Wasserburger Gastwirt zu 30 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt

Provokationen mit Schelle beendet

Wasserburg - Seine Gäste kann man sich nicht immer aussuchen und manchmal ist es auch nicht einfach, sie wieder los zu werden. Diese Erfahrung machte zumindest ein 40-jähriger Gastronom aus Wasserburg.

Im vergangenen November hatte er gegen vier Uhr morgens drei Gästen angekündigt, keinen Alkohol mehr auszuschenken, weil sie seiner Ansicht nach, "richtig dicht" gewesen seien. Die jungen Männer sahen das anders und so folgte eine Auseinandersetzung, die mit einer Schelle für einen der jungen Männer und einem Strafbefehl über 50 Tagessätze zu je 40 Euro wegen vorsätzlicher Körperverletzung für den Gastwirt endete.

Dagegen hatte der Wirt Einspruch erhoben und nun musste er sich vor dem Amtsgericht verantworten. Laut den Ermittlungen soll er einem der jungen Männer, ohne rechtfertigenden Grund, mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Dadurch soll der Geschädigte eine Kontusion, also eine Schädigung des linken Ohres und eine Schädelprellung erlitten haben.

Angeklagter räumt die Tat umfassend ein

Der Angeklagte räumte die Tat vor Gericht umfassend ein und bedauerte mehrmals, dass er sich zu der "Schelle" habe hinreißen lassen. Doch letztlich sei die Auseinandersetzung eskaliert, als die jungen Männer sein Eigentum beschädigt hätten. Da habe er kurzzeitig rot gesehen und dem Geschädigten mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Allerdings nicht mit voller Wucht und so sei auch nur eine leichte Rötung sichtbar gewesen.

Für ihn spreche auch, dass er mittlerweile 40 Jahre alt und noch nie der Körperverletzung beschuldigt worden sei, beteuerte der Angeklagte. Auch in seiner 13 jährigen Tätigkeit als Wirt habe er bisher Probleme gewaltfrei lösen können und er werfe seine Gäste sicher nicht wahllos raus. Der Geschädigte sei stark betrunken gewesen und habe mit seinen Freunden im Lokal herumgepöbelt. Daraufhin habe er die Männer darauf hingewiesen, dass es nichts mehr zu trinken gäbe und sie das Lokal verlassen sollten, womit diese nicht so ganz einverstanden gewesen seien. Sie hätten ihn beschimpft und seien auf den Luken im Eingangsbereich herumgesprungen. Da habe er handeln müssen, auch um zu vermeiden, dass er selbst zusammengeschlagen werde.

Im Nachhinein habe er seine Tat aber bedauert und sich beim Geschädigten entschuldigt. Das sei gar nicht einfach gewesen, da er diesen erst über "13 Ecken" bei Facebook entdeckt habe. Im Rahmen des Täter-Opferausgleichs habe er auch schon 250 Euro Schmerzensgeld bezahlt.

Die Staatsanwaltschaft sah in dem Strafbefehl genau die richtige Ahndung, korrigierte ihn aber aufgrund der bereits erfolgten Schmerzensgeldzahlung und den persönlichen Einkommensverhältnissen des Angeklagten nach unten.

Dem Antrag der Verteidigung, das Verfahren nach §153 a einzustellen, erklärte die Staatsanwältin jedoch eine klare Absage. Sie hielt ein Strafmaß von 40 Tagessätzen zu je 25 Euro für angemessen. Für den Angeklagten spräche, dass er geständig sei, sich entschuldigt und Schmerzensgeld bezahlt habe. Gegen eine Einstellung des Verfahrens stünden jedoch die vier Eintragungen ins Bundeszentralregister, wenngleich es sich dabei um andere Delikte gehandelt habe. Der Verteidiger hielt eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro ausreichend, zumal die Schädelprellung als Verletzungsfolge nicht nachgewiesen sei.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten schließlich zu 30 Tagessätzen zu je 20 Euro. Beim Strafmaß sei das Geständnis, die Entschuldigung und der erfolgte Täter-Opfer-Ausgleich berücksichtig worden, hieß es in der Urteilsbegründung. Auch wenn die letzte Bewährungsstrafe nicht wegen einer einschlägigen Tat verhängt worden sei, müsse berücksichtigt werden, dass seit Ablauf der letzten Bewährungszeit kaum ein Jahr vergangen sei, bis eine neue Straftat erfolgt sei.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser