TTIP: Bleibende Aufregung

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Auf Einladung der Wasserburger Grünen, die sich in weiten Teilen des Altlandkreises engagieren, hielt Landtagsabgeordnete Claudia Stamm einen Vortrag in Ramerberg. Das Thema: TTIP. Stadtrat Alexander Hartung begrüßte Publikum und Rednerin. 
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Ramerberg – Großes Interesse beim Vortrag von Claudia Stamm zum Thema TTIP. Die Landtagsabgeordnete der Grünen informierte über den Sachstand und ging ins Detail.

Der zweite Bürgermeister und die dritte Bürgermeisterin aus Ramerberg waren nicht die einzigen Gäste, die sich über TTIP informierten und dem Vortrag von Claudia Stamm lauschten. Die Landtagsabgeordnete erläuterte den teils unverständlichen Vereinfachungen, die die Befürworter von TTIP stets betonen. „Einheitlicher technischer Standard ist die Sache, mit der man sich anfreunden könnte, doch die angedachten neugeordneten Standards im Bereich Umwelt und Verbraucherschutz sind doppelt zu hinterfragen bei den Verhandlungen zu TTIP“, zeigten sich Grünen-Stadtrat Alexander Hartung aus Wasserburg und Landtagsabgeordnete Claudia Stamm einig.

Wie immer äußerst kompetent brachte Claudia Stamm dem Publikum Details zum Vorhaben TTIP. Sie erklärte das teils schwer zu verstehende System des Freihandelsabkommen absolut bürgernah.

Leider passiere viel hinter verschlossener Türe, ohne große Transparenz, bemängelte Stamm während des Vortrags in Ramerberg. „Ein Handelsabkommen beseitigt Handelshemmnisse“, so Stamm. „Nicht die kleinen und mittleren Unternehmen haben Interesse an TTIP, wohl aber die großen Firmen“, wirft Stamm in die Runde. Anforderungen würden gesenkt, was nicht immer zum Wohle des Verbrauchers sei. Die durchgeführte neunte Verhandlungsrunde in Washington sei zu TTIP angelaufen, doch die nicht vorhandene Transparenz mache TTIP zu einem echten Problem für die Bürger. Zölle könnten jedoch auch ohne TTIP gesenkt werden, ist sich die Landtagsabgeordnete sicher. Der öffentliche Widerstand in Deutschland mache sich bemerkbar, betont Stamm. Man habe immerhin erreichen können, dass die EU die Ergebnisse der Beratungen zu TTIP öffentlich darstelle. Die USA jedoch halten nicht viel von Transparenz. Wie es mit dem Freihandelsabkommen letztendlich weitergehe, sei noch unklar.

Das sagen die Befürworter

Das Freihandelsabkommen brächte Vorteile mit sich, heißt es von Fans. Steigerung der Wirtschaft, Schaffung von Arbeitsplätzen.

Sehr ernüchternd die Ausführungen, die Claudia Stamm den Anwesenden darstellte: Die Zahlen seien falsch interpretiert worden, man sei zunächst von Steigerungen pro Jahr ausgegangen, letztendlich sei aber klar geworden, dass es sich um eine Steigerung verteilt auf zehn Jahre handle. Chancen im Weltmarkt für kleine und mittelständische Unternehmen halte sie für überschaubar. Von Chlorhühnchen bis hin zu Verbraucherschutz im großen Ausmaß – Claudia Stamm verdeutlichte die Gefahren, die TTIP bringen könnte und zeigte sich gegenüber dem angedachten System sehr kritisch eingestellt. Die Anwesenden horchten äußerst interessiert. „Die sollen uns Bürger ja nicht für dumm verkaufen, mit uns kann man das nicht machen“, wetterte ein Zuhörer, der TTIP ebenso wie viele andere fürchten.

Quelle: rosenheim24.de

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