Fall Alia aus Rosenheim

Fall Alia: "Endlich Licht am Ende des Tunnels"

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Die kleine Alia aus Rosenheim geht wieder zur Schule
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Rosenheim - Es scheint sich etwas zu bewegen im Fall Alia. Nach Probeunterricht und einem offenen Brief der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig steht eine Lösung in Aussicht.

Nach dem monatelangen Hin und Her um eine Transportlösung zum Blindeninstitut nach München für die kleine Alia aus Rosenheim, hat sich nun die Situation gravierend verbessert. Gleich zwei Ausweichlösungen können nun die Beschulung des mehrfach schwerstbehinderten Mädchens gewährleisten.

Probeunterricht in Rosenheim

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Kindeswohlgefährung der kleinen Alia?

Seit Anfang der Woche nimmt Alia an der Seite eines Schulbegleiters an einem Probeunterricht am HPZ in Rosenheim teil. Nach einer zweiwöchigen Testphase entscheidet dann ein Gremium über die Frage, ob Alia auch weiterhin im Heilpädagogischen Zentrum versorgt werden kann. Eine weitere Möglichkeit wäre noch die Stiftung Attl in der Nähe von Wasserburg. Auch hier hat die Mutter, Magdalena H. aus Rosenheim bereits Kontakt aufgenommen. Um die Stiftung besser kennen zu lernen, will Magdalena H. die Einrichtung  in der kommenden Woche besuchen und sich selbst ein Bild machen. "Was ich bis jetzt gehört und auf der Internetseite gelesen habe gefällt mir sehr gut," erklärt die Rosenheimerin. "Im Grunde ist die Stiftung Attl dem HPZ in Rosenheim sehr ähnlich, das Therapieangebot scheint in Wasserburg aber etwas genauer auf die Bedürfnisse von Aliaabgestimmt zu sein." Besonders die spezielle Autistenförderung scheint es der Mutter dabei angetan zu haben. "Alia war schon immer technisch sehr begeistert, sie hat zwar nur einen Tick Autismus, aber ich glaube, dass sie dort gut aufgehoben wäre," erklärt Magdalena H. weiter.

Magdalena H. und die Beziehung zu ihrer Tochter

"Es gibt nichts Schlechtes, woraus man nicht auch etwas Gutes ziehen könnte," resümiert Magdalena H. die vergangenen Monate. Im Kampf um die Schulbeförderung nach München habe sie ihre Tochter wieder völlig neu kennen gelernt. Den Alltag mit ihrer Tochter zu verbringen, mit ihr zusammen zu kochen, zu lachen und zu kuscheln, war in der Vergangenheit dann doch eher selten geworden. Die vielen Erlebnisse in den letzten Monaten hätten die Mutter und ihre Tochter viel näher zusammen gebracht, als Magdalena H. anfangs gedacht hatte. Der Umgang mit Alia sei im Laufe der Zeit viel intensiver und einfacher geworden, Alia selbst sei hingegen selbstständiger und gefestigter geworden.

Die alte Frage: Der Transport

Den Transport zur Makarius-Wiedemann-Schule, dem privaten Förderzentrum in Wasserburg, würde Magdalena H. vorerst selbst in Angriff nehmen. Es existiert zwar ein Fahrdienst, die Mutter wolle ihrer Tochter den möglichen Umstieg aber so leicht wie möglich machen. "Ich habe an diesem Fahrdienst natürlich nichts auszusetzen," schmunzelt Magdalena H., "ich denke nur, dass es für Alia leichter sein könnte, sich in das neue Umfeld einzugewöhnen, wenn ich am Anfang noch in ihrer Nähe bin." In ersten Gesprächen mit der Schulleitung soll auf jeden Fall eine Möglichkeit für die Unterbringung von Alia in Aussicht gestellt worden sein.

Daniela Ludwig und die Regierung von Oberbayern

In einem offenen Brief wandte sich die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, selbst Mutter von zwei Kindern, noch vor Weihnachten an die Regierung von Oberbayern. Sie forderte die Behörde dazu auf, im Fall der kleinen Alia schnellstmöglich tätig zu werden. Eine Einzelfahrt nach München halte auch sie für die einzige zumutbare Lösung. Weiter sei es Ludwig "ein großes Anliegen, dass Eltern von behinderten Kindern gerade bei der Bewältigung des Alltags größtmögliche Unterstützung erfahren. Gerade der Transport von und zu Schul- und Betreuungseinrichtungen ist hier ein sehr sensibler Bereich, der gegenseitiges Vertrauen und einen zügigen Transport voraussetzt." Im telefonischen Gespräch habe die Bundestagsabgeordnete dann nocheinmal nachdrücklich "zwei Punkte klargestellt, die so nicht gehen": Eine Heimunterbringung könne nicht zur Debatte stehen. Und wenn die Ausweichlösungen am HPZ und Attl nicht durchführbar wären, muss ein Transport zum Blindeninstitut schneller durchgeführt werden.

Im gegenseitigen Einverständnis wolle man nun zuerst den Probeunterricht am HPZ abwarten um sich dann weiter Gedanken um die Situation von Magdalena H. und ihrer Tochter Alia zu machen. Daniela Ludwig wolle den Fall aber auf jeden Fall im Auge behalten. Sie wisse aber auf jeden Fall, dass die Familie in Rosenheim "absolut intakt" sei und somit keine Notwendigkeit herrsche, der Mutter das Kind wegzunehmen.   

Quelle: rosenheim24.de

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