Reaktionen zur Bundestagswahl in der Region

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Reaktionen der FW, SPD und AfD zum Wahlergebnis
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Rosenheim - Nach dem überdurchschnittlichen Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl, geht man bei den anderen Parteien auf Ursachenforschung. Warum man die CSU nicht stoppen konnte.

Abuzar Erdogan, der Direktkandidat der SPD im Stimmkreis Rosenheim, stehe bekanntlich noch am Anfang seiner Karriere in der Politik. Mit einem Alter von 20 Jahren habe er selbstverständlich noch viel vor sich, für die nächste Zeit stehe deshalb auch erst einmal sein Studium im Vordergrund. Überrascht sei er vom Wahlergebnis im stimmkreis Rosenheim nicht. Die mangelnde Bekanntheit und das Fehlen des "Amtsbonus der Vorgängerin Angelika Graf" ließen den türkisch-stämmigen Politiker mit einem Wahlergebnis in der erreichten Größenordnung rechnen. Etwas mehr als die erreichten 12,5% der Erstimmen hätten es aber schon sein dürfen, hätte er doch in den Gesprächen auf der Straße, insbesondere mit den Jugendlichen gemerkt, dass er "sie erreicht und auch von der Sache überzeugen konnte".

Erdogan Abuzar Direktkandidat Bundestag SPD Rosenheim

Das eigentliche Problem am vergangenen Wahlkampf sehe er jedoch in der Tatsache, dass diesmal die Personen und nicht die Inhalte im Vordergrund gestanden hätten. Auch sein Abschneiden folge dem Bundestrend, für persönliche Auszeichnung sei hier wenig Spielraum. Für die Zukunft sehe Erdogan akuten Handlungsbedarf in den innerparteilichen Strukturen. "Personal und Inhalt" stehen ganz oben auf der Liste, die es zu verändern gelte.

Jürgen Glaudigau Direktkandidat Bundestag AfD Rosenheim

Vor allem bei den Inhalten sehe auch die AfD, in Person von Jürgen Glaudigau, starken Handlungsbedarf für die eigene Partei. Man habe sich zwar seit der Gründung vor einem halben Jahr auch mit anderen Themen wie zum Beispiel der Energiepolitik beschäftigt, Kern der politischen Arbeit habe aber auf jeden Fall das Thema "Euro" ausgemacht. Möchte man in Zukunft mit den anderen Parteien mithalten, müsse man sich da schnellstmöglich Gedanken machen. Ansonsten zeigte sich der Vertreter der "Alternative für Deutschland" in Rosenheim mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ein kleiner Wehrmutstropfen sei, dass man "leider nur 4,7% und somit den Einzug in den Bundestag nicht geschafft" habe. Für die knapp 17000 Mitglieder sei es nun eine "anspruchsvolle Aufgabe, in den kommenden Parteitage, alle anderen Themen abzudecken, Geld zu investieren und gegen die immernoch hohe Unbekanntheit der Partei vorzugehen". Zumindest der letzte Punkt sollte nach der vergangenen Wahl aber das geringste Problem sein. Glaudigau wolle sich in Zukunft verstärkt auf seine Tätigkeiten im Kreisvorsitz und im Bezirksvorstand konzentrieren. Konsequenzen aus der Wahl sehe er für die nun "fortschreitende Eurorettungspolitik seitens der Kanzlerin" und für alle Anhänger der FDP. Die täten ihm Leid, seien doch auch etliche Existenzen vom Ausscheiden der Liberalen direkt betroffen. Als "unvergleichlich und spannend" empfand Glaudigau den Verlauf des Wahlabends, den er zusammen mit knapp 400 Parteikollegen aus ganz Oberbayern im Augustinerkeller in München erlebte.

Bilder von der Wahlparty der CSU in Kolbermoor

Impressionen von der Wahlparty der CSU

Robert Multrus Direktkandidat Bundestag FW Rosenheim

Ganz anders verfolgte Robert Multrus von den Freien Wählern die Stimmenschlacht. Er beobachtete den Verlauf am heimischen Fernsehgerät im Kreis der Familie. Von "Zufriedenheit, seitens der Partei könne man nicht sprechen, man hatte sich nach der Landtagswahl mehr erwartet" , so Multrus. "Für die erhofften Protestwähler, war unsere Partei leider nicht wählbar. Erst recht nicht für die, die Rot-Grün verhindern wollten". Man sehe sich in den Themen ganz gut aufgestellt, müsse an seiner Bekanntheit in den nicht bayerischen Bundesländern aber noch arbeiten. In einer Sache waren sich die Politiker jedoch einig. Es laufe höchstwahrscheinlich auf eine große Koalition hinaus, auch wenn Erdogan (SPD) dabei starke Spannungen in den Inhalten der beiden großen Parteien sehe. Eine Zusammenarbeit rüttle dann eindeutig an der Glaubwürdigkeit einer der beiden Parteien. Auch in der Zusammenarbeit mit den Grünen seien "einfach zu viele Unterschiede erkennbar". Lediglich Multrus (FW) fände eine schwarz-grüne Koalition spannender und interessanter.

Mit welchem Koalitionspartner die CDU/CSU letzten Endes gemeinsame Sache machen, wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. Die Partei werde sich auf jeden Fall mit allen Möglichkeiten beschäftigen, und die Entscheidung nicht leichtfertig treffen. Man sei sich der Verantwortung bewusst. So Daniela Ludwig, CSU, die persönlich nach der Wahl noch keine Aussage zum Thema Koalitionspartner machen wollte.

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Quelle: rosenheim24.de

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