Bürgerinitiative präsentiert neue Lösung *Mit Voting* 

Alternativer Standort: Kickt der SV Ramerberg künftig im Ort weiter? 

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Ein alternativer Standort für den Zellerreiter Sportplatz scheint gefunden: Die Fläche neben dem alten Platz. 
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Ramerberg - Ist der Standort der geplanten Sportstätte des SV Ramerberg am nordwestlichen Ortsausgang von Zellereit doch nicht geeignet? Die Bürgerinitiative "Für ein liebens- und lebenswertes Ramerberg" präsentiert eine neue Lösung. 

Noch im Januar 2019 war die Rede davon, die Sportanlage im Ortsteil Zellereit zu errichten. Gemeinde und Grundstückseigentümer hätten sich bereits geeinigt. Ist diese Idee nun passé? Wenn es nach der Bürgerinitiative "Für ein liebens- und lebenswertes Ramerberg" geht schon. 

Der Standort befinde sich demnach in einem "Halbmoorgebiet direkt neben dem Flora-Fauna-Habitat Attel". Die Zufahrt sei nur durch eine Wohnsiedlung möglich, wobei sich die Straße beim Queren des FFH-Areals einspurig verenge. Auch aus der Gegenrichtung wäre der geplante Platz nur über einen einspurigen Weg zu erreichen. 

"Kein Wunder, dass die betroffenen Anwohner Einwände erhoben haben", betont die Bürgerinititative in einer schriftlichen Stellungnahme zu dem Standort in Zellereit und erklärt weiter, ihre Bedenken würden sich vor allem um eine adäquate und auch vom Fußballverband geforderte Verkehrsanbindung drehen, die nicht zu realisieren sei. Ein Spielbetrieb sei zudem nur möglich, wenn "schmerzhafte Eingriffe in das Flora-Fauna-Habitat Attel" wie die Fällung von 100-jährigen Eichen vorgenommen würden. Bei der Gemeinde seien laut BI 180 Einwände vorgebracht worden, die derzeit noch bearbeitet werden würden.

Alternativer Standort-Vorschlag in Ramerberg

Die Zellerreiter Bürger seien "keine Fußball-Gegner, sondern nur gegen den geplanten Ort für die Spielstätte". Die Bürgerinitiative hat deshalb eine Alternative gefunden für den Neubau eines Fußballplatzes des SV Ramerberg - als Erweiterung direkt neben dem alten Platz, der sogar bestehen bleiben könnte

Manfred Reithmeier, Mitinitiator dieser neuen möglichen Lösung, lud bereits Vertreter von Gemeinde und Landratsamt Rosenheim sowie Mitglieder des SV Ramerberg zu einer Ortsbegehung, bei der man mit den drei Grundstückseignern, die sich bereit erklärten, an den SV Ramerberg zu verpachten, ins Gespräch gekommen sei. 

Ein Generationen-Wechsel auf einigen Höfen habe diese neue Lösung möglich gemacht. Die Grundstückseigner Alois Bichler, Rupert Riedl und die Familie Schuster seien wohl bereit, dem SV Ramerberg auf zehn Jahre Grund zur Verfügung zu stellen - mit Option auf Verlängerung. Dafür sollen die Biobauern Ausgleichsflächen in 1,5-facher Größe erhalten. 

Auch dem Errichten von Umkleiden und Duschen in "fliegenden Bauten" stehe nichts im Wege. Zudem seien im benachbarten neuen Gemeindehaus, das demnächst eröffnet, bereits Duschen und Umkleidemöglichkeiten enthalten.

Ramerbergs Wirt Alois Bichler, auf dessen Grund der SV Ramerberg bereits seit 50 Jahren kostenfrei spielt, habe grünes Licht für den weiteren Spielbetrieb auf dem Hauptplatz gegeben und signalisiert, dass auch seine Tochter, die 2021 übernehme, damit einverstanden sei. 

Lediglich der jetzige Übungsplatz würde auf längere Sicht dann nicht mehr zur Verfügung stehen: Die Familie Schuster würde sich für ihr Entgegenkommen von der Gemeinde die Realisierung eines Kreisverkehrs wünschen, um den Unfallschwerpunkt "Kreuzung Mitterhof" vor ihrer Haustüre zu entschärfen

Zuschüsse nur für 30 Jahre Pacht 

"Diese Möglichkeit eines alternativen Standortes in Ramerberg nimmt den Druck heraus, auf Biegen und Brechen die Lösung in Zellerreit zu suchen. Der SV Ramerberg muss sich also nicht - wie angedroht - auflösen, sollte die geplante Sportstätte in Zellerreit nicht realisierbar sein", betont die BI.

Der stellvertretende Vorsitzende Andreas Niedermaier stellte klar, dass der SV Ramerberg auf Zuschüsse vom Fußballbund in Höhe von 250.000 Euro nicht verzichten wolle. Die gebe es jedoch nur für eine Pachtdauer von 30 Jahren

Die BI dazu: "Es wäre durchaus eine Rechenaufgabe einmal zusammenzuzählen, was der laut Gutachtenin Zellerreit notwendige Tausch des Erdreichs nebst einer vorgeschriebenen LED-Flutlichtanlage kostet nebst anderen zu erwartenden die Umwelt schonenden Auflagen wie etwa einer gesonderten Drainage. Es ist kaum zu erwarten, dass der Fußballverband die Pachtdauer nur als einziges Kriterium für die Förderung eines Platzes ausgibt. Ein Fußballfeld, das nur Striche auf eine gemähte Wiese einzieht und nicht nach den Regeln des Fußballplatzbaus errichtet wurde, dürfte kaum genügen. So ein reguläres Fußballplatz-Vorhaben kann sich auf eine Million belaufen, wie man aus umliegenden Gemeinden weiß. In Ramerberg ist alles weitaus kalkulierbarer. Am Ende könnte ein Fußballplatz in Zellerreit dem Verein trotz hoher Zuschüsse wesentlich teurer kommen. Der SV Ramerberg sagte zu, sich zumindest vereinsintern mit dieser neuen Möglichkeit auseinander zu setzen."

Welche Stellung bezieht die Gemeinde?

Der zweite Bürgermeister der Gemeinde Ramerberg, Konrad Fuchs, stehe allem Anschein nach auf der Seite der Initiative und begrüße es, dass es gelungen sei, diesen alternativen Standort ausfindig zu machen. Die Sorge einiger Bürger, dass sie zur Kasse gebeten würden, würde sich der Verein übernehmen, sei wohl aus dem Weg geräumt, da "die Gemeinde seitens der kommunalen Finanzbehörde nur in engen fünfstelligen Grenzen bürgen darf". 

Weitere Aussagen wurden bisher nicht gemacht, weil die Gemeinde in behördliche Abläufe eingebunden sei und erst die übergeordneten Stellen ihre Stellungnahmen abgeben müssen. 

Die weitere Entwicklung des Sportplatzes in Ramerberg: Sie ist nun wieder ein Gesprächsthema in der kleinen Gemeinde

mb/Bürgerinitiative "Für ein liebens- und lebenswertes Ramerberg"

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