Rosenheim

Gegen Waffenbesitzer wird schärfer geschossen

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Eine positive Bilanz zur Sicherheitslage im Landkreis zogen Polizeipräsident Mayer und Landrat Neiderhell.

Die Sicherheitslage im Landkreis Rosenheim hat sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Wie Neiderhell ankündigte, müssten sich Waffenbesitzer auf schärfere Kontrollen einstellen.

Der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Franz Mayer, präsentierte im Gespräch die Zahlen für das Jahr 2008. Knapp 9600 Straftaten wurden im Landkreis statistisch erfasst, das sind 6,5 Prozent weniger als 2007. Positiv aus Sicht der Bevölkerung: Die Belastung mit Straftaten liegt deutlich unter dem Landesschnitt. Bayernweit entfallen auf 100000 Einwohner 5200 Straftaten, im Landkreis waren es weniger als 3900. Erfreulich ist die Aufklärungsquote, die mit knapp 64 Prozent nur geringfügig niedriger als 2007 war. Mit knapp 90 Prozent erreichte die Polizei die höchsten Aufklärungsquoten bei Sexualdelikten und Gewaltkriminalität.

Deutlich schwieriger stellt sich die Situation aus Sicht von Mayer bei der Straßenkriminalität dar. Bei den Straftaten im öffentlichen Verkehrsraum wie Handtaschenraub, Straßenschlägereien, Sachbeschädigungen, Diebstählen rund um das Auto, Fahrraddiebstählen und Automatenaufbrüchen konnte nur jeder fünfte Straftäter ermittelt werden. Zu den spektakulärsten Fällen gehörten 2008 die Festnahme einer führenden PKK-Terroristin auf der Inntal-Autobahn bei Oberaudorf sowie die Festnahme einer 32-jährigen Mutter, die zugab, ihren zweieinhalbjährigen Sohn misshandelt zu haben.

Mayer sprach das subjektive Sicherheitsgefühl an, dass gerade bei älteren Menschen nicht sehr ausgeprägt sei. Tatsächlich aber sei das Gegenteil richtig: Die Straftaten gingen seit 2004 um fast 27 Prozent zurück. Als Folge des Amoklaufs von Winnenden kündigte Josef Neiderhell an, das Landratsamt werde in den nächsten Wochen und Monaten verstärkt überprüfen, ob Waffen in Privatbesitz ordnungsgemäß gesichert seien.

Wer eine Waffe kaufen wolle, müsse durch eine Rechnung oder einen Schlosserbericht nachweisen, dass er einen Waffenschrank besitze. Vorgestellt wurde auch die Verkehrsunfallbilanz 2008 für den Landkreis. Es ereigneten sich knapp 5800 Verkehrsunfälle, nur geringfügig mehr als 2007. Die Zahl der Verletzten ging um fast zwölf Prozent auf 1573 zurück. 15 Menschen starben 2008 im Straßenverkehr, vier weniger als im Vorjahr. Unter Alkoholeinfluss ereigneten sich 111 Unfälle, bei denen zwei Personen getötet und 50 -verletzt wurden.

 Bei 2340 Geschwindigkeitsmessungen durch die Polizei wurden annähernd 900000 Fahrzeuge überprüft. Zu schnell fuhren fast 24300 Fahrzeugführer, über 460 saßen alkoholisiert am Steuer, fast 70 standen unter Drogeneinfluss. Ausdrücklich gelobt wurde von Neiderhell die Jugendverkehrserziehung der Polizei. Es sei sehr wichtig, dass jedes Kind in der vierten Klasse an den Straßenverkehr gewöhnt werde. Der Landrat sprach auch die aufwendigen Kontrollen auf der Sudelfeldstrecke an. Die strenge Handhabung durch die Polizei sei seiner Überzeugung nach vorbildlich gewesen. jre

Quelle: rosenheim24.de

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