Rechnungshof sieht Fragezeichen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Stau in Reitmehring und kein Ende in Sicht: Das Bundesverkehrsministerium soll nun endlich Klarheit schaffen.

Wasserburg - Der Rechnungshof hat eine neue Verunsicherung in die Planung für die B 304 in Reitmehring gebracht: Der Kurztunnel nach der Brücke sei verzichtbar und zu teuer.

Nun muss in Berlin entschieden werden. Eine Brücke über die Bahnlinie, dann ein Tunnel bis zum östlichen Ortsausgang: So sieht das Konzept aus, das seit 2008 von allen Beteiligten verfolgt wird. Es hat längst die bayerischen Planungsstellen passiert und liegt nun beim Bundesverkehrsministerium in Berlin zur Genehmigung.

Doch nun gab es unerwartet Störfeuer unter dem Aspekt möglicher Einsparungen: Die Brücke sei notwendig, der Kurztunnel dagegen nicht, so der Rechnungshof bei einer routinemäßigen Überprüfungen des derzeit auf rund 18 Millionen Euro veranschlagten Projektes im Staatlichen Bauamt Rosenheim. "Es ist richtig, dass rein verkehrstechnisch gesehen die Weiterführung der B 304 auch mit Ampellösungen möglich wäre", so Hans-Peter Olk. Seine Behörde bleibe trotzdem beim derzeitigen Planungsvorschlag, denn der Kurztunnel sei sinnvoll und wirtschaftlich.

Olk bezieht sich dabei vor allem auf die gesamte Verkehrsachse der Bundesstraße 304 zwischen München und Traunstein. Überall wurde und werde gebaut und geplant, um diese leistungsfähiger zu machen und Ortsdurchfahrten zu vermeiden oder zumindest die Engstellen dort abzubauen. "Daher wäre es natürlich nicht sinnvoll, die Ortssituation in Reitmehring mit Ampeln zu manifestieren", so Olk. Außerdem seien auch die weitere Ortsentwicklung in Reitmehring und die derzeitige Siedlungs-Trennung durch die Bundesstraße gewichtige Argumente.

Der Wasserburger Bürgermeister Michael Kölbl, der bei der Bürgerversammlung mit der Information zu den neuen Problemen überrascht hatte, verweist außerdem auf den wohl bevorstehenden Ausbau der A8 zwischen Rosenheim und Salzburg. Dann werde naturgemäß noch mehr Verkehr über die B 304 zu erwarten sein, wozu Staus an Ampeln in Reitmehring kaum passen würden.

Brief der Landräte der Region 18 nach Berlin

Daher versuche man derzeit intensiv, über die politischen Mandatsträger eine rasche Behandlung in Berlin zu erreichen, so Kölbl. Das wurde diese Woche noch durch einen gemeinsamen Brief der betroffenen Landräte in der Region 18 und des Bürgermeisters untermauert.

Denn das Bundesverkehrsministerium muss jetzt entscheiden, ob die Planungen in der vorliegenden Form weitergeführt werden. "Ich bin überzeugt, dass wir stichhaltige Argumente dafür haben", so Hans-Peter Olk.

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser