Bürgermeister Gäch zum Dauerthema Gewerbegebiet Sendling 

"Will Ramerberg selbständig bleiben,  brauchen wir ein Gewerbegebiet"  

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Der Blick von Sendling aus Richtung Kloster Attel. In Zukunft könnte ihm ein Gewerbegebiet im Wege stehen. Ramerbergs Bürgermeister Georg Gäch steht dennoch hinter dem Projekt. 
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Ramerberg - Seit vielen Jahren beschäftigt sich die Gemeinde mit der Ausweisung eines Gewerbegebietes an der B15 in Richtung Attel. Warum der Punkt auf der anstehenden Gemeinderatssitzung jetzt vertagt wurde und aus welchen Gründen der Bürgermeister hinter dem Projekt steht:  

Ursprünglich stand es unter dem Tagesordnungspunkt zwei der Gemeinderatssitzung am 5. Dezember, das weitere Vorgehen in der "Bauleitplanung Gewerbegebiet Sendling-Mitte". Wie Ramerbergs Bürgermeister Georg Gäch auf Nachfrage von wasserburg24.de erklärte, werde der Punkt nicht behandelt und sei kurzfristig auf eine der nächsten Sitzungen verschoben worden. 

Der Grund: Der Planer müsse einige Änderungen und fachliche Begründungen ergänzen. "Das schaffen wir vor Weihnachten nicht mehr. Daher wird das Thema Gewerbegebiet in Sendling erst wieder Anfang 2018 zur Sprache kommen. Wir wollen nicht unfertig in die Sitzung eintreten, sondern das Thema rund und vollständig behandeln." 

Ein Gewerbegebiet für die Gemeinde sei "existentiell"

Im Ramerberger Ortsteil Sendling soll an der B15 auf rund drei Hektar Fläche ein Gewerbegebiet entstehen - in Sichtweite zum idyllisch gelegenen Kloster Attel.

Dass das Gewerbegebiet in naher Zukunft entstehen soll, dafür spricht sich der Bürgermeister klar und deutlich aus: "Die Gemeinde hält an dem schon jahrelang laufenden Projekt nach wie vor fest. Der Flächennutzungsplan ist genehmigt, die Planungen sind mit Fachbehörden wie dem Wasserwirtschaftsamt oder der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt, Gutachten fristgerecht eingegangen."  

Wie Gäch weiter ausführt, sei ein Gewerbegebiet für die Gemeinde mit seinen geringen Gewerbesteuereinnahmen existentiell. "Will Ramerberg auf lange Sicht selbständig bleiben - und das wollen wir - dann brauchen wir ein Gewerbegebiet definitiv. Freilich ist der Standort direkt an der B15 nicht gerade der beste, wir haben aber leider keinen anderen", konstatiert der Bürgermeister nüchtern. 

Auf dieser Fläche direkt neben der B15 mit Blick auf das Kloster Attel soll das Gewerbegebiet entstehen. 

Gegenwind von der Bürgerinitiative 

Der Standort in Richtung Attel ist in erster Linie dem örtlichen Bund Naturschutz ein Dorn im Auge. In diesem besonderen Landschafts- und Kulturraum sei die Errichtung eines Gewerbegebiets eine Katastrophe, heißt es auf der Internetseite des Bund Naturschutzes Rott am Inn. "Dabei geht es nicht nur um Sichtschutz – hier wird ein einmaliges Landschaftsbild mit hohem kulturhistorischem und naturschutzfachlichem Wert massiv gestört und es geht als solches unwiederbringlich verloren." 

Anfang September 2017 hat sich in Sendling eine Bürgerinitiative gegründet - mit dem Ziel, sich kritisch mit den weiteren Planungen des Gewerbegebiets auseinanderzusetzen und dieses in dem Kultur- und Landschaftsraum zu verhindern. Die Initiative sieht Widersprüche in den Gutachten. Sie wolle den "besonderen und wirklich schützenswerten Landschaftsraum" auch in Zukunft erhalten und verweist in ihren Argumenten unter anderem auf die Nähe zum Naturschutzgebiet am  Inn und den Innauen. Zudem findet sich eine Unterschriftenliste auf der Website. 

Ramerbergs Bürgermeister könne zwar nachvollziehen, dass der Standort des geplanten Gewerbegebiets angeprangert werde, habe jedoch kein Verständnis dafür, dass sich "quasi in letzter Minute" eine Bürgerinitiative dagegen aufbäume. Er werde weiter an dem Projekt festhalten. 

Man darf gespannt sein, wie es mit dem umstrittenen Gewerbegebiet in Sendling wohl in Zukunft weitergeht. 

Wie stehen Sie zu den Gewerbegebiet-Planungen? 

mb

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