Mit Radau und Stofftier über die Hügel

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Laufen durch schöne Landschaft auf der Zehn-Kilometer-Strecke.

Wasserburg - Der Atteler Lauf hat stets mehrere Gewinner. Einer davon heißt Hans Huber, der die zehn Kilometer heuer beim Jubiläumslauf als schnellster hinter sich brachte.

Damit hat der Läufer des SC Haag seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Alle anderen, gleich wen man fragte, hatten zumindest einen schönen Vormittag gewonnen, Teilnehmer und Behinderte, weil sich ordentlich etwas rührte.

Der morgendliche Regen schreckte niemanden. Im Gegenteil, mit 729 Läufern am Start gab es am Samstag einen neuen Rekord. Übereinstimmend meinten viele, dass der Regen einerseits die Dusche erspare und andererseits viel besser als die Hitze sei.

Manche überlegten sich die Teilnahme spontan, so dass sich der Start bedingt durch die Schlangen bei der Anmeldung etwas verzögerte. Begrüßt wurden die Sportler vom Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Slatosch und dem Dritten Bürgermeister Otto Zwiefelhofer, der den Schirmherrn Bürgermeister Michael Kölbl vertrat. Der Vorstandsvorsitzende bedankte sich bei allen Helfern, darunter Johannitern und Feuerwehr, und bei den Sponsoren, ohne die es nicht gehe.

Anfeuernde Fans

Ein paar Worte hörten die Besucher der Stiftung auch zu den Veränderungen in den letzten zehn Jahren. So habe sich die Strecke geändert, die Zeitmessung, die Möglichkeit einer Anmeldung übers Internet kam hinzu und anderes mehr. Dass das sehr gut verlaufe, bescheinigten alle Befragten: Die Organisation sei einwandfrei, alles klappe, die Betreuung sei gut, Verpflegung und Essen, der Kontakt mit den Behinderten sei angnehm - nur Lob, gleich wen man fragte. Einzig bei der Kehre hinter Kornberg gehe es manchmal eng zu, und die Berge in der Strecke könnten flacher sein, bemerkte ein Läufer im Scherz.

Eine Veränderung wird es aber noch geben. Im nächsten Jahr werden der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Slatosch und Kurt Thalmeier, der Interviews mit den Teilnehmern führte, nicht mehr dabei sein. Jüngere sollen nachrücken.

Wie gehabt starteten die Fünf- und die Zehn-Kilometer Läufer miteinander. Je nach Kondition konnte jeder auch nach der ersten Runde und fünf Kilometern abbrechen. Der größte Teil der Strecke ist landschaftlich reizvoll, aber ein besonderes Erlebnis ist der Abschnitt durch die Stiftung und den alten Klosterhof, wenn in der Fankurve Trommler richtig Radau machen, die Stiftungsbewohner schreien und pfeifen und anfeuern.

Stofftier unter den Arm klemmen und los geht's. 

Später starteten die Fünf-Kilometer-Walker für sich und danach im fliegenden Start die ein-Kilometer-Läufer. Mit Stofftier, Rollstuhl und Helfern war es mit Abstand das bunteste Feld. Überhaupt ging es nicht so genau, als ein paar schon mal vorne weg preschten, einmal die Startpistole gesichert war oder einige das Ziel von hinten in Angriff nahmen. Stets war auch jede Menge Spaß dabei.

Nach Läufern aus der Anfangszeit wurde nicht geforscht, aber einer stand doch fest: Burkhard Rappl, Ministerialdirigent aus dem Sozialministerium, hat bisher jeden Lauf mitgemacht und versichert, dass er grundsätzlich gerne nach Attel auch zu anderen Veranstaltungen komme. In den Anfangsjahren habe man hier den Begriff Inklusion schon umgesetzt, als den noch keiner kannte. "Alles hat gepasst", meinte dann auch der zwölfjährige Simon aus Oberndorf. Sieger und Bergläufer Huber, der bis zu 15 Läufe im Jahr hinter sich bringt, bestätigte, dass der Zehn-Kilometer-Lauf durchaus anspruchsvoll sei.

kg/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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