Rasend vor Eifersucht gewütet - Arrest

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Wasserburg - Explodierende Eifersucht brachte einem 21-Jährigen jetzt Arrest ein - als Hinweis, was im Wiederholungsfall folgen könnte.

Als konfliktgeladen könnte die Beziehung des Arbeiters aus dem Raum Wasserburg zur Mutter seines Kindes bezeichnet werden, von der er sich schon mehrmals trennte. Besonders angespannt war aber das Verhältnis zu seiner Schwiegermutter in spe.

Grund dafür waren meist die heftigen Eifersuchtsattacken des 21-Jährigen, der in Elternzeit ging, um sich der Erziehung des gemeinsamen Kindes zu widmen. Nun musste sich der junge Mann wegen des Verdachts der Beleidigung, der Sachbeschädigung und der vorsätzlichen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Wasserburg verantworten.

Laut Anklageschrift soll er die Mutter seiner Verlobten im Dezember bei einem Telefongespräch als "Drecksau" und "dreckiges Schwein" beschimpft haben. Im April soll er dann nach einem Streit die Wohnungstür seiner Verlobten eingetreten und dabei einen anderen Mann in deren Bett vorgefunden haben. Daraufhin soll es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, bei der er seinen Rivalen aus dem Bett gezerrt und mit der Faust mehrmals auf den am Boden Liegenden eingeschlagen und eingetreten haben soll. Zudem soll der in Rage geratene Arbeiter seiner Verlobten mit der Hand ins Gesicht geschlagen und ihr ein blaues Auge zugefügt haben. Der vermeintliche Rivale erlitt bei dem Vorfall mehrere Hämatome, eine Nasenprellung, eine Absplitterung am Zahn und eine Verletzung am Auge.

Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte einsichtig und räumte die Beleidigung ein. Die Mutter seiner Verlobten habe diese ungerechtfertigt überreden wollen, ihn wegen Körperverletzung anzuzeigen. Am Telefon sei es dann zu dem Wortgefecht gekommen, auch wenn er sich an den genauen Wortlaut nicht mehr erinnern könne.

Seine Eifersucht auf männliche Freunde seiner Verlobten schilderte der Angeklagte als zwanghaft. Deshalb habe er auch vor Kurzem eine Männerberatungsstelle aufgesucht, um seine Emotionen künftig besser in den Griff zu bekommen und seiner Verlobten mehr Freiraum zu lassen. Außerdem habe man beschlossen, bis auf Weiteres in getrennten Wohnungen zu bleiben, um notwendige Rückzugsmöglichkeiten zu haben. Mittlerweile sei er zu der Einsicht gekommen, dass keine Frau diesen Ärger wert sei und nach dem Vorfall habe er sich ursprünglich selbst anzeigen wollen. Seine Verlobte habe ihn damals dann aber davon abgehalten.

Vor Gericht entschuldigte sich der Angeklagte beim Geschädigten, der dies allerdings etwas zögerlich annahm und betonte, dass diese Bekundung eher erfolgen hätte müssen. Außerdem habe er nur bei seiner ehemaligen Mitschülerin geschlafen, weil er nicht mehr nach Hause gekommen sei. Plötzlich hätten ihn die Faustschläge geweckt und er sei aus dem Bett gezogen worden. Dann habe er am Boden gelegen und der Angeklagte habe mit der Faust insgesamt fünf- bis zehnmal auf ihn eingeschlagen. Der Angeklagte habe dann seine Matratze aus dem Bett gezogen, ihn mit den Worten "sofort raus" rausgeworfen und ihm sein Handy nachgeworfen.

Später habe er ihm 1000 Euro angeboten, wenn er auf eine Anzeige verzichte. Doch ihm gehe es nicht um Geld, vielmehr sei die Verurteilung für ihn eine Genugtuung. Die Verlobte des Angeklagten schilderte den Vorfall ähnlich. Beim Versuch, ihren Verlobten von ihrem ehemaligen Mitschüler zu trennen, sei sie zwischen die Fronten geraten und habe den Schlag ins Gesicht abbekommen. Insgesamt sei die Beziehung schwierig, darum wolle man mit der Hochzeit warten.

Das Gericht folgte der Empfehlung der Jugendgerichtshilfe und verurteilte den Angeklagten nach Jugendstrafrecht zu einem Wochenende Dauerarrest und zur Teilnahme an einem Gruppenkurs gegen häusliche Gewalt. Zwar sei das Gericht zu der Ansicht gekommen, dass der Angeklagte weiter an sich arbeiten wolle, doch brauche er dazu Hilfestellung. Der Arrest sei eine gute Möglichkeit, zu zeigen, wo er bei weiteren Straftaten lande, wenn dann nach Erwachsenenrecht geurteilt werde, hieß es in der Urteilsbegründung.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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