"Er hat seine Bestimmung gefunden"

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Das ewige Gelübde legte Robert Mehlhart am 15. März 2008 in Wien ab. Auch damals waren einige Obinger dabei.

Obing - Die Obinger können am 18. Juli an einer Primiz teilnehmen: Robert Mehlhart wird heute, Samstag, in Wien zum Priester geweiht. Er ist seit 2001 im Dominikaner-Orden.

"Das Herz der Menschen erreichen" - das will Robert Mehlhart als Priester zuallererst. Er hat ein Leben im Orden der Dominikaner gewählt und ist derzeit in Wien stationiert.

Am heutigen Samstag wird er durch Kardinal Christoph Schönborn um 17 Uhr in der Dominikanerkirche in Wien zum Priester geweiht. Aus Obing sind Freunde und Bekannte mit dem Bus nach Österreich gereist, um den Tag mit Pater Robert und seiner Familie zu feiern.

Mit der heutigen Priesterweihe beginnt eine Reihe von Feierlichkeiten, ehe am 18. Juli die Heimatprimiz in Großbergham stattfindet, für die sich der Dominikanerpater Pater Dominik Sadrawetz OSA als Prediger ausgesucht hat. "Die Wahl ist mir nicht schwer gefallen. Zwei Obinger mitten in Wien, das schweißt schon zusammen," sagt Robert Melhart op. Der Namenszusatz "op" steht für "ordo praedicatorum," den Predigerorden der Dominikaner.

Robert Mehlhart wurde am 25. April 1982 geboren und wuchs mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern in Großbergham auf. "Er war immer ein recht aufgeschlossenes und auch sehr musikalisches Kind", erzählt seine Mutter. Mit elf Jahren habe sich ihrem Sohn dann die Chance geboten, auf das Internat der Regensburger Domspatzen zu gehen.

Die Entscheidung damals sei alles andere als leicht gewesen, erinnert sie sich, doch schließlich habe man den Wunsch des Sohnes unterstützt. Der hatte sich nach eigenen Worten auf das humanistische Gymnasium mit umfassender musikalischer Ausbildung "und das tolle Schwimmbad" gefreut und sich dort sehr wohl gefühlt.

"Im Rückblick besonders prägend waren wohl die dort gewachsene Liebe zur Musik und die Freundschaften", sagt Frater Robert. "Ich erinnere mich noch gut, als ich als Elfjähriger den damaligen Domkapellmeister Georg Ratzinger nachahmen und auch Priester werden wollte."

Auch wenn sich in der Pubertät kurzzeitig die beruflichen Perspektiven änderten und wahlweise Regisseur, Filmkomponist oder Politiker vorstellbar waren, war das Interesse für die Theologie doch nie erloschen. Schon damals beeindruckte Robert Mehlhart die Liturgie im Dom, in der er mit dem Domchor jeden Sonntag gesungen hat.

Und es gab auch immer eine Verwurzelung im Glauben bei dem Obinger: "Im Laufe meiner Schulzeit begann ich regelmäßig für alles Mögliche zu beten", erzählt Frater Robert, "beispielsweise dass die Schulaufgabe gut wird, das Taschengeld reicht und weniger Menschen hungern müssen auf der Welt." Dabei sei ihm auch klargeworden, dass man eine bessere Welt nicht herbei beten könne, sondern dass man mit anpacken müsse, um etwas verändern zu können.

"Damals fasste ich den Entschluss, als Priester mein Leben Gott zurück zu schenken und in den Dienst der Liebe an den Menschen zu stellen", formuliert er. Ziemlich schnell sei klar gewesen, dass es nicht der Weg des Pfarrers im landläufigen Sinne werden sollte. "Ich wollte in Gemeinschaft leben." Dazu habe er sich an den Computer gesetzt und einige bekannte Orden gegoogelt. "Benediktiner: verbringen ihr Leben immer am gleichen Ort, also nichts für mich. Jesuiten: kein Gemeinschaftsleben, also auch nicht ideal. Bei den Dominikanern wurde ich fündig. Gemeinschaftsleben, Studium, Verkündigung, Dienst am Menschen."

Darauf folgte eine Einladung zum Augsburger Konvent und Mehlhart wurde mit zwei anderen ins Postulat aufgenommen. "Das Postulat ist so etwas wie eine Schnupperlehre", erklärt Pater Robert. "Man schaut sich ein halbes Jahr alle Häuser der Ordensprovinz und das Leben der Mönche an und testet, ob man sich damit identifizieren kann und mit dem Gemeinschaftsleben zurecht kommt."

Danach begann für Robert Mehlhart mit dem Noviziat, das 13 Monate dauert und "so was wie Ordensleben im Ernstfall ist", die klösterliche Laufbahn. Es beinhaltet die Einführung in die Spiritualität des Ordens und in seine Geschichte sowie den Unterricht in Psychologie, Sprecherziehung, Rhetorik und in den Konstitutionen (Ordensregeln). Darauf folgte die einfache und die ewige Profess, 2009 die Weihe zum Diakon.

Gleichzeitig studierte der Obinger neben der Theologie auch Musikwissenschaften und Kirchenmusik in Wien und Oxford, zwei Magister bildeten 2007 den Abschluss. Nebenbei hat Robert in diesen Jahren Praktika im Altenheim und im Obdachlosenheim gemacht sowie fleißig Klavier und Orgel geübt. Im nächsten Jahr wird er an der Wiener Dominikanerkirche besonders in der Jugendarbeit und bei der Kirchenmusik eingesetzt werden.

"Er hat seine Bestimmung gefunden", freut sich Mutter Gerti, denn ihr Sohn drücke bei allen Treffen eine solche Lebensfreude aus und sei immer gut aufgelegt und ausgeglichen. "Die ganze Familie freut sich mit ihm."

Quelle: rosenheim24.de

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