An Realschule wird's schon wieder eng

Wasserburg - Schulleiter Josef Grundner sieht das Positive: "Wir brauchen keinen Container". Mit neun fünften Klassen startet die Realschule das neue Schuljahr.

Leichtes Wachstum verzeichnet das Gymnasium, 1133 Schüler drücken dort im neuen Schuljahr die Schulbank, 1105 waren es im letzten. Für 33 Kinder beginnt in Reitmehring die Schulzeit, "unter 30 wird es problematisch, es werden immer weniger", sagt Rektor Franz Stadler.

Der Neubau der Wasserburger Realschule.

Im letzten Jahr feierte die Realschule die Einweihung ihres Neubaus. Im neuen Schuljahr werden Fach- und Aufenthaltsräumen genutzt, damit nicht schon wieder in einen Container ausgewichen werden muss. Mit sieben fünften Klassen hatte Josef Grundner gerechnet, am Ende sind es neun Klassen mit 265 "neuen" Realschülern, das sind 180 mehr als 2009, was einem Zuwachs von 30 Prozent entspricht. Damit liegt Wasserburg bei den Realschulen im Landkreis Rosenheim vorne, die anderen vier staatlichen Realschulen haben im Schnitt 18 Prozent mehr Schüler. Fast die Hälfte seien, so der Schulleiter, geeignet für das Gymnasium, "G 8-Flüchtlinge". Weil das Ziel sein müsse, dass jeder Schüler an der Schule ist, an der er sein sollte, werden die Lehrer gymnasialgeeigneten Schülern den Wechsel ans Luitpold-Gymnasium empfehlen, viel verspricht sich Josef Grundner nicht davon.

"Der Run ehrt uns ja auch, ich will mich nicht beklagen", meint Josef Grundner, der ansonsten mit der Situation zufrieden ist. Mit 88 Haupt- und nebenamtlichen Lehrern sowie 21 Ausbildungsreferendaren sei man gut bestückt, das Wahlfachangebot könne man sogar ein bisschen ausweiten in Richtung Musik, Sprachen und Sport mit der Kletterwand.

"Wenn die Hexenjagd vorbei ist, geht es geregelt weiter", sagt Peter Rink und meint damit das G 8 und die Diskussionen darüber, die in der öffentlichen Meinung eine Hysterie geschürt habe. Der Leiter des Luitpold-Gymnasiums erinnert sich bei diesem Thema an einen runden Tisch mit Eltern und Schülern. Dass das G 8 nicht so dramatisch sei, hätten damals vor allem Schüler gemeint. Mit Mut und Zuversicht startet man in das neue Schuljahr mit doppeltem Abiturjahrgang und dem letzten G 9-Jahrgang, der schon im März sein Abitur schreiben wird, die erste Reifeprüfung für einen G 8-Jahrgang wie für die Q12-Schüler wird im Mai folgen.

Auf sechs Klassen verteilen sich die 143 Schüler, die auf das Gymnasium gewechselt haben, weil sich der Schulversuch im vergangenen Jahr bewährt hat gibt es wieder zwei fünfte Klassen mit 22 beziehungsweise 21 Schülern, die mit Englisch und Latein beginnen. Mit über 90 Kolleginnen und Kollegen und ausreichend Budgetstunden ist der Pflichtunterricht in allen Fächern abgedeckt.

In etwa gleich geblieben ist die Zahl der Schüler in der Grundschule am Gries. In 13 Klassen werden 265 Kinder unterrichtet, für 64 beginnt nächste Woche die Schulzeit in drei Erstklässlerklassen. Geteilt werden durfte eine vierte Klasse, da der Migrationshintergrund über 50 Prozent ausmachte, so dass es nun vier vierte Klassen gibt.

Es gibt zwei Ganztagesklassen "mit einem tollen Team, die Kinder bleiben wirklich sehr gerne in der Schule", sagt Schulleiterin Christa Fiedler. Außerdem gibt es eine Mittagsbetreuung für 40 Kinder aus den anderen Klassen. Die Rektorin freut sich auch, dass nun doch die sanitären Räume im Altbau saniert wurden. Und ganz gespannt ist sie, wie die neue Mittagsversorgung laufen wird. Weg vom Kantinenessen wollte man an der Schule und nun kochen abwechselnd vier Wirte für die Grundschulkinder, das Weiße Rösschen, die Schranne, Mino und Paulaner. 51 Euro, acht Euro mehr als früher, kostet den Eltern monatlich die neue Mittagsverpflegung, "aber sie legen auch mehr Wert auf eine gesunde Ernährung", sagt Christa Fiedler.

Bei der Grundschule in Reitmehring ging man von 48 Erstklässlern aus, nun sind es 33 und Rektor Franz Stadler ist froh, dass er so zwei Klassen bilden kann. "Es werden immer weniger Kinder bei uns". 150 Schüler werden dort in acht Klassen unterrichtet, im vergangenen Jahr waren es noch 165. Er sei, sagt Stadler, froh, wenn er seine Klassen noch zusammenbekomme. Die Zahl der Lehrer ist gleich geblieben.

Rückläufig sind auch die Schülerzahlen an der Wasserburger Hauptschule, mit insgesamt 366 Schülern sind es 30 weniger als 2009. Die Stundenpläne seien fertig, Probleme tauchen immer wieder neue auf. Franz Stein erzählt von zwei Schülerinnen, die erst diese Woche für die sechste und achte Klasse angemeldet wurden. "Sie kommen direkt aus der Türkei, sprechen kein Wort Deutsch, was tut man?" Die Ganztagesorientierungsklasse wäre eine Möglichkeit für die beiden Mädchen. Förderstunden für Deutsch sind Fehlanzeige, "wir haben 0,0 mehr Lehrstunden zum Differenzieren", so der Schulleiter, der auch Positives sieht: "Wir haben relativ kleine Klassen, da geht es uns gut".

Alle Klassen an der Hauptschule sind im neuen Schuljahr Ganztagesklassen, die Zahl der Lehrkräfte ist mit 36 unverändert, in der Mensa essen täglich 110 Schüler, die M-Klassen mit zwei neunten Klassen sind voll, die Praxisklassen funktionieren, aber unter dem Strich "fruchten die Bemühungen um eine Aufwertung der Hauptschule nicht wirklich, immer mehr wechseln zur Realschule", so Stein.

Solche Probleme hat Monika Puttfarcken vom Sonderpädagogischen Förderzentrum nicht. Mit je zehn Kindern in den beiden Anfängerklassen beginnt das neue Schuljahr dort, diese beiden Klassen könnten noch Kinder aufnehmen, die anderen zwölf Klassen sind voll. Vollauf zufrieden ist die Schulleiterin mit den modernen Arbeitszimmern und dem Neubau, nur einen Wunsch hätte sie: Unterstützung für die kleineren Kinder mit einem Sozialpädagogen.

Einen neuen Schüler bekommt im neuen Schuljahr die Makarius-Wiedemann-Schule in Attel, er beginnt seine Schulzeit in einer der beiden Grundschulstufen, außerdem gibt es in Attel drei Hauptschulstufen und für die 16- bis 19-Jährigen vier Berufsschulstufen. Insgesamt 79 Schüler gehen in Attel in die Schule, dabei sind etwa zwei Drittel extern, ein Drittel sind Heimkinder. In der Schule sind außerdem sechs Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in der schulvorbereitenden Einrichtung. Es gehe alles seinen normalen Gang, sagt Schulleiter Helmut Hammerbacher. Schülerrückgang, das werde er einfach weiter beobachten. Zwei Schüler sind es dieses Jahr weniger als letztes Jahr.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © realschule.wasserburg.de

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