"Rettungsanker in allen Lebenslagen"

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Sechs Feuerwehrler trugen den Sarg von der Kirche durch den Ort zum Ramerberger Friedhof.

Ramerberg - Unüberschaubar groß war das Meer der Trauergäste, die Bürgermeisterin Barbara Reithmeier mit einem endlos langen Trauerzug durch den Ort und um das Rathaus ihre letzte Ehre erwiesen.

Außer den kirchlichen und politischen Vertretern des Pfarrverbandes und der Verwaltungsgemeinschaft Rott-Ramerberg sowie den Fahnenabordnungen aller Ortsvereine beteiligten sich an der Trauerfeier auch nahezu alle aktiven Mandatsträger der 46 Städte und Gemeinden und ehemalige Berufskollegen des gesamten Landkreises zusammen mit Land- und Bundestagabgeordneten.

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Da bei der Beerdigung am vergangenen Freitagnachmittag mit einem solchen Besucherandrang zu rechnen war, hatten die Verantwortlichen im Vorfeld für eine auftwändige Verkehrs- und Parkplatzregelung gesorgt.

Mit einer Lautsprecherübertragung nach außen und einer Großbildleinwand im Pfarrsaal hatten alle Trauergäste, die in der Pfarrkirche keinen Platz mehr fanden, Gelegenheit, das Requiem von Prälat Günther Lipok mitzufeiern. Mitwirkende an der kirchlichen Feier waren neben Geistlichem Rat Georg Zacherl auch die Diakone Simon Frank und Andreas Deml sowie der Ramerberger Kirchenchor. Als Konzelebrant mit beteiligt war Pater Karl Wagner, der als Pfarrer von Attel gleichzeitig auch Seelsorger für einen Großteil der Ramerberger Gemeindebürger ist und so die Verbundenheit der Verstorbenen zur Nachbarpfarrei würdigte.

Weil es heftig regnete, wurden die vorgesehenen Grabreden vor der Beerdigung in der Kirche gehalten. Zwölf Nachrufe galten Barbara Reithmeier und sie zeigten, dass sie überdurchschnittlich beliebt und engagiert war und aufgrund ihres auffallend großen Wirkungskreises überall Lücken hinterlässt.

Prälat Günther Lipok zeichnete den Lebenslauf der Verstorbenen auf, die als siebtes Kind von zwölf Geschwistern der Brunnlechner-Großfamilie zur Welt kam. Er beschrieb Barbara Reithmeier als eine Frau, die ihre Aufgaben als Ehefrau, Witwe und Mutter von fünf Kindern und zehn Enkelkindern neben ihrer 32-jährigen politischen Laufbahn fest im Griff hatte. Weiter würdigte Diakon Deml ihre Verdienste als Kuratoriumsmitglied für das Caritas-Zentrum Wasserburg.

Leonhard Riedl als Zweiter Bürgermeister und Stellvertreter von Barbara Reithmeier erinnerte an die von Barbara Reithmeier häufig geäußerte Lebenseinstellung: "Ich bin Mutter, Hausfrau und Bürgermeisterin." Nach seiner Meinung war aber das Bürgermeisteramt nicht nur ihr Beruf, sondern ihre Berufung gewesen und habe eine besondere Bedeutung in ihrem Leben gehabt.

Als immer gut gelaunte Kollegin mit einem Lächeln auf den Lippen "und wie wir in Bayern sagen, niemals zwider", so schilderte der Rotter Bürgermeister Marinus Schaber Barbara Reithmeier als seine Stellvertreterin in der Verwaltungsgemeinschaft und im Schulverband. Sie sei stets bestrebt gewesen, mit Sachverstand, aber auch mit Wärme und Herzlichkeit, den Interessen aller gerecht zu werden.

Für Landrat Josef Neiderhell bleibt sie "in bester Erinnerung als Rettungsanker, in allen Lebenslagen um die Sorgen und Anliegen ihrer Mitbürger bemüht".

Als Vertreter des Bayerischen Gemeindetages und Vorsitzender im Kreisverband Rosenheim schilderte Wolfgang Berthaler das überregionale Ansehen, das Barbara Reithmeier als Vorstandsmitglied im Dachverband genoss. "Als umtriebige, engagierte Bürgermeisterin trat sie stets für ihre Heimatgemeinde ein und war immer bestrebt, für alle Bürger das Beste zu erreichen."

Inge Schwörer als Rektorin der Verbandschule lobte die Verstorbene mit ihrem praktischen Sinn sowohl für das Alltägliche wie das Machbare.

Landtagsabgeordneter und CSU-Kreisvorsitzende Klaus Stötter sowie der örtliche CSU-Vorsitzende Peter Wilhelm würdigten Barbara Reithmeier für ihre 45-jährige CSU-Mitgliedschaft. Ausgesprochen wurde die tief empfundene Dankbarkeit für ihre jahrzehntelang Tätigkeit in der Vorstandschaft, wo sie immer aufrichtig und ehrlich ihre Meinung geäußert habe, ohne ständig das Parteibuch vor sich her zu tragen. Für den Kreisvorsitzenden war sie eine stattliche Frau mit schickem und respektvollem Auftreten. "Und es gefiel ihr, wenn wir mit Tracht zu unserer bayerischen Heimat standen."

Dass sie immer ein offenes Ohr für die Wünsche, Anträge und Sorgen der Ortsvereine hatte, hob Heribert Hein als Sprecher der Ramerberger Vereinsgemeinschaft besonders hervor.

Ebenso groß war der Dank an die Bürgermeisterin als Chefin der Ramerberger Feuerwehr. Als aktives Mitglied der ersten Damenlöschgruppe im Landkreis habe sie bereits Anfang der 70er-Jahre um die Sorgen der Feuerwehr gewusst.

prj/Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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