Trotz Gegenwehr: Kommt das Gewerbegebiet Sendling-Ost?

Ramerbergs Bürgermeister Gäch: "Hoffe, die finale Entscheidung fällt" 

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Ramerbergs Bürgermeister Georg Gäch steht hinter dem Projekt in Sendling-Ost. 
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Ramerberg - Seit Jahren beschäftigt sich die Gemeinde mit der Ausweisung des Gewerbegebietes Sendling-Ost an der B15 in Richtung Kloster Attel. Bald könnte ein Ende der langjährigen Debatte in Sicht sein.  

Diskussionen um Für und Wider des geplanten Gewerbegebiets im Ramerberger Ortsteil Sendling gab es regelmäßig in den vergangenen Jahren. Immer wieder geriet das Verfahren ins Stocken. So musste die "Bauleitplanung Gewerbegebiet Sendling-Mitte" beispielsweise im Januar 2018 erneut ausgelegt werden. 

"Befinden uns auf einem guten Weg" 

Ramerbergs Bürgermeister Georg Gäch erklärt nun auf Nachfrage der Redaktion zum aktuellen Stand, dass die Auslegung des Projekts erfolgreich über die Bühne gegangen sei und bis Anfang April wohl abgeschlossen werde. 

Nach zahlreichen Behördengängen und Gesprächen der Verwaltung wagt der Bürgermeister eine vorsichtige Prognose: "Wir befinden uns auf einem guten Weg - die Auslegung endet in den nächsten Tagen und ich hoffe, dass die finale Entscheidung dann auch fällt." 

Für Befürworter wie den Bürgermeister sei die Realisierung des Gewerbegebiets eine "Chance für Ramerberg", wenn die Gemeinde langfristig selbständig bleiben wolle. Auch wenn Gäch einräumt, dass der Standort direkt an der B15 mit Blick auf Attel "nicht ideal" sei - es gebe keinen anderen. 

BN weiter gegen Realisierung 

Gegner hingegen kritisieren indes vor allem jenen Standort und sehen den Natur- und Kulturraum in der Nähe des Klosters Attel gefährdet. Vor allem die Kreisgruppe Rosenheim des Bund Naturschutz spricht sich gegen diesen Standort aus. Eine Petition der Bürgerinitiative "Ramerberg ‐ Sendling zum Schutz des Landschaftsraumes Kloster Attel" und eines Anwohners wurde jedoch schon einmal abgelehnt.

Doch der BN um Wolfgang Matschke kämpft weiter gegen das Gewerbegebiet an diesem Standort nahe des Klosters Attel und prangert als beteiligter Träger öffentlicher Belange an der Bauleitplanung "Gewerbegebiet Sendling Ost" mehrere Punkte an: Langfristig würde das Gebiet um die Klosteranlage Attel, die laut Daniel Hoheneder, Architekt und Kreisheimatpfleger im Bereich Baudenkmalpflege des Landkreises Rosenheim, als "herausragendes und kulturlandschaftsprägendes Denkmal" gewertet werde und so auch beim Landesamt für Denkmalpflege kartiert sei, "fehlentwickelt". Aus heimatpflegerischer Sicht sei das Vorhaben laut Hoheneder abzulehnen. 

Der geplante Standort liege nach Ansicht der BN außerdem in einem "sehr reizvollen und schützenswerten Landschaftsteil". Kennzeichnende Orts- und Landschaftsbilder seien zu schonen und zu erhalten. Die Gemeinden hätten die Aufgabe, Natur und Landschaft zu schützen und zu pflegen - so stehe es nicht zuletzt in Artikel 141 (1) der Bayerischen Verfassung

Zudem sei die Ausweisung des Gewerbegebietes in Hinblick auf Naturhaushalt und Landschaftbild wegen der sehr empfindlichen Lage ebenfalls als sehr problematisch anzusehen. In der FFH-Gebietsbeschreibung des Bereichs Innauen und Leitenwälder sei der Standort als "besonders wertvolles Rückzugsgebiet für die Fauna" und als "bedeutsames Naturschutzgebiet" beschrieben. 

Ab Mitte April 2019 ist eine Sondersitzung des Gemeinderats bezüglich des geplantes Gewerbegebiets Sendling-Ost angesetzt. 

mb

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