Probleme auf dem "Mehringer Feld"

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Rechtmehring - Gleich mehrere Vorgaben des Bebauungsplanes "Mehringer Feld" setzte der Gemeinderat für ein Bauvorhaben außer Kraft:

Das Gelände darf aufgefüllt, eine Stützmauer zumindest vorläufig angelegt und ein Zwerchgiebel angebaut werden - alles eigentlich nicht zulässig.

Beinahe zu einem Streitgespräch unter Nachbarn und gleichzeitig Gemeinderäten entwickelte sich in der letzten Sitzung die Beratung über eine Änderung des Bebauungsplanes "Mehringer Feld". Sowohl Alois Haslberger als Grundstücksbesitzer und Antragsteller als auch Johann Huber, Vater der Nachbarin, waren als Betroffene eigentlich von Beratung und Beschlussfassung ausgeschlossen. Trotzdem lief die Diskussion vor allem zwischen Huber und den ebenfalls anwesenden Bauwerbern.

Hintergrund waren zum einen Abweichungen der Erschließung vom Bebauungsplan, andererseits ergebnislose Vorgespräche und Verhandlungen um die Platzierung einer Garage an der Grundstücksgrenze. Haslberger wollte diese verschieben und wie das gesamte Haus etwas höher über dem Geländeniveau bauen. Denn die Erschließungsstraße war auch höher als geplant angelegt worden, sodass das Straßenwasser direkt in die Garage laufen würde.

Höherlegungen schließt der Bebauungsplan aber ausdrücklich aus, der vorsieht, dass maximal 15 Zentimeter vom vorhandenen Gelände abgewichen werden kann und Stützmauern definitiv nicht erlaubt sind. Bürgermeister Sebastian Linner schlug einen Ortstermin vor, um die Höhe festzulegen und die Senke, in der die beiden Grundstücke liegen, etwas auszugleichen. In der Bauphase soll auch eine Stützmauer erlaubt sein, die man aber später nicht mehr sehen darf.

Die konkrete Auseinandersetzung um die Garage war dem Gremium dann sichtbar unangenehm. Linner erinnerte an erfolglose Lösungsversuche auch unter seiner Beteiligung. Nun liege eben ein Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes vor, den man behandeln müsse.

Geschäftsleiter Tobias Riesch wollte den Vorschlag ohnehin als Kompromiss verstanden wissen. Die Garage soll demnach um 70 Zentimeter von der Grundstücksgrenze abgerückt werden, außerdem zwei Meter weiter nach hinten rutschen. Die Höhe wird durch ein flacheres Dach etwas abgemildert.

Johann Huber wollte da noch etwas mehr Entgegenkommen, doch das traf im Gemeinderat auf wenig Gegenliebe. "Reden wir da um zehn Zentimeter?", ärgerte sich Waltraud Volgsamer. Und Gerhard Bauer erinnerte an andere Anträge, bei denen man den Bauwerbern weit mehr entgegengekommen sei.

Kein Problem war dann die Zulassung eines Zwerchgiebels. Der wäre eigentlich laut Bebauungsplan an diesem Haus überhaupt nicht erlaubt, da es zu hoch dafür ist. Die niedrigeren Häuser aber haben alle einen, so das Argument. Außerdem sind Zwerchgiebel hier generell auf drei Meter Breite begrenzt, Haslberger wollte 3,60. Doch auch das sahen die Gemeinderäte nicht so eng.

Die Kosten der Änderung wird der Antragsteller alleine tragen müssen - obwohl der Gemeinderat eigentlich das Gefühl hatte, dass auch das Nachbargrundstück von der Aufschüttung profitiere.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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