Probleme mit alten und neuen Kanälen

+
Keine Schönwetterwolke, sondern Milchstaub: Ein Meggle-Sprühturm hat noch keinen Filter, sorgt immer wieder für weißen Niederschlag in Reitmehring. Noch bis Ende 2013.

Wasserburg-Reitmehring - Die Kanäle, der Milchstaub, Parkplätze und mehr - die Themenpalette der Reitmehringer Bürgerversammlung war bunt.

Schon Bürgermeister Michael Kölbl war in seinem Ausblick darauf eingegangen, dass in Reitmehring Nord und Süd einiges im Kanalsystem im Argen liegt. Die Kanäle sind 50 Jahre alt und laut Kölbl zum Teil in einem sehr schlechten Zustand. In Reitmehring Nord müssen neue Pumpwerke und neue Kanäle gebaut werden, Kostenpunkt eine knappe Million. In Reitmehring Süd sind ebenfalls neue Pumpwerke und Druckleitungen fällig, dazu muss die Hauptleitung nach Gabersee erneuert werden. Was die Kosten auf etwa 2,5 Millionen Euro hochtreibt.

Ein Anwohner meldete sich, dass der neue Kanal von Attel über Limburg, Kornberg, Au und Reisach nicht nur eine olfaktorische Erlebnisecke, sondern gleich eine Erlebnisstrecke sei. Da möge die Stadt doch bitte nachforschen. Habe sie schon getan, so Kölbl. Das werde besser, je mehr Leute an den Kanal angeschlossen werden, da dann die Durchlaufgeschwindigkeit höher sei. Der Anschluss der Anlieger laufe gerade. Die Aussicht auf Besserung wäre gut.

Klagen gab es erneut über den Milchstaub, der von der Molkerei über den Stadtteil zieht, sich auf Autos und Fenster niederschlägt, für prächtiges Mooswachstum sorgt. Nach einem Bescheid des Landratsamtes muss der letzte Sprühturm, der noch nicht mit einem Filter ausgerüstet ist, bis Mitte Dezember 2013 so saniert sein, dass er der TH Luft entspricht. "Das schaffen wir", versichert Anke Schellenberger, Sprecherin der Molkerei Meggle, auf Nachfrage. Beschleunigen könnten sie es allerdings nicht, denn die Herstellung der Spezialfilter brauche Zeit, da diese individuell gefertigt werden. Der Filter werde nächstes Jahr eingebaut, laufe bis Ende 2013 "und dann gibt es eine spürbare Verbesserung". Der Milchstaub sei aber weder für Menschen noch für den Autolack schädlich, versichert sie. Den Ärger der Reitmehringer kann Anke Schellenberger nachvollziehen, "wenn ich mit einem frisch gewaschenem Auto zum Dienst fahre und abends ist es weiß, bin ich auch nicht begeistert."

Nicht begeistert zeigten sich einige Anwohner, dass das Straßenbauamt den Lärmschutzwall an der B304 genau dort enden lassen will, wo es im Osten des Stadtteils besonders laut ist, nämlich an der Keuzung der beiden Bundesstraßen. Da sei man schon dran, versicherte Kölbl. Falls das Straßenbauamt dort nichts unternehmen müsse, springe die Stadt ein, versprach er.

Sowohl die Stadtverwaltung als auch Eltern von Kindergarten- und Schulkindern sind verärgert, dass die neuen Parkplätze an der Schule meistens leer sind. Die Lehrer seien schon angeschrieben worden, sie mögen doch dort parken, so Kölbl, damit die Kinder nicht über die Straße laufen müssen. Ohne Ergebnis. Angesichts der Beschilderung der Parkplätze direkt an Feuerwehrhaus und Schule - nur für Feuerwehrkräfte und Lehrer - machte eine Bürgerin am Rande der Versammlung den Vorschlag, diese zu ändern: Die Parkplätze am Haus für die Feuerwehr und für Kinderbring- und -holdienst zu reservieren, dafür die Lehrerparkplätze auf der anderen Straßenseite auszuweisen. Was der Bürgermeister eine Überlegung wert fand.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser