Legionellen-Überwachung auch in Mietshäusern!

Rosenheim - Bei der Trinkwasserverordnung gibt es erneut Veränderungen - welche das sind, darüber informiert jetzt das Landratsamt:

Die Anlagen zur Erwärmung von Trinkwasser müssen nicht nur in öffentlichen Gebäuden wie Schulen oder Krankenhäuser untersucht werden. Auch Mietshäuser und andere gewerblich genutzte Gebäude sind davon betroffen. Das staatliche Gesundheitsamt Rosenheim hat jetzt darauf aufmerksam gemacht, dass die erste Routineuntersuchung bis Ende des Jahres durchgeführt worden sein muss.

Das Amt bezieht sich dabei auf eine Novellierung, also eine Änderung der Trinkwasserverordnung, die am 14. Dezember 2012 in Kraft trat. Wenn Mieteinnahmen erzielt werden, sind die Anlagen zur Trinkwassererwärmung in Mehrfamilien- und Mietshäusern untersuchungspflichtig, vorausgesetzt der Wasserkessel fasst mehr als 400 Liter und/oder es befinden sich mehr als drei Liter in mindestens einer Rohrleitung vom Kessel bis zur Entnahmestelle ohne Berücksichtigung der warmwasserführenden Ringleitung in einem Haus. Ganz wichtig ist zudem, Eigenheime sowie Ein- und Zweifamilienhäuser fallen generell nicht unter die Untersuchungspflicht der Trinkwasserverordnung, das heißt, diese Routineuntersuchung ist hier nicht notwendig.

Eine Verpflichtung, die Anlagen mit mehr als 400 Liter Volumen an das Gesundheitsamt zu melden, gibt es nicht. Der Eigentümer ist stattdessen aufgerufen, in eigener Verantwortung seine Trinkwassererwärmungsanlage alle drei Jahre von einem akkreditierten Labor auf Legionellen untersuchen zu lassen. Die Ergebnisse müssen nur dann an das Gesundheitsamt gemeldet werden, wenn mehr als 100 Keime pro 100 Milliliter festgestellt wurden.

Der Eigentümer ist in diesem Fall verpflichtet, die Wasserverbraucher und das Gesundheitsamt unverzüglich zu informieren. Zudem muss er eine sachverständige Person oder eine Fachfirma beauftragen, eine Gefährdungsanalyse zu erstellen, um die Ursache zu ermitteln. Die in der Gefährdungsanalyse geforderten Gegenmaßnahmen muss er einleiten.

Legionellen sind Bakterien, die sich im warmen Wasser vermehren. Eine Infektion durch eingeatmete Legionellen kann eine leicht verlaufende, grippeähnliche Erkrankung, das Pontiac Fieber verursachen. Möglich ist aber auch, dass eingeatmete Legionellen eine schwere Lungenentzündung, die so genannte Legionellose hervorrufen.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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