsamen Fest, wo alt und jung traditionell, fröhlich und friedlich miteinander feiern.

Genügend Sitzgelegenheiten boten auch die Gelegenheit für nette Unterhaltungen, und so konnte das Nationenfest mit allen Sinnen wahrgenommen werden. Ab 15 Uhr verwandelte sich die Altstadt von der Frauenkirche bis zur Hofstatt in eine große Feiermeile mit zwei Bühnen, auf denen und um die herum jede Menge geboten war.

Nation egal: Tanzen macht Spaß.

Mitreißende Vorführungen von den Schwarzmeer-Tänzern, den Break-Dancern oder den Bauchtänzerinnen begeisterten die Zuschauer. Besonders die Beweglichkeit und die Ästhetik der Bauchtänzerinnen wurden von einer Gruppe türkischer Frauen genau beobachtet, wie die 42-jährige Aysche erklärte, "denn in der Türkei hat der Bauchtanz eine große Tradition und alle Frauen können das".

Ein abwechslungsreiches Musikprogramm mit keltischen Balladen, Weltmusik, nationalem und internationalem Rock, ein rumänischer Kinderchor, eine tolle Einrad-Darbietung und vieles mehr garantierten, dass keine Langeweile aufkam. Dazu boten gesellschafts- und sozialpolitische Gruppierungen viel Information zum besseren gegenseitigen Verständnis.

Neu war in diesem Jahr die Kunstmeile in der Färbergasse. Dort war nicht nur Hinschauen, sondern auch Mitmachen und Diskutieren angesagt, und besonders ein Objekt ließ die Betrachter rätseln, wie der Schuh in die Glasflasche gekommen sei und ob es sich dabei um ein Fundstück aus dem Inn gehandelt habe. Dazu fand eine multimediale Lesung "Indien von innen" statt und "Bayern traf auf Indien".

Derweil erwartete die Kleinsten ein umfangreiches Kinderprogramm im "Hennagassl", mit Basteln, Malen, Schminken, Singen und allem, was Spaß macht.

Zur Stärkung gab`s allerlei Gaumenfreuden aus Asien, der Türkei und Rumänien. Es lockten unter anderem irakische Falafel, italienische Pasta, marokkanische Naschereien und bayrische Schmankerl, dazu gab's Bier, Weine aus aller Welt, Ayran, Chai und alkoholfreie Cocktails.

Eine stimmungsvolle Feuershow rundete das Nationenfest ab, ehe pünktlich zum Ende wieder die Regenschauer einsetzten. Der Stimmung tat's keinen Abbruch und auch alle Fußballfreunde kamen beim Public Viewing an diversen Stellen auf die notwendigen Informationen oder konnten das Spiel verfolgen.

So war wieder für jeden etwas dabei beim Nationenbummel in Wasserburg.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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