Von Promillegrenze nicht beeindruckt

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Wasserburg - Nicht allzu beeindruckt von Fahrverboten und Promillegrenze zeigte sich ein 68-jähriger Schreiner aus der Umgebung von Wasserburg. Jetzt musste er sich vor Gericht verantworten.

Trotz Führerscheinentzugs hatte er sich im August 2007 ans Steuer eines Tankfahrzeugs gesetzt und war damit nach Tirol gefahren. Auch für seine Fahrten zur Arbeitsstelle benutzte er weiterhin seinen Pkw und nahm es dabei mit dem Alkoholkonsum wohl auch nicht so genau, denn nur kurze Zeit später kam er mit seinem Wagen betrunken zum Firmengelände. Diesen Vorfall meldete sein Chef, der bis dahin nichts vom Führerscheinentzug seines Mitarbeiters gewusst hatte, der Polizei. Die durchgeführte Alkoholkontrolle ergab schließlich einen Wert von 2,07 Promille Blutalkohol.

Nun musste sich der Rentner vor dem Amtsgericht Wasserburg wegen vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis in Tateinheit mit Trunkenheit im Verkehr verantworten. Dabei zeigte sich der Mann voll geständig und betonte, dass er seinen Führerschein nicht wiederhaben wolle und nie wieder ein Auto fahren werde. Derzeit trinke er nur noch ein oder zwei Bier täglich. Zum Tatzeitpunkt habe er das Geld gebraucht, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Die Staatsanwaltschaft würdigte das umfängliche Geständnis des Angeklagten, obwohl er nicht hinter dem Steuer angetroffen worden sei. Das habe die Ermittlungen sehr erleichtert. Zu Ungunsten des Angeklagten wertete der Staatsanwalt jedoch die hohe Rückfallgeschwindigkeit des 68-Jährigen, der es seit 1957 immerhin auf 21 Einträge im Bundeszentralregister und vier Einträge im Verkehrszentralregister gebracht hatte. Dabei wurde er in den meisten Fällen wegen Diebstahl, Betrug und Unterschlagung verurteilt. Zudem kam der Angeklagte bereits in den vergangenen Jahren wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr mit dem Gesetz in Konflikt.

Das Gericht verhängte aufgrund der erheblichen Vorahndungen eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung und eine Geldbuße von 900 Euro. In der Urteilsbegründung räumte das Gericht dem Geständnis einen erheblichen Wert ein, außerdem habe eine gewisse Notsituation bestanden, um den Lebensunterhalt zu sichern.

Damit blieb der Richter unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die neun Monate Freiheitsstrafe und eine Geldbuße von 1200 Euro gefordert hatte und über dem Strafmaß der Verteidigung, die eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je zehn Euro für tatangemessen befunden hatte. Die Tat liege weit zurück und die Gefahr mit Alkohol am Steuer sei künftig gebannt, da der Angeklagte freiwillig auf seinen Führerschein verzichte, betonte der Verteidiger.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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