Rätselhafter Abgang: Haag verliert Pastorin

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Erleichtert schien Pfarrerin Simone Rink nach dem Gottesdienst. Sie hat schon wieder eine neue Stelle, geht nach Gangkofen.

Haag - Die evangelische Gemeinde in Haag verliert zum Jahresbeginn ihre Pastorin. Simone Rink geht. Warum will keiner so recht sagen.

Lesen Sie hier den Bericht der Wasserburger Zeitung vom Dienstag:

"Es hat nicht gepasst"

Nach Einzug der Vertreter des Dekanats und des Kirchenvorstandes stellte Pastorin Simone Rink fest, dass es für manche Situationen keine guten Worte gäbe. Das betreffe auch die, die nicht gesagt würden. Sie wolle den Abschied in "Gottes Schoß" legen. Nun sei es zu spät.

Dekanin Hanna Wirth meinte, das Ende der Amtszeit der Haager Pfarrerin falle mit dem Ende des Kirchenjahres zusammen. Simone Rink packe die Koffer hier ein und woanders wieder aus. Christen müssten immer bereit sein. Die Pastorin gehe nach relativ kurzer Zeit von Haag weg, weil "es nicht zusammengepasst" habe: "Das gibt es. In anderen Berufen hat man eine Probezeit."

Respekt zollte die Vertreterin des evangelisch-lutherischen Dekanats Rosenheim der Haager Pfarrerin für ihre mutige Entscheidung, als sie ihr den Segen erteile: "Du bist nun frei."

Weiter verwies sie auf die veränderte Gemeindesituation: Die Stelle in Haag bleibe mindestens ein Jahr vakant. Da seien Veränderungen angesagt. Die Gläubigen könnten das aber auch als Chance sehen.

Kein offizielles Wort gab es über die Gründe des Weggangs. Die Gemeindemitglieder wussten von Meinungsverschiedenheiten zwischen Kirchenvorstand und Pfarrerin, aber auch davon, dass sich "der Alte" bei "der Neuen" häufig eingemischt habe. An der Basis lobte man den Einsatz von Simone Rink. Sie habe großes Engagement bei Hausbesuchen bewiesen und es geschafft, dass die Heilig-Geist-Kirche wieder voller wurde.

Die Kolleginnen und Kollegen hatten zum Abschied einen Blumenstrauß und ein "Tränenkrüglein" mitgebracht. Der Dank der Pfarrerin galt der Organistin Claudia Watzka: Sie habe der Gemeinde mit ihrer Musik sehr viel gegeben und so Gottes Botschaft vermittelt. Auch ihr habe die Organistin die eine oder andere Anregung vor dem Gottesdienst vermittelt.

Nach dem Abschiedsgottesdienst waren die Gemeindemitglieder noch zum Kaffeetrinken in den Saal geladen. Da gingen etliche lieber nach Hause, weil sie "diese Art von Leichenschmaus" ablehnten. Enttäuscht waren Neugierige wie Rudolf Münch, der die Turbulenzen in der evangelischen Kirche spannend "wie zurzeit von Graf Ladislaus" fand.

Wie er sollten auch die Gemeindemitglieder über die wahren Hintergründe vorerst unaufgeklärt bleiben: Sie hatten in einer Unterschriftenaktion eine Gemeindeversammlung beantragt. Die wurde ihnen zwar versprochen, dann aber vertagt. Nun hörte man, sie finde im Januar statt, "wenn sich die Wogen geglättet haben".

Erleichtert dagegen schien Simone Rink nach dem Gottesdienst. Sie tritt in einem Monat ihre neue Stelle an.

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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