Rechtmehringer macht Praktikum in Südafrika

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Die Skyline von Johannesburg und Julian Friesinger beim Abflug in München.

Wasserburg/Südafrika - Auslandsaufenthalte gehören heute für viele junge Erwachsene dazu. Julian Friesinger (21) aus Rechtmehring macht ein Praktikum bei einem Online-Magazin in Kapstadt.

Friesinger wird dabei regelmäßig von seinen Erfahrungen aus Kapstadt berichten:

"Ausgerechnet jetzt, da wir in Deutschland einen wunderbaren Sommeranfang genießen, verlasse ich das Land und fliege rund 8000 Kilometer gen Süden in den Winter, nach Johannesburg, Südafrika. Dort werde ich ein wenig Urlaub machen, bevor ich am 1. Juli ein dreimonatiges Praktikum bei einem Online-Magazin in Kapstadt beginnen werde.

In Johannesburg steige ich aus dem Flugzeug, die klirrende Kälte und der eisige Wind bereiten mir keinen schönen Empfang. Doch entschlossenen Schrittes schreite ich durch die düstere und beengende Empfangshalle des Flughafens, hole mein Gepäck und mache mich auf in die Stadt.

Als ich auf dem Weg zu meiner Unterkunft bin, merke ich, wie die Anspannung langsam der Erleichterung weicht. Die Sonne spendet jetzt ein paar wärmende Strahlen. Und ich bin froh, wieder südafrikanischen Boden unter den Füßen zu haben.

Endlich angekommen erkunde ich erst mal die Umgebung. Meterhohe Mauern, Stacheldrahtzaun, riesige Schilder von Sicherheitsfirmen, die einem schon von den Hauswänden drohen, sind zu sehen. Bloß die schönen viktorianischen Villen nicht, von denen sieht man oft nur noch die Dachspitze. Es scheint als hätten sich alle zu Hause verschanzt. Das habe ich bestimmt nicht vermisst, es ist schon fast ein bisschen beängstigend.

Zum Ausklang des Tages sitze ich im Garten meiner Unterkunft und blicke auf die Skyline von Johannesburg. Die Menschen sind auf dem Weg nach Hause und auch die Sonne verschwindet langsam hinter den Hochhäusern und tüncht den Himmel in feuriges Rot.

Ich freue mich, in den nächsten Monaten endlich wieder richtig tanzen zu gehen. Von meinem Praktikum erhoffe ich mir, dass ich jetzt möglichst viel vom journalistischen Handwerk erlernen kann - und natürlich, meine Englisch-Kenntnisse in Wort und Schrift weiter verbessern.

Schon vor einem Jahr war ich für zwölf Monate in Kapstadt, um in einem Altenheim und in einem Nationalpark ein Freiwilliges Soziales Jahr abzuleisten. Auf dem Hintergrund der damaligen interkulturellen Erfahrungen bin ich nun wieder gespannt auf Südafrika. Wie steht es 17 Jahre nach dem Ende der Apartheid mit der Beziehung zwischen Schwarz und Weiß? Und wie geht es der großen deutschen Gemeinschaft am Kap? Ich werde es berichten."

Julian Friesinger (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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