Landfrauenadvent: Warnung vor Burn Out

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Nicht nur besinnliche Adventslieder, sondern auch ein Vortrag ist jedes Jahr fest im Programm des Landfrauen-Advent verankert, heuer sprach Religionslehrer und Krankenhausseelsorger Josef Epp zu den Gästen.
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Ramerberg – Besinnliche Stunden, ansprechende Adventslieder und ein motivierender Vortrag. Bei der Adventsfeier der Landfrauen und Bäuerinnen hielt Referent Josef Epp den Besucherinnen den Spiegel vor.

Sich selbst etwas gönnen, Quellen aus dem Alltagsstress entkommen. Bei der Adventsfeier, zu der der Bayerische Bauernverband die Landfrauen aus dem Landkreis nach Ramerberg lud, standen besinnliche Adventslieder und motivierende Worte auf dem Programm. Kreisbäuerin Rosalinde Riepertinger begrüßte die fast 200 Besucher und zeigte sich erfreut über den Besuch von Krankenhausseelsorger Josef Epp, der als Referent gewonnen werden konnte. Epp sprach auf teils provokante Art, motivierte die Landfrauen, sich etwas zu gönnen und dem Burn Out so keine Plattform im eigenen Alltag zu geben. Der erfahrene Redner hielt den Landfrauen wortwörtlich einen Spiegel vor. „Schauen Sie immer auch ein bisschen auf sich, und sagen Sie nicht einfach nur, sie sollten mal wieder. Machen Sie einfach“, so Epp.

Landfrauen-Advent kam prächtig an

Der Religionslehrer warnte vor leichtfertigen Gedanken der eigenen Persönlichkeit. Rund 200 Frauen aus verschiedensten Generationen waren gekommen, um sich ein paar Stunden dem normalen Wahnsinn des Alltags zu entziehen, allesamt zeigten sich begeistert von dem ansprechenden Programm. „Es ist jedes Jahr eine wunderschöne Einstimmung auf die Adventszeit und die Vorträge sind immer wieder sehr interessant“ schwärmten fünf Landfrauen aus der Region. Sie folgen jedes Jahr gerne der Einladung des Bayerischen Bauernverbandes und waren auch heuer wieder angetan von der Organisation. Hier komme man mit Gleichgesinnten ins Gespräch und könne sich etwas besinnen, so die Meinung vieler Besucherinnen aus dem gesamten Landkreis Rosenheim. „Hören Sie nicht auf das Geschwätz der Anderen, seien Sie gut zu sich selbst und gönnen Sie sich auch mal was, bevor die Zeit dafür vorbei ist“ betonte der beliebte Redner, der schon bei vielen Landfrauen-Treffen zu Gast war.

„Wenn eine 85-Jährige sagt, sie habe nie in ihrem Leben genascht, dann muss man – so hart dies klingt – sagen, selbst Schuld“ warnt Josef Epp.

Mit vielen Erfahrungsberichten und provokanten Aussagen motivierte er die Landfrauen aus dem nördlichen Landkreis Rosenheim, sich zunehmend auch einmal etwas zu erlauben, um nicht später einmal zu sagen – „ach hätte ich nur“. Viel Emotion gab es während des fast eineinhalbstündigen Referats. Es wurde gelacht, weil Josef Epp den Alltag so treffend erklärte, es wurde nachdenklich geschaut, weil es darum ging, wie vergänglich die eigene Zeit sei. „Ich möchte Ihnen mal mit auf den Weg geben, mit welchen Quellen Sie die eigene Zeit besonders machen können“, hieß es von Epp treffend. Im wahrsten Sinne hielt der Seelsorger den Landfrauen einen Spiegel vor, damit die Erkenntnis der eigenen Wertschöpfung sensibler werde. „Freilich gibt es nicht immer nur die besonderen Situationen und das Erlebnis, dass man sich über sich freuen könne und auf das eigene Talent schaue“, so Epp. Es sei auch immer wieder ganz normal zu sagen - sich einzugestehen, dass man selbst nicht immer einmalig genial sei, sondern auch einmalig doof. „Sicher haben Sie auch schon mal gesagt, so blöd kann wirklich nur ich sein“ witzelte Epp gegenüber den anwesenden Landfrauen. „Ich rate Ihnen, schaffen Sie sich Raum und Zeit, um sich etwas zu gönnen“, so Epp.

Freudig packte er Seifenblasen aus und demonstrierte eine simple Art und Weise, sich selbst und seine Bedürfnisse ernster zu nehmen. „Es kann uns auch etwas gut tun, das nicht immer vollkommen nützlich ist“, verdeutlichte der erfahrene Redner äußerst sympathisch und vor allem menschlich. „Der Referent hat uns wirklich ganz oft zum Schmunzeln gebracht, aber genauso kamen wir viel zum Nachdenken“ resümierten einige Besucherinnen während der Pause der Adventveranstaltung im Gasthaus Bichler in Ramerberg. Nach dem Vortrag wurde eine große Portion Adventsstimmung „aufgemacht“. Mit schönen Klängen durch die Stubenmusi des Landfrauen-Chors und durch festliche Lieder durch die Landrauen-Chorgruppe unter der Leitung von Heide Hauser wurde die staade Zeit wirkungsvoll in Szene gesetzt. Wunderbare Stimmen brachten dem Publikum die schönsten Advents- und Weihnachtslieder dar.

Die Organisatoren rund um Kreisbäuerin Rosalinde Riepertinger zeigten sich begeistert von der gelungenen Veranstaltung. „Wir freuen uns, dass es allen gut gefallen hat. Der Landfrauen- und Bäuerinnenadvent ist jedes Jahr fester Bestandteil im Jahresprogramm des Bayerischen Bauernverbands“, so Riepertinger, die mit frischen Worten den Ehrengästen, darunter Vertreter der Raiffeisenbank sowie Ehrenkreisbäuerin Leni Huber und Hauswirtschaftsdirektorin Anna Bruckmeier aus Rosenheim, fürs Kommen dankte. Am  Mittwochnachmittag wird die Veranstaltung für den zweiten Teil des Landkreises stattfinden. Dann treffen sich alle interessierten Landfrauen und Bäuerinnen in Bad Aibling.

Neben dem allgemeinen Adventsprogramm mit Geschichten, Gedichten und Liedern wird auch Josef Epp wieder zum Vortrag über den Sinn der eigenen Zeit im Alltag geladen und über die möglichen Quellen aus der Hektik heraus sprechen. Der Bayerische Bauernverband lädt jedes Jahr die Landfrauen und Bäuerinnen aus dem Landkreis Rosenheim zu Adventveranstaltungen, Hunderte folgend dieser Einladung stets gerne.

Quelle: rosenheim24.de

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