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500 Tage Bürgermeister (Teil 12)

Trotz Streit findet der Ramerberger Bürgermeister Manfred Reithmeier: „Wir sind auf einem guten Weg“

Hofft darauf, dass ein Mediator die zerstrittenen Gruppen im Gemeinderat auf einen besseren Weg bringt: Ramerbergs Bürgermeister Manfred Reithmeier.
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Hofft darauf, dass ein Mediator die zerstrittenen Gruppen im Gemeinderat auf einen besseren Weg bringt: Ramerbergs Bürgermeister Manfred Reithmeier.

Alle neuen Bürgermeister sind mitten in der Pandemie in ihre Amtszeit gestartet. Doch in keinem anderen Ort war es so schwierig wie in Ramerberg, wo sich tiefe Gräben aufgetan haben. Im Interview zeigt sich Bürgermeister Manfred Reithmeier trotzdem zuversichtlich, dass er die Probleme in den Griff bekommt.

Ramerberg – 500 Tage ist auch der neue Bürgermeister von Ramerberg, Manfred Reithmeier (UWR), im Amt. Es waren schwierige Tage, geprägt durch Probleme und viel Streitigkeiten. Im Interview mit der Wasserburger Zeitung nimmt Reithmeier auch zu den Dauerbrennern Sportplatzbau und Wasserversorgung Stellung. Und setzt auf versöhnliche Töne.

Wie hat Corona in den ersten 500 Tagen Ihrer Amtszeit mitregiert?

Manfred Reithmeier: Wie in allen Bereichen und Ländern waren natürlich auch wir im Gemeinderat und in der Verwaltung Rott/Ramerberg von der Pandemie betroffen. Es gab eine Reihe von Einschränkungen, die unsere Arbeit erschwert haben. Das betraf zum Beispiel gerade in der Zeit nach meiner Amtsübernahme die Einarbeitung mit den Verwaltungsmitarbeitern, den Gemeindearbeitern und Gemeinderäten. Es konnten nicht alle Gespräche und Termine in gewohnter Weise und persönlich stattfinden, so wie ich mir das gewünscht hätte. Das ist immer eine gewisse Belastung für alle.

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Und was ich besonders bedaure: Viele gemeinschaftlichen Aktivitäten und Festlichkeiten unserer Gemeinde wie zum Beispiel Jahreshauptversammlungen, Sommer-, Feuerwehr-, Maibaum-, Schul- und Kindergartenfeste und vieles mehr, mussten wir bedingt durch Corona absagen.

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Aber die Corona-Maßnahmen waren erforderlich, zum Wohl und Schutz aller, vor allem der besonders gefährdeten Personengruppen wie älteren Menschen und Kranken. Stand heute bin ich jedoch zuversichtlich, dass wir schon bald wieder deutlich mehr zusammen machen können, was den Austausch und Zusammenhalt in unserer Gemeinde fördern wird. Als nächstes stehen die Bürgerversammlung und die Weihnachtsfeier an.

Zellerreit ist als neuer Standort für den Ramerberger Fußballplatz abgelehnt. Wird es dennoch eine Lösung für die Fußballer geben?

Reithmeier: Der Gemeinderat und ich, wir sind uns alle einig, dass es eine gute Lösung für den SV Ramerberg in Sachen Fußballplatz geben muss. Das Thema ist den Bürgerinnen und Bürgern wichtig. Diesen Prozess zu steuern, sehe ich als eine meiner wichtigen Aufgaben an. Für ein erfolgreiches Ergebnis braucht es aber auch die Bereitschaft aller, Wege mitzugehen, die für alle akzeptabel sind, nicht nur für einzelne Gruppen. Die gute Nachricht lautet: Es laufen derzeit Gesprächen zu einer aus meiner Sicht sehr attraktiven Lösung für den SV Ramerberg und auch uns als Gemeinde insgesamt. Und das ist wichtig, denn am Ende müssen alle von uns mit dem Ergebnis zufrieden sein.

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Die Wasserversorgung in Ihrer Gemeinde ist in einem schlechten Zustand. Was kommt da auf die Gemeinde zu?

Reithmeier: Das Thema Wasserversorgung hat für mich und meine Kollegen von der Liste UWR allerhöchsten Stellenwert! Sauberes Trinkwasser ist mit das höchste Gut einer Gemeinde. Es ist wichtig für ein gesundes Leben, für unsere Kinder und Familien. Eine funktionierende Wasserversorgung muss in einer Gemeinde Vorrang haben. Kurz nach meiner Amtsübernahme im vergangenen Jahr erhielten wir dazu eine schlechte Nachricht: Das Gesundheitsamt wollte alle Ortsteile östlich der Bahn absperren und vom THW eine Notleitung von Edling herlegen lassen. Es wurden eine erhebliche Anzahl an Keimen im Trinkwasser festgestellt. Anscheinend gab es Probleme mit dem Trinkwasserbehälter, der jährlich gereinigt werden sollte. Auch die Wartung eines Druckkessels ist aufgefallen und die Versorgung mit Löschwasser war nicht überall sichergestellt – für mich als hauptberuflichen und ehrenamtlichen Feuerwehrler ein Unding im Hinblick auf die Sicherheit unserer Gemeinde und deren Bewohner.

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Deshalb haben wir mit als erstes nach meiner Amtsübernahme das Thema Wasserversorgung angepackt: Eine Fachfirma hat die Gemeinde überprüft und einen Dringlichkeitsplan erstellt. Es wurden die Wasserbehälter notsaniert, eine neue Druckerhöhungsanlage eingebaut und es werden jetzt regelmäßig Wasserproben entnommen. Alle Hydranten und bis auf wenige Ausnahmen alle Hausschieber wurden von einer Fachfirma überprüft. Die Löschwasserbereitstellung in der ganzen Gemeinde wird gerade überarbeitet. Und im Laufe des nächsten Jahres soll eine neue Wasserleitung östlich der Bahnlinie verwirklicht werden. Demnächst startet die Ausschreibung für die Auftragsvergabe zur Neuverlegung der Trinkwasserleitung vom Übergabepunkt Edling bis Sendling.

Das sind die wichtigsten Punkte für eine sichere Versorgung aus Sicht der Fachleute. Alles andere wird Schritt für Schritt in den nächsten Jahren verbessert und auf den neusten Stand gebracht. Dadurch kommen natürlich höhere Kosten auf die Gemeinde zu, aber das muss es uns allen Wert sein.

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Streit und Spannungen prägen vielfach die Stimmung im Gemeinderat. Wie könnte eine vertrauensvolle Zusammnenarbeit erreicht werden?

Reithmeier : Dass es zu Meinungsverschiedenheiten im Gemeinderat kommt, das ist ganz normal. Menschen müssen sich im Sinne der Sache engagieren und auch streiten können. Aber immer in angemessenem Rahmen und vor allem mit Respekt voreinander und dem Amt, das man im Gemeinderat ausübt. Sonst schadet man nicht nur den anderen, sondern auch sich selbst und vor allem dem Gemeinderat als Ganzes und der Gemeinde.

Um das künftig sicherzustellen, habe ich ein Beratungsverfahren mit Unterstützung eines Externen eingeleitet, der uns im Gemeinderat helfen soll, die unterschiedlichen Meinungen und Interessen im Sinne eines vernünftigen und zielführenden Miteinanders zu moderieren. Das ist wichtig mit Blick auf ein demokratisch gewähltes Gremium wie den Gemeinderat. Das ist mein Anspruch und der meiner Kollegen von der Liste UWR. Das Ganze läuft zwar noch nicht so reibungslos, wie wir uns das erhoffen, aber wir sind auf einem guten Weg.

Worauf freuen Sie sich morgens, wenn Sie ins Rathaus gehen?

Reithmeier : Ich freue mich, dass uns von der Liste UWR viele Menschen das Vertrauen geschenkt und uns gewählt haben und wir zusammen etwas für unsere Gemeinde bewegen können. Die großen Fortschritte bei der Wasserversorgung sind da ein gutes Beispiel. Und als Bürgermeister freut mich natürlich der Austausch und Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern – künftig hoffentlich noch mehr persönlich als in den Monaten der Pandemie.

Wenn Sie einen Wunsch für Ihre Gemeinde frei hätten, dann …

Reithmeier : …dass wir alle gesund bleiben, damit wir die vielen schönen Dinge, die unsere Gemeinde und das Leben in Bayern bietet, so lange wie möglich genießen können.

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