Rechnet sich Altstadtbahn?

Wasserburg - Die Eckpunkte für eine Kosten-Nutzen-Analyse zur Reaktivierung der Altstadtstrecke legten jetzt Stadtrat und Verkehrsplanungsbüro fest.

Schon seit Jahren forderte die CSU immer wieder eine Kosten-Nutzen-Analyse, bevor auch nur andeutungsweise über eine Reaktivierung der Altstadtstrecke entschieden werden könne. Diese Analyse lag jahrelang auf Eis, das Verkehrsministerium in München äußerte sich auch auf mehrfache Anfragen hin nicht zur Zukunft der Bahnstrecke Ebersberg-Wasserburg. Nun scheint eine Entscheidung für einen Begegnungspunkt Steinhöring gefallen zu sein, damit wäre der Stundentakt nach München möglich. Und nun geht es auch mit der Kosten-Nutzen-Analyse weiter.

Harald Spath vom Verkehrsplanungsbüro Gevas erklärte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates, dass es mittlerweile ein vereinfachtes Verfahren gebe, das auch von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und dem Verkehrsministerium anerkannt sei, dort das Argumentieren erleichtere.

Zu berücksichtigen sind bei einer Kosten-Nutzen-Analyse laut Spath verschiedene Varianten: Reaktivierung nein, aber Optimierung Schienenpersonennahverkehr (SPNV); Reaktivierung ja mit und ohne Knotenpunkt mit dem Stadtbus. Dazu gehören eine Bestandsaufnahme, die Berücksichtigung der Kfz-Mengen und eine Befragung von Schülern, Pendlern, Einkäufern, Touristen in den Stadtbuslinien. Die Befragung ist laut Spath aber erst nach der Stadtbusumstellung im September sinnvoll, er halte den Oktober/November für den frühestmöglichen Zeitpunkt. Außerdem müsse man sehen, wie die möglichen Ankunfts- und Abfahrtszeiten in der Altstadt zum Beispiel mit dem Schulbeginn und -ende harmonieren.

Der Ist-Zustand der Gleise, Stützmauern, übergänge und Brücken muss festgestellt werden, ein Maßnahmenkatalog entwickelt werden. Die Instandsetzung der Strecke und die Kosten für den laufenden Betrieb gehen dann in die Kostenschätzung mit ein.

Auf Wunsch der CSU werden auch die Kosten für die Umwandlung der Altstadtstrecke in einen Fuß- und Radweg mit in die Untersuchung aufgenommen. Dabei gilt es, die Kosten für das Abtragen des Oberbaus, der Freilegung der Trasse und der überbrückung des Dammrutsches zu schätzen sowie die Kosten für einen Belag, der schnell wieder abgebaut ist, wird die Bahnstrecke reaktiviert, zu ermitteln.

Bürgermeister Michael Kölbl äußerte sich erfreut darüber, dass es mittlerweile ein vereinfachtes standardisiertes Verahren für eine Kosten-Nutzen-Analyse gibt. Das erleichtere auch die Diskussion im Stadtrat und sei eine gute Grundlage. Und die könne schließlich bei der Tragweite der Entscheidung gar nicht solide genug sein.

Christian Stadler (Die Grünen) merkte an, dass bei der Fahrgastprognose auch Bedarfsänderungen aufgrund der demografischen Entwicklung und der Benzinpreise mit einfließen sollten. Und Andreas Roder (Wasserburger Block) legte Wert darauf, dass die Altstadtstrecke vom Altstadtbahnhof bis zum Bahnhof Reitmehring erhalten werden müsse, "sonst ist später womöglich an der Brücke der B304 über die Bahn die Tür zu." Otto Zwiefelhofer war einfach nur froh, dass nun eine detaillierte Untersuchung komme - wie es die CSU schon lange gefordert habe.

Diese Untersuchung kostet rund 60.000 Euro, der Stadtrat gab sie bei Gevas in Auftrag.

syl

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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