Und plötzlich ist der Steg ganz aktuell

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Am Innwerk oder doch über die Kapuzinerinsel (linker Bildrand) oder gibt es womöglich gar keine sinnvolle und zu finanzierende Lösung? Eine Zusage des Umweltministeriums über bis zu 600.000 Euro Zuschuss zu einer Innquerung für Fußgänger und Radfahrer setzte diese schneller als gedacht wieder auf die Tagesordnung der Kommunalpolitik.

Wasserburg - 600.000 Euro Zuschuss für einen Steg über den Inn stellt das Umweltministerium zur Verfügung. "Jetzt kommt Schwung in die Sache", freut sich der Bürgermeister.

Seit Jahrzehnten steht das Stauwerk verlockend oberhalb der Stadt, wollen die Wasserburger gerne zu Fuß hinüberlaufen dürfen. Geht aber so einfach nicht, auch beim neuen Besitzer, dem Verbund, nicht. Ein Überweg auf dem bestehenden Bauwerk außerhalb des Bereichs der großen Portalkräne ist schlicht nicht umzusetzen. Eine andere Lösung für eine Überquerung des Flusses muss her.

Der sei man jetzt mit der Förderzusage des Umweltministeriums ein gewaltiges Stück näher gerückt, so Michael Kölbl, der die Zuschuss-Nachricht "höchst erfreulich" findet. Umweltminister Dr.Marcel Huber setzt sich schon seit Langem für einen neuen Inn-Radweg ein, sieht die Wasserburger Fußgängerbrücke als Teil dessen. Die maximal 600.000 Euro Förderung kommen aus Mitteln, die die Verbund-Innkraftwerke GmbH im Zuge der Verhandlungen über die Verlängerung der Konzession aus erbbaurechtlichen Gründen an den Freistaat Bayern zahlte. Reichen werden sie für keine der denkbaren Varianten, nun gelte es zu schauen, welches die günstigste Lösung ist und wie man für diese ein Finanzierungspaket schnüren könne, so Kölbl.

Im Kommunalwahlkampf 2007/2008 brachte die CSU einen Steg über die Kapuzinerinsel ins Spiel, was aber nicht auf Begeisterung stieß, wie sich der Ortsvorsitzende Peter Windmaier und der damalige Fraktionschef im Stadtrat, Hans Köck, erinnern. Diese Lösung bevorzuge man nach wie vor, so Windmaier, denn sie sei stadtnäher und damit gut für Schüler, deren Schulweg deutlich kürzer werde. "Über" die Insel heiße auch genau das, so Windmaier, einen Zugang zur Insel solle der Steg besser nicht bieten.

Die SPD hatte etwa zur gleichen Zeit 2.500 Unterschriften für einen Steg am Innwerk gesammelt, diesen immer wieder gefordert. Dem Ortsvorsitzenden Wolfgang Janeczka war die Nachricht über den möglichen Zuschuss dementsprechend willkommen. Er findet einen zweiten Innübergang generell einen riesigen Gewinn, für ihn sei es letztendlich nicht so maßgeblich, wo genau dieser Übergang nun sei. Da müsse man jetzt einfach prüfen, welches die sinnvollste Variante sei.

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Und ob es überhaupt eine sinnvolle Variante gebe, so Christian Stadler von den Grünen. Da gehe es nicht nur um die Kosten, sondern unter anderem auch darum, ob es eine verkehrliche Entlastung gebe, der optische Eindruck sei wichtig und es müsse auch die Frage beantwortet sein, wie ein Steg an die Altstadt angebunden wird, sollte doch wieder eine Bahn durch den Tunnel fahren. Natürlich wäre eine weitere Querung des Inns gut, so Stadler, aber eben nicht um jeden Preis. Da gelte es noch einiges zu klären.

Nicht zuletzt muss die Kostenfrage beantwortet werden. Und da gibt es aktuell nur grobe Schätzungen von 1,5 bis 2,5 Millionen Euro. Deutlich mehr könnten es je nach Ausgestaltung der Brücke für Fußgänger und Radfahrer auch werden. Ein Münchner Ingenieurbüro ist mit der Ausarbeitung einer Konzeptstudie beauftragt. Geht es nach Bürgermeister Michael Kölbl, steht das Thema so bald als möglich nach der Sommerpause auf der Tagesordnung. Die avisierten 600.000 Euro scheinen tatsächlich frischen Schwung in die Sache zu bringen.

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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