Altstadtbahn: Konkreter Antrag

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Reitmehring/Wasserburg – Die Rettung der Altstadtbahnstrecke naht - es soll ein konkreter Antrag zur Instandsetzung bei der Stadt eingegangen sein:

Ein Dammrutsch sorgte vor 25 Jahren dafür, dass die Altstadtbahnstrecke von Reitmehring nach Wasserburg heute nicht mehr genutzt werden kann. In einer Sitzung im Sommer letzten Jahres hatte sich der Stadtrat letztlich dazu entschieden, die Altstadtbahnstrecke zu entwidmen und stillzulegen. Eine Instandsetzung der Strecke sei zu kostenintensiv und unwirtschaftlich, hieß es seitens der Stadt. Der Entschluss des Stadtrates dazu war auch sehr eindeutig und erfolgte mit 18 Für- und 7 Gegenstimmen.

Immer mehr Befürworter der Altstadtbahnstrecke?

Mittlerweile würde sich das Bild drehen. Über ein Jahr nach dieser Entscheidung, mehrten sich jetzt die Stimmen im Stadtrat für den Erhalt der Strecke. Das behauptet der Sprecher des Vereins Pro Bahn in Wasserburg, Bernd Meerstein. Ausschlaggebend dafür sei ein Gutachten, das die Stadt Wasserburg in Auftrag gegeben habe. Diesem Gutachten nach koste die Instandsetzung der 4 Kilometer langen Strecke etwa 11 Millionen Euro. „Aus unserer Sicht stimmt das gar nicht. Man könnte die Strecke bereits ab 2 Millionen Euro wieder zum Laufen bringen. Außerdem ist die Strecke nicht unwirtschaftlich, mit der Bahn kann man auch Einnahmen erzielen, vor allem wenn die Strecke an einen Bahnbetreiber vermietet wird“, erklärt Meerstein gegenüber wasserburg24.de.

Günstigere Lösung nicht ausgeschlossen

Die Stadt streitet dies hingegen nicht ab. „Wir wollen das nicht bezweifeln, dass es günstiger geht. Dafür müsste man den Standard runterschrauben und das gebrauchte Material mitbenutzen. Die Stadt Wasserburg wollte allerdings alles vernünftig herrichten, um einen regelmäßigen öffentlichen Nahverkehr darüber laufen lassen zu können“, erklärt Stadtsprecher Andreas Hiebl. Deshalb seien unter anderem die elf Millionen Euro veranschlagt worden.

Erste Bewerbung bei der Stadt Wasserburg eingegangen

Trotz der vermeintlich hohen Kosten, gibt es für die Instandsetzung der Strecke zwischen Reitmehring und Wasserburg offenbar zahlreiche Interessenten. Das zeigte sich jetzt innerhalb des Stilllegungsverfahrens. Dieses sieht vor, dass die Strecke noch einmal öffentlich im Bundesanzeiger ausgeschrieben wird. Auf diese Ausschreibung bekundeten vier Betreiber ihr Interesse, darunter die Bayernbahn GmbH, die Rhein-Sieg-Eisenbahn, die Innrail GmbH und Pro Bahn. „Am Freitag, 26. Oktober 2012, ist auch die erste amtliche Interessenbekundung bei der Stadt Wasserburg eingegangen. Bis Ende November haben andere noch Zeit gleichzuziehen. Danach nimmt die Stadt mit den Interessenten die Verhandlungen auf“, erklärt Hiebl weiter.

"Peak Oil: Bahnstrecke immens wichtig!"

Pro Bahn Sprecher Meerstein wünscht sich derweil einen erfolgreichen Verlauf dieser Verhandlungen. Er sieht den Erhalt der Strecke von Reitmehring nach Wasserburg als immens wichtig an. „Im Zuge der Diskussion um den Peak Oil wird der Erhalt der Strecke immer wichtiger. Man kann nicht noch mehr Straßen bauen, irgendwann ist mal Schluss! Und gerade dann ist der Bahnanschluss für die Bevölkerung sehr wichtig“, erklärt Meerstein noch einmal eindringlich.

Um auch die Bürger Wasserburgs über diese Sachlage zu informieren, gibt es am Montag, 29. Oktober 2012, eine erneute Infoveranstaltung von Pro Bahn: „Was weg is´, is´ weg!“. Die Infoveranstaltung beginnt um 19.00 Uhr in der Paulanerstuben in Wasserburg.

kmr

Quelle: rosenheim24.de

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